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Überschwemmungen in Fröndenberg: Anwohner können in Häuser zurückkehren

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Ausgepumter Angelteich in Fröndenberg wird gesichert
Die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes unterstützen die Feuerwehr beim Auspumpen und der Sicherung des Teiches. © Roland Weihrauch/Dpa

Schwere Unwetter in NRW trafen vor allem die Stadt Fröndenberg im Ruhrgebiet hart. Dort drohte ein Deich zu brechen. Nun wurde die Evakuierung jedoch wieder aufgehoben.

Fröndenberg/Dortmund – Aufatmen in Fröndenberg an der Ruhr (etwa 20 km östlich von Dortmund): Nach den heftigen Regenfällen und Überschwemmungen konnten die rund 700 Anwohner am Dienstagabend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Gegen 19.45 Uhr teilte die Stadt mit: „Die große Gefahr, die von dem Teich oberhalb des Ortsteils Westick ausging, ist gebannt.“ Sprecherin Ulrike Linnenkamp sagte: „Die Erleichterung ist riesengroß.“

Um dies zu ermöglichen wurde im Laufe des Tages die Befestigung des Hangs und die kontrollierte Öffnung des Deiches vorbereitet. Dafür sei ein Raupenfahrzeug angefordert worden.

Überschwemmung in Fröndenberg an der Ruhr: Wohnungen wurden geräumt – 700 Menschen betroffen

Die Einsatzleitung hatte am Montagnachmittag entschieden etliche Wohnungen im Tal vorsorglich zu räumen. Zuerst waren davon rund 300 Menschen aus Erdgeschoss- oder Souterrainwohnungen betroffen. Später entschied man dann aber die betroffenen Häuser doch komplett zu räumen. Die laut Angaben des Kreises rund 700 Menschen mussten die Nacht zum Dienstag bei Freunden oder Verwandten verbringen. Etwa 40 weitere kamen demnach in einer Notunterkunft in einer Gesamtschule unter.

Rettungskräfte sichern einen Teich bei Fröndenberg dessen Deich durch sintflutartige Regenfällen aufgeweicht wurde und zu brechen droht.
Rettungskräfte sichern den Teich bei Fröndenberg dessen Deich aufgeweicht wurde und zu brechen droht. © Markus Klümper/dpa

Fröndenberg: Feuerwehr versucht Deich zu sichern

Der Starkregen hatte am Sonntag einen 80 mal 60 Meter großen Angelteich in der 21.000-Einwohner-Stadt volllaufen lassen. Dadurch war die Deichkrone aufgeweicht worden. Anschließend konnte ein Deichbruch nicht mehr ausgeschlossen werden, weshalb die Wohnungen geräumt werden mussten.

Nach Angaben des Kreises Unna befinden sich in dem Teich nun mindestens 5000 Kubikmeter Schlamm, der mit Wasser durchsetzt ist. Dieser soll laut Stadt auf ein benachbartes Feld geleitet werden. Dafür werde der bewaldete Hang am Teich mit Bruchholz und sogenannten Big Packs, sackartigen Schüttgutbehältern, ausgelegt. „Die Barrieren sollen die Fließrichtung und Fließgeschwindigkeit steuern, wenn der Deich geöffnet wird“, sagte die Sprecherin.

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) tragen eine Plane zu einem Damm an einem Rückhaltebecken, das zu brechen droht.
Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) tragen eine Plane zu einem Damm an einem Rückhaltebecken, das zu brechen droht. © Jonas Güttler/dpa

In der Nacht wurde bereits ein Seniorenheim evakuiert, nachdem das Wasser schon 50 Zentimeter hoch im Erdgeschoss gestanden hatte, wie eine Sprecherin des Kreises Unna sagte. In der Einrichtung sei der Strom ausgefallen, hieß es weiter. Die knapp 50 Bewohner und Bewohnerinnen habe man in anderen Häusern unterbringen können. Der Keller stand am Montag weiter unter Wasser, im Erdgeschoss hatten sich Schlammmassen ausgebreitet. Mehrere geparkte und fortgespülte Autos stapelten sich im Bachlauf. Die Heimleitung geht von wochenlanger Schließung und einem immensen Schaden aus.

Unwetter in Fröndenberg: Bis zu 54,5 Liter Regen pro Stunde

In der Stadt östlich von Dortmund mit insgesamt rund 21.000 Einwohnern war besonders der östliche Teil schwer von den Wassermassen betroffen, wie die Kreis-Sprecherin schilderte. Auf einigen Straßen hatte das Wasser demnach hüfthoch gestanden. Ein Freibad wurde vollkommen überflutet. Etliche Menschen hatten auch am Montag mit vollgelaufenen Kellern zu kämpfen. „Viele werden sich noch weiter gedulden müssen, weil die Kanalisation gar kein Wasser aufnehmen kann“, sagte die Kreissprecherin. Die Unwetterzentrale habe für den Stadtteil Hohenheide einen Spitzenwert von 54,5 Litern Regen in einer Stunde gemeldet.

Die Lage hatte sich im Laufe des Sonntagabends so zugespitzt, dass in der Nacht eine Großeinsatzlage ausgerufen worden war. Zwischen Sonntagmittag und Montagmorgen kam es zu 320 Einsätzen. Die Feuerwehr war weiter im Dauereinsatz. Rund 500 Kräfte waren im Einsatz, darunter auch Kollegen aus angrenzenden Kreisen. Auch aus Siegen-Wittgenstein eilten 55 Einsatzkräfte mit 14 Fahrzeugen zur Hilfe.

Unwetter in NRW: Auch Dortmund und Duisburg schwer getroffen

Einige Straßen wurden unterspült und waren auch am Tag nach dem Starkregen noch gesperrt. Betroffen blieb auch eine Bahnlinie – zwischen Fröndenberg und Wickede. Die Deutsche Bahn twitterte, dass die Regionalbahnen RE17 und RE57 ausfallen. Als Ersatz wurde ein Busverkehr eingerichtet. Ein DB-Sprecher ergänzte später, zwischen Fröndenberg und Hagen sei die Bahnstrecke wegen der Abpumparbeiten am Regenrückhaltebecken nicht befahrbar. Weitere Beeinträchtigungen im NRW-Bahnverkehr infolge des Unwetters gebe es aber nicht mehr.

Starkregen und Überflutungen auf Straßen und Autobahnen hatten zudem in Dortmund und Duisburg besonders viele Einsätze ausgelöst. In Dortmund hieß es am Montag, die Feuerwehr sei am Sonntag unwetterbedingt zu 49 Einsätzen ausgerückt. Nach einem Blitzeinschlag in den Dachstuhl eines Einfamilienhauses habe die Feuerwehr einen Brand verhindern können. Niemand sei verletzt worden. Auch in Duisburg standen nach einem arbeitsintensiven Sonntag nur noch einzelne Aufräumarbeiten an, wie ein Feuerwehrsprecher am Montag sagte. „Wir haben keine Einsätze mehr offen.“ (dpa/lnw)

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Dieser Text wurde am 6. Juli inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Bewohner konnten nun in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren.

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