Problem vor allem in Chefetagen

Gleichstellungsatlas NRW: Ministerin Scharrenbach fordert mehr Frauen in Führungspositionen

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NRW-Ministerin Ina Scharrenbach kritisierte, dass der Frauenanteil in Führungsetagen immer noch deutlich zu gering sei (Archivbild).

Der erste Gleichstellungsatlas für NRW wurde am Montag vorgestellt. Die zuständige Ministerin Ina Scharrenbach bemängelte, dass es weiterhin zu wenig Frauen in Führungspositionen gibt.

Düsseldorf – Frauen sind in den Chefetagen in Ministerien und obersten Behörden Nordrhein-Westfalens immer noch unterrepräsentiert. Zwar ist der Frauenanteil auf allen Leitungsebenen des Landesdienstes in den vergangenen Jahren gestiegen. Aber in den beiden obersten Führungsetagen gibt es nur etwa ein Viertel Frauen. Das geht aus dem ersten Gleichstellungsatlas für NRW hervor, den die zuständige Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Montag vorstellte.

Scharrenbach: Führungsetagen sollen bis 2025 gleichwertig mit Frauen und Männern besetzt sein

Die Daten der Erhebung reichen nur bis zum Jahr 2017, sodass die Entwicklung unter der CDU/FDP-Landesregierung noch nicht erfasst wurde. Bis 2025 müssten die Führungspositionen in der Landesverwaltung paritätisch mit Frauen und Männern besetzt sein, sagte Scharrenbach.

Überraschend ist laut Scharrenbach, dass Spitzenpositionen der Besoldung bei Richtern zu drei Vierteln mit Frauen besetzt seien. Außerdem waren 2017 über alle Schulformen hinweg fast zwei von drei Leitungen weiblich (64 Prozent). Allerdings leiten Frauen laut Scharrenbach fast ausschließlich Grundschulen, während an weiterführenden Schulen Männer die Führungspositionen dominierten. Bei der Polizei in NRW sind nur 20 Prozent der Führungskräfte Frauen.

NRW-Ministerin Scharrenbach wünscht sich mehr Frauen in IT-Berufen

In der Ausbildung fänden Frauen weiter seltener den Weg in technische Berufe als Männer, sagte die Ministerin. „Fachinformatik zum Beispiel ist doch ein superspannender Beruf.“ Auch Frauen müssten IT-Berufe ergreifen. „Digitalisierung darf kein Rückschritt bei der Verwirklichung von Gleichberechtigung sein.“ Zukunftsberufe würden aber offenbar eher von Männern angenommen als von Frauen. Auch im Handwerk müssten mehr junge Frauen gewonnen werden – besonders auch bei Unternehmensnachfolgen.

In Führungspositionen und Aufsichtsratsgremien müsse es eine „neue Normalität“ geben, sagte Scharrenbach. Die Hälfte der Posten müssten künftig mit Frauen besetzt sein. Das gelte auch für die nächste NRW-Landesregierung. Derzeit amtieren in der schwarz-gelben Landesregierung acht Minister und vier Ministerinnen.

Auch in mittelständischen Unternehmen gibt es noch viel Raum für Anpassungen. Hier ging der Anteil von Frauen in Chefetagen seit 2013 sogar zurück. (bs/dpa/lnw)

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