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Frau in Hamm mit Eisenstange erschlagen - Ehemann (84) festgenommen

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Von: Frank Lahme

In der Nacht zu Dienstag kam es in Hamm zu einem Tötungsdelikt. Eine 81-Jährige wurde mit einer Eisenstange erschlagen. Die Polizei nahm ihren Ehemann (84) fest.

Hamm - Der Tatort ist ein Mehrfamilienhaus in Hamm-Lohauserholz. Ein 84-jähriger Senior soll seine 81-jährige Ehefrau in der gemeinsam bewohnten Wohnung erschlagen haben. Der Sachverhalt scheint eindeutig. Alle Seiten gehen von einem letztlich tragischen Geschehen aus.

Der 84-jährige Rentner soll in den zurückliegenden Monaten Wahnvorstellungen entwickelt haben, berichtet wa.de. So soll der bislang gänzlich unbescholtene Mann, wann immer er zuletzt ein Polizeiauto sah, befürchtet haben, verhaftet zu werden. Aus Angst und zur Verteidigung vor Einbrechern hatte er zudem eine Eisenstange und eine Vierkantholz neben der Wohnungstür deponiert.

Tötungsdelikt in Hamm: Leichnam lag im Schlafzimmer

Diese beiden Werkzeuge waren nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Carsten Dombert auch die Tatwaffen, mit der die Ehefrau erschlagen wurde. Der Beschuldigte verständigte offenbar unmittelbar nach der Tat über den Notruf 112 die Rettungskräfte. Wenig später wurde er von der Polizei festgenommen. Die Ehefrau wurde im Schlafzimmer neben dem Bett aufgefunden. Jede Hilfe kam für sie offenbar zu spät.

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, war das Paar seit 62 Jahren verheiratet gewesen. Übergriffe oder Streitigkeiten habe es nie gegeben. „Kinder, Enkel und Nachbarn haben uns mitgeteilt, dass sie eine glückliche Ehe geführt hatten. Sie haben haben beide auch am sozialen Leben teilgenommen“, sagte Oberstaatsanwalt Dombert.

84-Jähriger aus Hamm festgenommen und in forensischer Psychiatrie untergebracht

Der 84-Jährige wurde ins Polizeigewahrsam verbracht. Am Mittwoch wurde er von einem psychiatrischen Sachverständigen untersucht. Der kam zu dem (vorläufigen) Schluss, dass der 84-jährige in der Tatnacht nicht schuldfähig gewesen sei. Wie Oberstaatsanwalt Carsten Dombert gegenüber dem WA erklärte, habe der Gutachter ein „Delir“ festgestellt. Der Senior habe seine Frau für jemanden anderes gehalten. Der Senior wird bis auf Weiteres in einer forensischen Psychiatrie untergebracht.

Rechtsanwalt Dennis Kocker hat die Verteidigung des Mannes übernommen. „Es sieht so aus, als dass es sich um einen tragischen Vorfall handelt“, sagte der Fachanwalt für Strafrecht. „Soweit möglich, werden wir an der Aufklärung mitwirken und auch mit der Staatsanwaltschaft reden“, kündigte Kocker am Dienstagnachmittag an.

Leichenfunde in Hamm

Der Fall ist bereits das dritte Tötungsdelikt innerhalb weniger Wochen. Ende Juni hatte ein Radfahrer in Sandbochum den verkohlten Leichnam einer Teenagerin aus Letmathe gefunden. Anfang Juli wurden schließlich im Hammer Osten die Leichen von zwei Männern (52, 40) aus Hamm und Bad Sassendorf in einem Wohnhaus entdeckt.

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