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Hagen: Alles Wichtige über die größte Stadt von Südwestfalen 

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Das Rathaus der Stadt Hagen
Das Rathaus der Stadt Hagen © Bernd Thissen / dpa

Die Großstadt Hagen ist Sitz bedeutender Gerichte und der einzigen Fernuniversität Deutschlands. Doch auch die Kultur prägte die westfälische Stadt.

Hagen - Hagen ist die größte Stadt Südwestfalens. Geografisch gehört sie zum südöstlichen Ruhrgebiet und grenzt unmittelbar an den Märkischen Kreis. Hagen wird deshalb auch gerne als das „Tor zum Sauerland“ bezeichnet. Das zeigt sich auch in der Physiognomie. Einerseits gilt Hagen als grünste Großstadt in NRW, was sich besonders in den südlichen Stadtteilen zeigt. Andererseits ähnelt sie im Zentrum und im Norden dem Aufbau anderer Ruhrgebietsstädte.

Hagen wird bereits sehr früh (775) in den Geschichtsbüchern erwähnt, erlangte aber erst im 17. Jahrhundert durch den Aufbau von Schmieden und Hammerwerken wirtschaftliche und politische Bedeutung. In der Folge entwickelte sich die Stadt zum Amtssitz und Standort der Kreisverwaltung im Regierungsbezirk Arnsberg. Im späten 19. Jahrhundert erlebte sie infolge der Industrialisierung und Urbanisierung eine wirtschaftliche Blütezeit und wurde zur kreisfreien Stadt. Der Anstieg der Zahl der Einwohnerzahl über 100.000 erfolgte 1928 und damit das Erreichen der Bezeichnung Großstadt. Auch nach dem 2. Weltkrieg konnte Hagen seine Vormachtstellung sowohl wirtschaftlich, politisch als auch verwaltungsrechtlich in Südwestfalen behaupten.

Stadt Hagen: Postleitzahlen, Vorwahlen, Autokennzeichen

Hagen PLZ58089, 58091, 58093, 58095, 58097, 58099, 58119, 58135
Hagen Vorwahl02331, 02334, 02337, 02304
Hagen Kfz-KennzeichenHA

Als kreisfreie Großstadt hat Hagen mit HA ein eigenes Autokennzeichen, eigene Postleitzahlen von 58089 bis 58135 und die Telefonvorwahl 02331.

Hagen: Bevölkerung und Landschaftsform

Nach Angabe der eigenen Verwaltung hatte Hagen am 31. Dezember 2020 194.938 Einwohner. Diese sind nicht gleichmäßig auf die gesamte Großstadt verteilt, sondern konzentrieren sich vorwiegend auf das Zentrum und die nördlichen Stadtteile. Richtung Süden und Südosten wird die Besiedlung immer dünner und ähnelt strukturell der des benachbarten Sauerlands.

Diese Zweiteilung entspricht auch dem Landschaftsbild. Die nördlichen Stadtteile und das Zentrum wurden aufgrund eines ungebremsten Fortschrittsglaubens und der zunehmenden Motorisierung in der Nachkriegszeit total umstrukturiert und umgebaut. Die historischen Bauten mussten weichen und es blieb ein typisches funktional geprägtes Stadtbild übrig.

Innerhalb dieses Gebildes haben sich verschiedene Institutionen und Einrichtungen angesiedelt, die die Bedeutung Hagens als Metropole in Südwestfalen bestätigen. Dazu gehören die Südwestfälische Handelskammer (SIHK) und bedeutsame Gerichte wie das Amtsgericht Hagen, das Landgericht Hagen und ein Arbeitsgericht. Der Sitz der einzigen deutschen Fernuniversität, mit über 70.000 Studenten größte Universität Deutschlands, hat sogar dazu geführt, dass die Ortsangabe erweitert wurde. „Stadt der Fernuniversität“ ist nun offiziell auf allen Ortsschildern zu lesen.

Ganz anders sieht es im Süden und entlang der Täler der vier Flüsse (Ruhr, Lenne, Ennepe, Volme) aus. Hier beherrschen neben den Gewässern, Wälder und Wiesen das Aussehen der Landschaft, umgeben von kleineren Erhebungen.

Hagen: Stadtbezirke und Stadtteile

Die Stadt Hagen ist unterteilt in insgesamt fünf Stadtbezirke, auf die sich insgesamt 13 Ortsteile verteilen.

Hagen StadtbezirkOrtsteile
MitteMittelstadt, Altenhagen, Hochschulviertel, Ernst, Wehringhausen
NordVorhalle, Boele
HaspeHaspe-Ost, Haspe-West
Eilpe/DahlEilpe, Dahl
HohenlimburgHohenlimburg, Lennetal

Hagen: Verkehrsanbindung

Kulturelle Entwicklungen in Hagens Geschichte

Die Kulturlandschaft Hagens ist nachhaltig von zwei Entwicklungen geprägt worden und hat die Stadt über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht:

Ende des 19. Und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Unternehmer und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus (46, † 1921) sehr aktiv im kulturellen Bereich. Eines seiner bedeutsamsten Projekte war die Errichtung des ersten Folkwangmuseums, für dessen Planung und Bau er den weltberühmten Architekten Henry van de Velde (84, † 1957) gewinnen konnte. Osthaus konnte weitere wichtige Architekten und Künstler für die Zusammenarbeit in Hagen interessieren, die dort ihre Spuren hinterlassen haben. Eindrucksvoll lässt sich das im von van de Velde entworfenen Hohenhof besichtigen, der als ein Gesamtkunstwerk des Jugendstils betrachtet werden kann, weil hier das Gebäudekonzept und das gesamte Inventar in Einklang miteinander stehen.

Die zweite wichtige Kulturentwicklung fand zu Beginn der 1980er Jahre statt und machte Hagen zur musikalischen Metropole Deutschlands. Einen wesentlichen Anteil hatte die „Neue deutsche Welle“, die einige wichtige Vertreter aus Hagen verzeichnete:

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