1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Hauptbahnhof Köln trauriger Spitzenreiter – in gleich zwei Bereichen

Erstellt:

Von: Stefanie Knupp

Polizisten stehen im Kölner Hauptbahnhof.

Im Kölner Hauptbahnhof gab es die meisten Drogendelikte im letzten Halbjahr (Symbolbild). © Federico Gambarini/dpa

In einer Negativ-Statistik zu Kriminalität an deutschen Bahnhöfen liegt Köln in Sachen Drogen und Diebstahl ganz vorne. Andere NRW-Bahnhöfe tauchen ebenfalls weit vorne auf.

NRW – Gerade an den großen Bahnhöfen kommt es immer wieder zu Straftaten. Welche Bahnhöfe im letzten halben Jahr besonders betroffen waren, teilte das Bundesinnenministerium jetzt in einer Antwort auf eine Anfrage der AfD-Fraktion mit.

In Sachen Drogenkriminalität stehen drei NRW-Bahnhöfe im Bundesvergleich an der traurigen Spitze. Am schlimmsten betroffen ist der Kölner Hauptbahnhof. Die Behörden verzeichneten dort zwischen Juli und Dezember 2020 am 272 Delikte mit Betäubungsmitteln. 235 Fälle waren es am Essener und 206 Fälle am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Zuletzt wurde der Fall eines sogenannten „Bodypackers“ am Kölner Hauptbahnhof bekannt. In seinem Körper hatte er Drogen in zwei Plastikeiern versteckt.

Köln Hauptbahnhof: Behörden verzeichneten 504 Eigentumsdelikte

In Köln kam es zudem zu 15 Verstößen gegen das Waffengesetzt, was bundesweit die meisten waren. Am Essener Hauptbahnhof waren es 14. Bei Eigentumsdelikten wie Diebstahl liegt der Kölner Hauptbahnhof in der Negativ-Statistik 504 Taten auf Platz drei. Bei den Gewaltdelikten im letzten haben Jahr verzeichneten die Behörden am Hauptbahnhof Hamburg mit 300 Fällen die meisten Taten.

Auf die Frage nach Gemeinsamkeiten zwischen den genannten und weiteren Bahnhöfen und nach Ursachen für das Auftauchen in der Statistik gibt das Ministerium ebenfalls Antworten. Es handle sich um „Großbahnhöfe in urbanen Ballungszentren mit Anbindung auch an Schienennetze benachbarter Länder“. Große Bahnhöfe in städtischen Ballungszentren entfalteten eine „Sogwirkung auf Kriminelle“, was vor allem an deren ständigem Betrieb, ihrer „Betriebsamkeit“, Möglichkeiten zur Ver- und Entsorgung und zur An- und Abreise liege. In der Nähe lägen zentrale Omnibusbahnhöfe, Sozialstationen und Drogenkonsumräume.

Köln Hauptbahnhof: Bundespolizei sorgt für Sicherheit und wird selbst angegriffen

Für die Sicherheit in Bahnhöfen ist die Bundespolizei zuständig. Die Beamten werden jedoch auch selbst zu Opfern von Gewalt. Das Bundesinnenministerium schrieb in seiner Antwort, dass im letzten Halbjahr insgesamt 198 Bundespolizisten im Dienst bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in Bahnhöfen oder Zügen verletzt worden seien. 35 von ihnen seien zunächst dienstunfähig gewesen. Zu solchen Fällen kommt es auch in NRW. In Köln ist ein Mann wegen einer Ticketkontrolle ausgerastet. Er verletzte drei Bundespolizisten.

Außerhalb des Bahnhofsgeländes ist die örtliche Polizei zuständig. Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen soll eigentlich für zusätzliche Sicherheit sorgen. Ein Bürger aus Köln hat jedoch gegen die Überwachung des Breslauer Platzes an der Nordseite des Kölner Hauptbahnhofs geklagt. (sk mit dpa)

Auch interessant