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Frauenleiche im Schwarzwald: Solinger zu acht Jahren Haft verurteilt

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Von: Benjamin Stroka

Justitia mit Waage und Schwert im Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Römerberg in Frankfurt.
Der Mann wurde vom Landgericht Wuppertal zu acht Jahren Haft verurteilt (Symbolbild). © Jan Huebner/Imago

Ein 33 Jahre alter Solinger hat im September 2021 seine Freundin getötet und ihren Leichnam im Schwarzwald verbrannt. Jetzt wurde er zu acht Jahren Haft verurteilt.

Solingen/Wuppertal – Im September 2021 wurde die teilweise verbrannte Leiche einer Frau im Schwarzwald gefunden. Rund zwei Monate später stand fest: Bei der Toten handelte es sich um eine 36 Jahre alte Frau aus Solingen. Ihr früherer Lebensgefährte wurde im November 2021 festgenommen. Heute wurde im Landgericht in Wuppertal das Urteil gegen den 33-Jährigen gesprochen. Ein Schwurgericht verurteilte ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu acht Jahren Haft.

Frauenleiche im Schwarzwald: 36-Jährige wollte Angeklagten verlassen

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann am späten Abend des 6. Septembers 2021 in der gemeinsamen Wohnung in Solingen den Tod seiner Lebensgefährtin durch eine vorsätzliche Körperverletzung verursacht hat. Zuvor sei es zum Streit gekommen, weil die Frau den damals 32-Jährigen verlassen wollte.

Wie ein Gerichtssprecher mitteilt, wollte die Frau mit dem gemeinsamen Sohn die Wohnung verlassen. Als sie das Zimmer des Sohnes betreten wollte, packte sie der Mann an Schulter und Schlüsselbein. „In der Folge sei der vom Angeklagten durchgeführte Griff in den Halsbereich der Frau übergegangen. Hierdurch sei die Blutab- und Blutzufuhr zum Gehirn der Frau für circa drei Minuten unterbrochen worden, was zu ihrem Tod geführt habe“, erklärt das Gericht.

Frauenleiche in Planschbecken: Mann hatte die Leiche angezündet

Vorsatz konnte die Kammer nicht feststellen. Der Mann habe in erster Linie verhindern wollen, dass die 36-Jährige die Wohnung verlässt. Ihren Tod habe er laut Gericht dabei aber nicht in Kauf genommen. Beim Strafmaß hat die Kammer zugunsten des Angeklagten berücksichtigt, dass dieser nicht vorbestraft war und die Tat gestanden hatte.

Nicht relevant für das Strafmaß war nach Angaben des Gerichts das Verhalten des Mannes nach der Tat. Er hatte den Leichnam seiner Lebensgefährtin in die Folie eines Planschbeckens gewickelt und in den Schwarzwald gebracht. Dort hat er den Leichnam angezündet.

Das Gericht nannte dieses Verhalten „aus menschlicher Sicht unfassbar“. Die Kammer erklärte aber gleichzeitig, dass es nicht gegen den Angeklagten gewertet werden könne, „da es nach geltendem Recht grundsätzlich jedem Täter freistehe, sich der Strafverfolgung zu entziehen und die begangene Tat zu verbergen“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kann binnen einer Woche Revision einlegen. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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