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Hennef: Einbrecher entdeckt brisantes Material und gibt Polizei einen Tipp – Opfer des Diebs muss vor Gericht

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Ein Mann mimt einen Einbrecher und benutzt ein Brecheisen, um eine gekippte Terrassentür aufzuhebeln
Ein Einbrecher versucht mit einem Brecheisen, eine gekippte Terrassentür aufzuhebeln. (Symbolbild) © Philipp von Ditfurth/dpa

Als ein Mann bei seinem Nachbarn einbricht, entdeckt er kinderpornografisches Material. Als die Polizei den Dieb fasst, weist er die Beamten darauf hin. Der Nachbar muss vor Gericht.

Bonn – Bei einem Einbruch hat ein Dieb unerwartet kinderpornografisches Material entdeckt - und den Fall angezeigt, als er später selbst gefasst wurde. Wegen Besitzes von rund 16.000 kinderpornografischen Bilddateien wurde der Bewohner, ein 41-Jähriger aus Hennef, nun zu einem Jahr Haft mit Bewährung verurteilt, wie ein Sprecher des Landgerichts Bonn am Donnerstag mitteilte.

Einbruch in Hennef: Dieb gibt Polizei wichtigen Tipp und kommt glimpflich davon

Der Einbrecher kam dagegen glimpflicher davon: Er erhielt einen Strafbefehl über 750 Euro. Der Mann war bei seinem Nachbarn eingestiegen und hatte ein Fahrrad sowie 150 D-Mark mitgenommen, die er bei der Bundesbank in Euro umtauschte. Von den kinderpornografischen Dateien ließ der Einbrecher dabei wohlweislich die Finger, wie das Gericht feststellte.

Der Angeklagte war in erster Instanz vom Amtsgericht Siegburg verurteilt worden, wogegen er Berufung einlegte. Er behauptete, Nachbarn hätten ihm das strafbare Material in seiner Abwesenheit auf die Festplatten gespielt und so untergeschoben. Nach einer Verhandlung am Landgericht Bonn zog er die Berufung zurück. Dadurch sei das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Siegburg rechtskräftig geworden, sagte eine Sprecherin des Landgerichts.

Weiterer Einbruchsfall aus Rhein-Sieg-Kreis: 7,5 Jahre Haft für Serientäter

Das Bonner Landgericht hat erst vergangene Woche einen Mann wegen Einbruchdiebstahls in 22 Fällen zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag mitteilte, ist in das Urteil eine Haftstrafe des Landgerichts Berlin miteinbezogen. Der Täter brach er in Einfamilienhäuser im Rhein-Sieg-Kreis und im Raum Bonn ein. Als er seinen Tatort nach Berlin verlegte, wurde er geschnappt.

Der 46-Jährige verurteilte Serbe war seit 2014 fünf Winter lang eigens nach Deutschland eingereist, um durch Einbrüche Geld zu verdienen und die Familienkasse aufzufüllen. (dpa)

Hinweis: Einige Passagen wurden aufgrund neuer Informationen aktualisiert.

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