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Antisemitische Demo in Gelsenkirchen: Fünf Verdächtige identifiziert – Polizei unterschätzte Gefahr

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Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz.
NRW-Innenminister Herbert Reul hat sich am Mittwoch erneut zu den Ausschreitungen in Gelsenkirchen geäußert. (Archivbild) © Federico Gambarini/dpa

NRW-Minister Reul hat sich zu den aktuellen Ermittlungen der antisemitische Demo in Gelsenkirchen geäußert. Mehrere Verdächtige wurden ausgemacht, einem droht nun U-Haft.

Düsseldorf – Nach den antisemitischen Ausschreitungen vor einer Synagoge in Gelsenkirchen in der vergangenen Woche hat die Polizei inzwischen fünf Tatverdächtige namentlich identifiziert. Insgesamt seien auf Video-Aufnahmen 16 Tatverdächtige ausgemacht worden, die antisemitische oder anti-israelische Parolen skandiert hätten, berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. Davon seien allerdings elf noch unbekannt.

Antisemitische Demo in Gelsenkirchen: Einmal U-Haft angeordnet – Polizei hatte Gefahr unterschätzt

In einem Fall sei bereits Untersuchungshaft angeordnet worden. Ermittelt werde bei den bislang erfassten Fällen wegen des Verdachts der Volksverhetzung, Beleidigung, Widerstands gegen Polizeibeamte sowie Angriffs auf Polizisten und Abhalten nicht genehmigter Veranstaltungen.

Polizeiauto steht vor einer Synagoge in Gelsenkirchen
Vor einer Synagoge in Gelsenkirchen hatte die Polizei vergangenen Mittwochabend einen Demonstrationszug gestoppt. © Roberto Pfeil/dpa

Am Mittwoch vergangener Woche hatte die Polizei nahe der Gelsenkirchener Synagoge mit wenig Einsatzkräften bis zu 180 Demonstranten gegenübergestanden, die antisemitische Sprechchöre angestimmt hatten. Die Polizei in Gelsenkirchen habe an dem Morgen einen ersten Hinweis aus den sozialen Medien entnommen, sei aber nicht von einer bevorstehenden größeren Versammlung ausgegangen, sagte Reul. „Die Bewertung war möglicherweise verbesserungsfähig.“ Die damalige Einschätzung sei aber gewesen: „Da wird nichts passieren.“ Dieser Einsatz werde nun aufbereitet, kündigte der Innenminister an.

Weitere antisemitische Ausschreitungen in Bonn und Solingen

In der Nacht zum 12. Mai waren vor Synagogen in Bonn und Münster israelische Flaggen angezündet worden. In Solingen verbrannten Unbekannte in der Nacht zum 13. Mai eine vor dem Rathaus gehisste israelische Flagge. Zuvor war der Gaza-Konflikt zwischen militanten Palästinensern und Israel wieder eskaliert. (dpa/lnw)

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