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Das ist Herbert Reul, der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen

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Herbert Reul, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen (CDU), spricht bei einer Pressekonferenz
Herbert Reul, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen © picture alliance/dpa | Henning Kaiser

Herbert Reul gibt sich gerne als Hardliner, der die Kriminalität in Nordrhein-Westfalen nachhaltig verringern will. Mit seiner harten Haltung gegenüber den Aktivisten im Hambacher Forst zog er sich den Zorn der jüngeren Bevölkerung zu.

Düsseldorf – Herbert Reul war als Abgeordneter der CDU im Europa-Parlament von Brüssel aktiv, als seine Partei 2017 die Wahl in NRW gewann. Als Armin Laschet ihm den Posten des Innenministers anbot, musste er nach eigenen Angaben zögern. Heute sieht er sich als Vorkämpfer für die innere Sicherheit des bevölkerungsreichsten Bundeslandes, der eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Kriminalität verfolgt.

Herbert Reul: Karriere

Herbert Reul wurde 1952 in der Kleinstadt Langenfeld zwischen Düsseldorf und Köln geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Universität Köln Sozialwissenschaft und Erziehungswissenschaft auf Lehramt und unterrichtete von 1981 bis 1985 am Städtischen Gymnasium von Wermelskirchen. Anschließend ließ er sich beurlauben, um sich ganz seiner politischen Karriere zu widmet. Er ist verheiratet, hat drei erwachsene Töchter und lebt heute in Leichlingen.

Herbert Reul: Politik und Ämter

Herbert Reul trat 1971 im Alter von 19 Jahren in die CDU ein und bekleidete seither mehrere Ämter für seine Partei.

Die wichtigsten Stationen im Überblick:

1975 bis 1992CDU-Stadtrat in Leichlingen
1985 bis 2004Mitglied des Landtags von NRW
1985 bis 1991Schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion
ab 1987Mitglied des Landesvorstandes der CDU Nordrhein-Westfalen
1991 bis 2003Generalsekretär der NRW-CDU
1990 bis 2007Vorsitzender der CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis
seit 2007Ehrenvorsitzender der CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis
seit 2003Bezirksvorsitzender der CDU im Bergischen Land
2004 bis 2017Mitglied des Europarlaments in Brüssel
2012 bis 2017Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament

Während seiner Zeit in Brüssel sah er sich Kritik ausgesetzt, weil er gleichzeitig als bezahltes Aufsichtsratsmitglied der Kölner Rheinenergie AG aktiv war und somit die Gefahr von Interessenskonflikten bezüglich nachhaltiger Politik und grüner Technologien bestand.

Im September 2017 wurde bekannt, dass Herbert Reul im Juli des Monats noch Bezüge als Europaparlamentarier erhalten hatte, obwohl er bereits von der Landesregierung NRW bezahlt wurde. Da eine Rücküberweisung nicht möglich war, spendete er die Summe von 6.600 Euro an die Polizei-Stiftung NRW.

Herbert Reul: Die Wahl 2017 und das neue Ressort

2017 gewann die CDU mit knappem Vorsprung die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und ging mit der FDP eine schwarz-gelbe Koalition ein. Bei der Suche nach dem geeigneten Leiter für das Ressort des Innenministeriums fiel die Wahl von Ministerpräsident Armin Laschet auf den Europapolitiker Herbert Reul.

Zu den ersten großen Amtshandlungen seiner neuen Karriere zählte die Reform des Polizeigesetzes in NRW, die vor allem aufgrund der Ausweitung der Videoüberwachung und der Überwachung der Telekommunikation von Datenschützern und Bürgerrechtlern kritisiert wurde. Der Minister erneuerte ein Programm für Aussteiger aus der rechten Szene und initiierte erstmals ein vergleichbares Programm für Linksextremisten.

Zu seinen größeren Erfolgen zählen die verstärkten Einsätze gegen die organisierte Clankriminalität im bevölkerungsreichsten Bundesland. Mehrmals kam es zu groß angelegten Razzien und Kontrollaktionen mit Schwerpunkt Ruhrgebiet.

Im Bereich Kindesmissbrauch engagierte sich Herbert Reul mit Millioneninvestitionen und einer Vervierfachung des Personals. Dabei erreichte er eine Aufklärungsquote von 93,2 Prozent. Zweimal wurden in NRW große Missbrauchsfälle aufgedeckt: im westfälischen Lügde und in Bergisch-Gladbach bei Köln.

Herbert Reul und der Hambacher Forst

Beim Streit um die Abholzung des verbliebenen Hambacher Forsts für die Braunkohleförderung gab Herbert Reul den Hardliner. Er sah in der Besetzerszene „gefährliches linksextremes Potenzial heranreifen“. Im Rahmen der Proteste kam es angeblich innerhalb von vier Monaten zu 1.500 Polizeieinsätzen. Kritiker nannten diese Zahlen maßlos übertrieben und warfen dem Minister vor, als Handlanger des Energiekonzerns RWE zu agieren.

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