Vorfälle in Hennef-Blankenberg

Wolf soll elf Schafe gerissen haben: „Mit diesem Tier ist nicht zu spaßen“

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Im Rhein-Sieg-Kreis soll es zu mehreren Wolfsangriffen gekommen sein. (Symbolbild)
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Ein Wolf soll in Hennef-Blankenberg Schafe gerissen haben. Vermutlich schlug das Tier auch in Rheinland-Pfalz schon zu.

Hennef – Im Rhein-Sieg-Kreis treibt aktuell vermutlich ein Wolf sein Unwesen. „In Hennef-Blankenberg fanden wir insgesamt 11 gerissene Schafe vor, manche von ihnen waren verletzt und fünf Lämmer sind seit dem Vorfall vergangene Woche verschwunden“, so Simon Darscheid, Bezirksvorsitzender des Schafzuchtsverbandes NRW, gegenüber 24RHEIN.

Hennef-Blankenberg: Wolf soll mehrere Schafe gerissen haben – „Mit diesem Tier ist wirklich nicht zu spaßen“

Auch auf Facebook äußerte sich Darscheid über den mutmaßlichen Wolfs-Angriff: „Mit diesem Tier ist wirklich nicht zu spaßen“, schrieb er dort in einem Post. Denn tatsächlich soll der Wolf auch schon in anderen Regionen einen erheblichen Schaden angerichtet haben. „Ich vermute, dass es sich bei dem Wolf, der vermutlich die Schafe in Hennef-Blankenberg getötet hat, um dasselbe Raubtier handelt, dass auch in Rheinland-Pfalz schon mehrere Nutztiere gerissen hat“, so der Bezirksvorsitzende des Schafzuchtsverbandes NRW.

Das Tier könnte von Bayern über Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nach Nordrhein-Westfalen gekommen sein und nun nach Norden weiterziehen, so die Vermutung. In Mönchengladbach wurde vor kurzem ebenfalls ein Wolf vermutet, die vermeintlichen Sichtungen stellten sich jedoch als Hund heraus.

Wolf-Attacke: Raubtier tötet Schafe – Bissspuren deuten auf Wolf hin – DNA-Proben wurden eingeschickt

Eindeutige Beweise dafür, dass ein Wolf für die toten Schafe in Hennef-Blankenberg, etwa 30 Kilometer von Bonn entfernt, fehlen bislang noch. Gemeinsam mit Revierförstern und einen Wolfsberater konnte Darscheid jedoch DNA-Proben von den Bissspuren am Hals der Schafe entnehmen, erzählt Darscheid. „Bis das Ergebnis aus dem Labor vorliegt, dauert es jedoch circa vier bis fünf Wochen“, so Simon Darscheid.

Wolf im Rhein-Sieg-Kreis unterwegs: Letzte Wolfs-Angriffe in der Region liegen eineinhalb Jahre zurück

„Die letzte Wolfs-Attacke hier in unserer Region liegt schon eineinhalb Jahre zurück. Bei uns kommt es eigentlich nicht sehr häufig zu solchen Vorfällen“, so Darscheid im Gespräch mit 24RHEIN. Zwar lebt in Eitorf sogar ein ganzes Wolfsrudel (bekannt als Leuscheider Wolfsrudel), das richtet jedoch keinen Schaden an. Unter anderem deshalb gehen wir davon aus, dass es sich um einen einzelnen Wolf handelt.“

Hennef-Blankenberg: Wolf soll vermutlich Schafe gerissen haben – Notfallzaun soll erneuten Angriff abwehren

Um den Wolf davon abzuhalten, noch einmal zu den übrigen Schafen in Hennef-Blankenberg zurückzukehren und weitere Tiere zu verletzen oder zu töten, hat Simon Darscheid nun gemeinsam mit dem Schaf-Halter und weiteren Kollegen einen Notfallzaun errichtet. Der Zaun wurde ihnen von der Biostation Rhein-Sieg zur Verfügung gestellt. Mit 10.000 Volt und 1,20 Metern Höhe soll der wolfsabweisende Nachtpferch die Schafe nun vor dem hungrigen Raubtier schützen.

Übrigens hat auch die Wölfin „Gloria“ im Kreis Wesel mehrere Schafe auf dem Gewissen. Weil sie in der Region immer wieder Schafe und andere Weidetiere tötete, forderte ein Bürgerforum nun den Abschuss der Wölfin. Das Verwaltungsgericht in Düsseldorf wird am 6. Mai um 9:30 Uhr über die Tötung der Wölfin „Gloria“ verhandeln. (nb)

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