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Kind (2) erstickt bei Mittagsschlaf in Kita – fahrlässige Tötung?

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Die Polizei hat einen Spielplatz mit einem Flatterband abgesperrt.
Der Junge war nach dem Mittagsschlaf leblos aufgefunden worden. (Symbolbild) © Wolfgang Kumm/dpa

In Gelsenkirchen ist am Montag ein Zweijähriger in einer Kita gestorben. Er ist offenbar in einem Gitter-Hochbett erstickt.

Gelsenkirchen – Nach dem Tod eines zweijährigen Jungen in einer städtischen Mini-Kita in Gelsenkirchen ist die Todesursache bekannt. Der Junge ist am Montag in seinem Bett erstickt. Das habe die Obduktion des Kindes ergeben, sagte die zuständige Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens am Mittwoch. Die genauen Abläufe würden aber weiter untersucht, dazu sei derzeit keine Aussage möglich.

Die Polizei hat derweil „wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung“ ein Strafverfahren gegen zwei Erzieherinnen (24 und 36) eingeleitet, wie ein Sprecher am Mittwochnachmittag bekannt gab.

Gelsenkirchen: Kita-Kind (2) ist im Hochbett erstickt

Der Zweijährige soll im unteren Bett eines Gitter-Hochbetts gelegen haben, wie die WAZ berichtet. Über ihm war das Brett, auf dem die Matratze des oberen Betts gelegen hat. Dieses soll er hochgedrückt und seinen Kopf durchgesteckt haben. Der Junge wurde dabei offenbar eingeklemmt und ist in dieser Position wahrscheinlich erstickt. All dies beruhe aber auf Vermutungen. Gegen 13:45 Uhr wurde er am Montag in der Kita leblos aufgefunden. Er war reanimiert worden und kurz darauf im Krankenhaus gestorben.

Der Junge würde, wie in solchen Fällen üblich, obduziert, sagte ein Stadtsprecher. Die Kita habe am Dienstag nicht geöffnet und werde auch sicher die ganze Woche geschlossen bleiben. Das betroffene Gitterbett ist zehn Jahre alt. Die Verwaltung versucht nun den Hersteller ausfindig zu machen. Gleichzeitig wurden noch am Dienstag alle Kitas in Gelsenkirchen aufgefordert, ihre Betten nach einer ähnlichen Konstruktion zu untersuchen. Es sei aber kein Aufbau gefunden worden, bei dem sich die Bretter in dieser Form verschieben ließen, berichtet die WAZ.

Kita-Kind (2) stirbt in Gelsenkirchen: OB Welge „zutiefst erschüttert“

Zum Unglückszeitpunkt hatten sich laut Stadt vier Kinder und zwei Erzieherinnen in der Einrichtung befunden. Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Karin Welge (SPD) hatte sich am Montag „zutiefst erschüttert“ über das Unglück gezeigt. In einer Mini-Kita können nach Angaben der Stadt insgesamt neun Kinder im Alter von unter drei Jahren von zwei Tagespflegerinnen oder Pflegern betreut werden.

Wohnungsbaugesellschaften kooperieren dabei mit der Stadt und stellen ihnen Räume für die Kinderbetreuung kostenlos zur Verfügung. Die Räume werden dann kindgerecht umgebaut. Die Zusammenarbeit ist ein in Gelsenkirchen erstmalig umgesetztes NRW-Modellprojekt, das inzwischen mehrere Kommunen übernommen haben. (dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 1. September um 15:07 Uhr aktualisiert. Neuerung: Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet.

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