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Geisterspiele wegen Corona-Lage vor Rückkehr? Tendenz für NRW zeichnet sich ab

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Von: Marcel Guboff

Wegen der angespannten Corona-Lage in NRW und Deutschland drohen im Fußball wie auch in anderen Sportarten Geisterspiele. NRW geht wohl einen anderen Weg.

Hamm - Der Flickenteppich bei den Regeln im Kampf gegen das Coronavirus ist längst zurück. Während RB Leipzig bereits am vergangenen Wochenende vor leeren Rängen Fußball spielen musste, war das Stadion in Köln beim Derby gegen Borussia Mönchengladbach voll besetzt. Dieser Irrsinn wird wohl schon bald wieder Geschichte sein.

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)

Geisterspiele im Fußball wegen dramatischer Corona-Lage in NRW vor Rückkehr - Signale eindeutig

Die Geisterspiele kehren aller Voraussicht nach zurück - exakt ein halbes Jahr nachdem von der Politik deren Ende proklamiert worden war. Für Borussia Dortmund - aus wirtschaftlicher wie auch aus sportlicher Sicht - im schlimmsten Fall schon am kommenden Wochenende. Das Topspiel BVB vs. FCB könnte am Samstag vor leeren Rängen statt vor 67.000 Fans - so viel würde die noch geltende Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen zulassen - ausgetragen werden.

Aber: Das könnte angesichts der dramatischen Corona-Lage auch in NRW erledigt sein. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte für die wegen der Bund-Länder-Beratungen auf Mittwoch verschobenen Sitzung des Landeskabinetts verschärfte Regeln auch für den Fußball angekündigt. Volle Stadien und eingeflogene Corona-Patienten aus anderen Bundesländern passen nicht zusammen. „Und an solche Sachen werden wir rangehen“, sagte Hendrik Wüst am Montag in der ARD.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte: Man werde „ziemlich sicher“ regeln, dass Fußballspiele und Sportgroßveranstaltungen nur noch ohne Publikum stattfinden können. Somit schien die Rückkehr der Geisterspiele im Grunde bereits beschlossen. Zuerst erfuhr der FC Bayern München, dass für den Rekordmeister aus München zukünftig wieder Partien vor leeren Rängen angesagt sind.

Geisterspiele im Fußball für den FC Bayern schon besiegelt - NRW geht wohl anderen Weg

Es macht auf absehbare Zeit keinen Sinn, wieder Zuschauer zuzulassen“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im BR: „Es ist eine wichtige Forderung, dass wir (...) bundeseinheitlich beschließen, dass wir künftig keine Zuschauer mehr machen. Wenn das auf Bundesebene nicht funktioniert, würden wir das für Bayern allein machen.“ Die hohe Mobilität der Fans bei der An- und Abreise sei nicht vertretbar, begründete Markus Söder auf Twitter.

Offenbar kommen die Geisterspiele aber doch nicht flächendeckend in ganz Deutschland. NRW wolle einen anderen Weg gehen. Diese sehe nach Informationen des Kölner Stadtanzeigers vor, dass die Stadien zu einem Drittel ausgelastet werden Köln. Das 2G-Konzept beim 1. FC Köln habe sich bewährt, heißt es.

Länder haben schon jetzt das Recht, Geisterspiele anzuordnen - Köln weist Kritik zurück

Zuvor hatte Grünen-Chef Robert Habeck im ZDF darauf hingewiesen: „Die Bundesliga muss nicht in vollen Stadien spielen. Das ist jetzt schon möglich und hätte auch schon am letzten Wochenende untersagt werden können“, : „Wir werden sicherlich in der Schalte der Ministerpräsidenten mit Frau Merkel und Herrn Scholz eine Lösung finden, dass genau das auch in Zukunft unterbleiben wird. Es war ein Fehler, dass die Bundesliga am letzten in vollen Stadien gespielt hat. Das ist völlig klar, das hätte man unterbinden sollen.“

Wenig überraschend kommen aus dem Fußball selbst andere Stimmen. Alexander Wehrle, Geschäftsführer des 1. FC Köln, hat sich deutlich gegen Geisterspiele ausgesprochen - mit folgender Begründung: „Die Stabilität des Gesundheitssystems muss über allem stehen, da wird auch der Fußball einen Schritt zurückgehen müssen. Dennoch sage ich, lasst uns bei den Fakten bleiben. Wir sind nicht die Hotspots als Großveranstaltungen.“

Laut Alexander Wehrle seien bei den bisherigen Spielen in der Corona-Pandemie „von 3,7 Millionen Fußballfans zehn positive Tests im Nachgang“ aufgetreten. Auch deshalb spricht sich der 46-Jährige gegen einen kompletten Zuschauer-Ausschluss - also gegen Geisterspiele - aus: „Mit einem vernünftigen Hygienekonzept, der Nachvollziehbarkeit der Infektionskette, mit Masken und mit 2G-plus sollten wir Lösungen finden, um nicht von Geisterspielen zu sprechen“. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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