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Steinbachtalsperre: Zahl der Todesopfer steigt auf 34, noch 370 Vermisste

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Von: Johanna Werning

Luftaufnahme Drohnenaufnahme Damm der Steinbachtalsperre
Der Damm der Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen. © Rhein-Sieg-Kreis

Ticker: Die Steinbachtalsperre bei Euskirchen ist nach Unwettern vollgelaufen. 33 Personen sind gestorben. Dutzende werden noch vermisst. Die Dammbruch-Gefahr ist noch nicht gebannt.

Update, 17. Juli, 22:12 Uhr: Der Rhein-Sieg-Kreis warnt Bewohner der evakuierten Gebiete in Swistal und Rheinbach nochmal eindrücklich vor der Rückkehr: „Gehen Sie auf keinen Fall in Ihre Häuser und Wohnungen zurück. Bleiben Sie in der Anlaufstelle oder versuchen Sie nach Möglichkeit, im Freundes-, Familien oder Bekanntenkreis außerhalb der betroffenen Bereiche unterzukommen.“ Trotz des sinkenden Pegels müsse weiterhin mit einem plötzlichen Versagen der Mauer der Steinbachtalsperre gerechnet werden.

Polizei setzt 200 Beamte gegen Plünderer und Katastrophentouristen ein

Update, 21:03 Uhr: Die Polizei beteiligt sich mit einem Großaufgebot an den Sucharbeiten im Katastrophen-Gebiet unterhalb der Steinbachtalsperre:

Katastrophe Steinbachtalsperre: Zahl der Todesopfer steigt auf 34 - noch 370 Vermisste

Laut Polizei Köln wurden weitere Opfer der Flutkatastrophe gefunden. Die Zahl der Toten steigt auf insgesamt 34, davon 26 aus dem Kreis Euskirchen, 8 aus dem Rhein-Sieg-Kreis (Stand 17. Juli, 19 Uhr). Noch immer werden Menschen in den Flutgebieten vermisst. Es wurden 300 Vermisste aus dem Kreis Rhein-Sieg und 70 aus dem Kreis Euskirchen von den Behörden erfasst.

Steinbachtalsperre: Wasserspiegel sinkt langsamer als erwartet

Update, 20:20 Uhr: Vorsichtig optimistische Nachrichten zur vom Dammbruch bedrohten Steinbachtalsperre (Kreis Euskirchen): Nach Angaben der Bezirksregierung Köln kann der Druck auf den Damm seit Freitagabend fortgehend reduziert werden: Es wird Wasser abgelassen und zusätzlich mit Hilfe von THW und Feuerwehr Wasser aus der Talsperre abgepumpt. „Die Lage bleibt angespannt, aber eine Evakuierung zusätzlicher Ortschaften ist nach aktueller Gefährdungseinschätzung nicht erforderlich“, so die Bezirksregierung.

Ursprünglich hatten Fachleute erwartet, dass die Steinbachtalsperre bis Sonntagnachmittag nur noch zu Zweidritteln gefüllt ist. Damit hätte vorerst Entwarnung gegeben werden können. Doch der Wasserstand sinkt langsamer als erwartet. Laut Bezirksregierung Köln „wird die Lage in enger Abstimmung mit dem Kreis Euskirchen, der Stadt Euskirchen, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Betreiber der Talsperre noch einmal neu bewertet“ - und zwar am Sonntag.

Flutkatastophe Steinbachtalsperre: Hotline für Angehörige von Vermissten

Unter Telefon 0221-147-2206 können sich besorgte Angehörige melden, die jemanden vermissen. Die Hotline wurde unter Koordination der Bezirksregierung Köln für Betroffene der Flutkatastrophe Steinbachtalsperre eingerichtet.

Noch viele Vermisste im Kreis Euskirchen und Rhein-Sieg-Kreis

Update, 17:59 Uhr: Die Suche nach Vermissten im Kreis Euskirchen und dem Rhein-Sieg-Kreis läuft weiter unter sehr schweren Bedingungen. Wie die Polizei Köln mitteilt, erschweren unterspülte und weggerissene Straßen sowie instabile und weiterhin einsturzgefährdete Gebäude die Sucharbeiten erheblich. „Dadurch sind die Krisenstäbe gezwungen zu bewerten, wo die Gefahrenlage eine intensivere Suche mit verstärkten Kräften und speziellem technischen Gerät zulässt“, so ein Sprecher der Polizei.

Zurzeit seien Einsatzhundertschaften in Euskirchen und Schleiden im Einsatz. Diese werden bei Bedarf von Spezialeinheiten, beispielsweise Einsatztauchern und Höheninterventionsteams unterstützt. „Mehrere Dutzend Menschen aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis und Euskirchen gelten aktuell weiterhin als vermisst. Die Überprüfung der über 500 Vermisstenmeldungen bei der ‚Hotline für vermisste Personen‘ des Rhein-Sieg-Kreises dauert an“, so der Polizeisprecher weiter.

Neben den zwei Toten, die in Köln gefunden wurden, hat die Polizei Stand 15:00 Uhr bislang Kenntnis über 26 Tote aus dem Kreis Euskirchen und sieben Tote im Rhein-Sieg-Kreis. „Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort und Todesumständen wird die Polizei zum Schutz der Angehörigen weiterhin nicht veröffentlichen“, heißt es weiter. Bewohner sollen auf keinen Fall in die betroffenen Gebiete zurückkehren, sondern eine Freigabe durch die Polizei oder die Krisenstäbe abwarten.

Steinbachtalsperre bei Euskirchen: Weiterhin akute Überflutungsgefahr

Hochwasser in NRW, Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen, der Damm drohte zu brechen, THW und Feuerwehr
Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW versuchen einen Dammbruch der Steinbachtalsperre zu verhindern. © Jochen Tack / Imago

Update, 17. Juli, 13:02 Uhr: Wie die Bezirksregierung Köln mitteilt, drohe auch weiterhin akute Überflutungsgefahr unterhalb der Steinbachtalsperre. Da große Teile des Damms durch die Überströmung weggebrochen sind, sei es möglich, dass der Absperrdamm „versage“.

Der Damm ist „äußerst instabil und droht zu brechen“, so eine Sprecherin der Bezirksregierung. Durch den hohen Wasserstand steht der Damm unter enormen Druck. Inzwischen konnte jedoch der Grundablass freigelegt werden. Aktuell können knapp 6 Kubikmeter pro Sekunde aus der Talsperre abgegeben werden.

Erst wenn die Talsperre zu zweidrittel leer ist, kann laut Experteneinschätzung eine Entwarnung gegeben werden. Das könnte eventuell Sonntagnachmittag gegen 15 Uhr der Fall sein. „Bis dahin besteht daher weiterhin akute Dammbruchgefahr“. Vorsorglich sind weitere Evakuierungen im Hochwasserbereich geplant.

Hochwasser: JVA Euskirchen geräumt

Update, 17. Juli, 12:52 Uhr: Die Justizvollzugsanstalt Euskirchen ist aufgrund des Hochwassers weitgehend geräumt worden. Die Versorgung mit Strom und Wasser sei gestört, sagte ein Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion NRW am Samstag. Ein Teil der Gefangenen sei deshalb in andere Anstalten verlegt worden. Für andere gebe es Vollzugslockerungen wie Langzeitausgänge. Da Euskirchen eine Haftanstalt des offenen Vollzugs mit etwa 380 Plätzen ist, sind einige Häftlinge auch in Euskirchen geblieben.

Steinbachtalsperre bei Euskirchen: 24 Tote – 60 Vermisste

Update, 17. Juli, 12:08 Uhr: Nach der Überflutung der Steinbachtalsperre bei Euskirchen ist die Lage weiterhin dramatisch. Mindestens 24 Menschen sind gestorben. 60 Personen werden weiterhin vermisst. Viele Orte wurden überschwemmt. Mehrere Menschen wurden evakuiert. Derzeit laufen umfangreiche Aufräumarbeiten und der Aufbau der öffentlichen Infrastruktur. Unzählige Einsatzkräfte sind weiterhin im Einsatz.

Steinbachtalsperre bei Euskirchen: Menschen können am Sonntag in überflutete Orte zurückkehren

Update 16. Juli 2021, 22:21 Uhr: Die im Kreis Euskirchen evakuierten Menschen sollen voraussichtlich am Sonntag wieder in die überfluteten Ortschaften zurückkehren können. Das gab der Kreis Euskirchen vor wenigen Minuten bekannt. Derzeit werde so viel Wasser aus der Steinbachtalsperre abgelassen, dass eine Rückkehr bei gleichbleibendem Wetter am Sonntag möglich sein sollte. Den genauen Zeitraum für die Rückkehr werde der Kreis noch bekannt geben.

Steinbachtalsperre: 6 Kubikmeter Wasser pro Sekunden werden abgelassen

Update, 21:15 Uhr: Auch der Kreis Euskirchen hat inzwischen bestätigt, dass der Grundablass der Steinbachtalsperre freigelegt werden konnte. „Bis zu 6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde werden derzeit kontrolliert über den Ablauf aus der Talsperre abgelassen“, heißt es vonseiten des Kreises. Damit reduziere sich auch der Druck auf den Damm. Es bestehe laut Kreis Euskirchen keine Flutgefahr für die betroffenen Stadtteile und Dörfer. „Das Wasser in den entsprechenden Bächen wie beispielsweise Steinbach wird steigen, aber nicht das verbreiterte Bachbett verlassen.“ Die Lage bleibe weiterhin angespannt.

Update, 20:37 Uhr: Im Rhein-Sieg-Kreis schalten Menschen in überfluteten Räumen in den nicht-evakuierten Bereichen den Strom wieder ein. Der Rhein-Sieg-Kreis teilt mit, dass die Leitstelle mehrere solcher Meldungen erhalten habe. „Davor wird eindringlich gewarnt. Das kann lebensgefährlich sein!“, betont der Kreis. Man solle den Strom ausgeschaltet lassen, bis alle Räume des Hauses leer gepumpt sind.

Steinbachtalsperre: Grundablass freigelegt – „Lage weiterhin kritisch“

Update, 20:29 Uhr: Der Grundablass der Steinbachtalsperre konnte freigelegt werden. Das berichtet der Rhein-Sieg-Kreis. Man könne nun über diese Öffnung Wasser ablassen, um das Bauwerk zu entlasten. Auch Pumpen sind weiterhin im Einsatz, um den Wasserspiegel zu senken und den Druck zu reduzieren. „Die Lage ist jedoch weiterhin kritisch: Mit einem plötzlichen Versagen der Mauer der Steinbachtalsperre muss weiterhin jederzeit gerechnet werden“, so eine Sprecherin des Rhein-Sieg-Kreises.

Weiterhin sollen evakuierte Menschen aus Swisttal und Rheinbach auf keinen Fall in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. „Bleiben Sie in der Anlaufstelle oder versuchen Sie nach Möglichkeit, im Freundes-, Familien oder Bekanntenkreis außerhalb der betroffenen Bereiche unterzukommen. Wenn Sie Ihr Zuhause noch nicht verlassen haben, tun Sie dies unbedingt“, so die Kreissprecherin weiter.

Steinbachtalsperre: Keine Entwarnung

Update, 19:50 Uhr: Es gibt immer noch keine Entwarnung an der Steinbachtalsperre. Der Kreis Euskirchen teilt mit, dass die Evakuierung bestehen bleibe – wie lange, sei noch nicht abzusehen. Die Lage an der Steinbachtalsperre sei stabil, aber weiterhin nicht unkritisch. „Der Grundablass ist weiterhin verstopft. Es wird mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet. Zusätzlich wurde ein Überlaufrohr freigepumpt wodurch weiteres Wasser abgelassen wird“, heißt es. Die Einsatzkräfte pumpen immer noch mit Hochleistungspumpen Wasser aus dem See ab, um den Druck auf den Damm zu verringern.

Auch das Abkochen von Leitungswasser wird weiterhin empfohlen. Außerdem sollen die Menschen ihren Wasserverbrauch reduzieren. „Derzeit können wir nicht sicher ausschließen, dass es durch Rohrbrüche und Starkregen zu einem Eintrag von Oberflächenwasser und somit Keimen in das Trinkwassernetz gekommen ist.“ Diese Warnung gilt besonders für die Orte Kall, Gemünd, Oberhausen und Marmagen.

Im Bereich Satzvey kommt es durch die Inbetriebnahme eines Wasserwerks weiterhin zu „schmutzigem Wasser“. „Betroffen sind ab dem Abend voraussichtlich: Satzvey, Antweiler, Wachendorf, Lessenich, Euenheim, Wisskirchen, Firmenich, Obergartzem, Elsig und Enzen“, teilt der Kreis mit. Die Verfärbung durch Eisen und Mangan könne mit einem Kaffeefilter behoben werden. Es gelte auch hier das Abkochgebot. Das Wasser sei für die Gesundheit nicht gefährlicher, als das restliche im Kreis.

Überschwemmungen Euskirchen: Neue Hotline für Vermisste eingerichtet

Update, 18:38 Uhr: Der Kreis Euskirchen hat neue Bürgerhotlines eingerichtet. Wer vermisste Personen melden möchte, kann das unter der Rufnummer 02251 - 15 1111. Die allgemeine Bürgerinfo ist unter 02251 - 15 888 zu erreichen. „Die Kollegen sind die ganze Nacht für Euch da“, so der Kreis Euskirchen. Ab Samstag sind die Telefone täglich von 8 bis 18 Uhr erreichbar.

Überschwemmungen Euskirchen: Wohl keine Risse an Steinbachtalsperre

Update, 17:00 Uhr: Nach ersten Überprüfungen sind am Damm der Steinbachtalsperre keine Risse zu erkennen. Mit einer Drohne wurde der Damm untersucht, so eine Sprecherin des Kreis Euskirchen. Die Lage an der Steinbachtalsperre ist stabil, „aber nicht unkritisch“.

Der Grundabfluss der Talsperre sei nach wie vor verstopft. Um Druck aus der Anlage zu nehmen, pumpen Einsatzkräfte mithilfe von Hochleistungspumpen Wasser aus der Talsperre ab. Auch weiterhin gelten für Weilerswist sowie Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim die Evakuierungen. Der Kreis Euskirchen appelliert an die Bewohner, noch nicht in die Häuser zurückzukehren.

Überschwemmungen Euskirchen: Bonner organisieren private Notunterkünfte

Update, 16:32 Uhr: Nach dem Bonn bereits Betroffenen aus dem vom Hochwasser schwer betroffenen Kreis Ahrweiler gemacht hat, weitet die Bundesstadt ihr Angebot nun aus. Auch Hilfesuchende aus dem Kreis Euskirchen können unter dem Online-Portal private Notunterkünfte suchen. Zusätzlich kann man sich unter der Telefonnummer 0228 771000 melden.

Überschwemmungen Euskirchen: Schaulustige behindern Retter

Update, 16:11 Uhr: „Schaulustige behindern zunehmend die Einsatzkräfte“, so der Kreis Euskirchen auf Facebook. „Lasst die Einsatzkräfte in Ruhe arbeiten.“ Ähnliche Fälle gab es zuletzt auch in Düren und im Rhein-Erftkreis. Trotz erhöhter Gefahr zog es Schaulustige in die Nähe der überlaufenden Rurtalsperre oder zu Einsätzen in der Erftstadt. Mindestens 24 Menschen sind in Kreis Euskirchen gestorben. 40 Personen werden weiterhin vermisst.

Euskirchen: Überschwemmungen – Straßen geflutet, Bahnhof gesperrt

Update, 15:18 Uhr: Der Kreis Euskirchen gibt einen Zwischenbericht zur aktuellen Lage: „Die Lage ist stabil aber weiterhin nicht unkritisch.“ Auch der Grundablass der Steinbachtalsperre ist weiterhin verstopft. „Es wird mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet“. An der Steinbachtalsperre wurde ein Überlaufrohr freigepumpt – so soll weiter Wasser abgelassen werden und der Druck auf den Damm verringert werden. Zusätzlich pumpen die Einsatzkräfte „weiterhin mit Hochleistungspumpen Wasser aus dem See ab“.

Auch weiterhin bleiben die Evakuierungen im Kreis Euskirchen bestehen. 4.500 Menschen wurden aus dem Bereich Weilerswist sowie Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim in Sicherheit gebracht. „Wie lange die Situation anhält, lässt sich zurzeit nicht sagen“, heißt es weiter. Mindestens 24 Personen sind bereits gestorben.

Schwere Überschwemmungen im Kreis Euskirchen – Hotline für mögliche Hilfsangebote

Außerdem bittet der Kreis Euskirchen, keine „Falschmitteilungen und Gerüchte“ zu verbreiten, sondern nur offiziellen Stellen des Kreises, der Presse und dem Radio zu glauben, heißt es weiter. Zusätzliche Informationen bieten die Warnapps „NINA“ „KATWARN“

Schwere Überschwemmungen im Kreis Euskirchen: Bahnhof nicht mehr anfahrbar

Update, 15:13 Uhr: In Kreis Euskirchen sind mehrere Straßen überflutet. Auch der öffentliche Personennahverkehr nach Euskirchen ist nur noch eingeschränkt möglich. Wie die Rurtalbahn berichtet, ist der Bahnhof Euskirchen aktuell aufgrund von Überflutung nicht anfahrbar.

Schwere Überschwemmungen im Kreis Euskirchen: Situation weiterhin gefährlich

Update, 13:31 Uhr: Auch weiterhin gilt die Situation an der Staumauer der Steinbachtalsperre als gefährlich. „Bezirksregierung Köln, Betreiber und der Kreis Euskirchen stehen in engem Kontakt mit dem Rhein-Sieg-Kreis. Die Lage dort wird regelmäßig untersucht und beurteilt“, heißt es in einer Mitteilung des Rhein-Sieg-Kreises.

Schwere Überschwemmungen im Kreis Euskirchen: Offizielles Spendenkonto für Betroffene

Update, 13:23 Uhr: Der Kreis Euskirchen hat ein offizielles Spendenkonto eingerichtet. Mit dem Geld soll Betroffenen geholfen werden, so der Kreis auf Facebook:

Offizielles Spendenkonto für Betroffene in Euskirchen:

IBAN: DE20 3825 0110 0001 0000 17
SWIFT-BIC: WELADE D1 EUS
Stichwort: „Spende Hochwasser“

Schwere Überschwemmungen im Kreis Euskirchen: 24 Tote und 40 Vermisste

Update, 12:29 Uhr: Im Kreis Euskirchen werden bereits 24 Tote gemeldet. „Noch immer sind nicht alle dieser Leichen geborgen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Köln. Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort und Todesumständen wird die Polizei zum Schutz der Angehörigen weiterhin nicht veröffentlichen. 40 Personen werden aktuell vermisst.

Der Kreis Euskirchen will im Tagesverlauf eine Hotline für vermisste Personen einrichten. Aktuell kursieren mehrere Telefonnummern auf Facebook und anderen sozialen Medien. Diese sind jedoch falsch. „Es ist eine Hotline für Vermisste und Helfer in Planung. So eine Hotline gibt es aktuell nicht“, so der Kreis. Der Notruf der Feuerwehr ist aktuell wieder zu erreichen, soll jedoch nur in Notfällen gewählt werden.

Kreis Euskirchen: „Spart Wasser“, um Leitungen zu schonen – Trinkwasser abkochen

Euskirchen – Die Lage in Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis ist weiterhin angespannt, jedoch „stabil“, teilt der Kreis Euskirchen mit. „Die Lage ist stabil aber nicht unkritisch.“ Der Pegel der Steinbachtalsperre konnte in der Nacht um rund zwei Zentimeter gesenkt werden und dann im weiteren Verlauf gehalten werden. Dennoch gilt weiterhin der Katastrophenfall. „Der Grundablass ist weiterhin nicht in Funktion“, heißt es weiter. 4.500 Personen wurden in der Nähe der Steinbachtalsperre evakuiert.

„Bitte spart Wasser“, appelliert der Kreis Euskirchen an seine Bewohner. Grundsätzlich soll das Wasser im Kreis Euskirchen nur noch sparsam verwendet werden, so der Kreis: „Wir rufen dazu auf, den Wasserverbrauch auf das Nötigste zu reduzieren, um Überlastungen in der Wasserversorgung zu vermeiden“.

Hochwasser im Kreis Euskirchen: Trinkwasser muss abgekocht werden

Zusätzlich gilt für den Kreis Euskirchen ein „Trinkwasser-Abkochgebot“. Aufgrund des Hochwassers ist es möglich, dass Keime in das Trinkwassernetz gekommen sind. Erst wenn das Wasser einmal abgekocht worden ist, kann es ohne Bedenken genutzt werden, so der Kreis weiter. Betroffen sind vor allem die Stadtteile Kall, Gemünd, Oberhausen und Marmagen.

Kreis Euskirchen: „Trinkwasser-Abkochgebot“ – im Überblick

Steinbachtalsperre überflutet: „Schmutziges Wasser“ in Kreis Euskirchen

Anders als in Kall, Gemünd, Oberhausen und Marmagen kann in Satzvey das Leitungswasser zusätzlich verfärbt sein. Auch hier sollte das Wasser abgekocht werde. Ein Gesundheitsrisiko bestehe allein wegen der Verfärbung jedoch nicht, heißt es weiter. „Es handelt sich hierbei um Eisen und Mangan, die zu einer Verfärbung des Wassers führen.“ Es ist jedoch möglich, dass neben der Verfärbung auch Keime in das Wasser gelangt sind, darum sei das Abkochen nötig. Um die Verfärbung zu vermindern, kann ein Kaffeefilter verwendet werden.

Auch im Rhein-Erft-Kreis gilt die Lage als dramatisch. Der Kreis appelliert an die Menschen, sich an die Räumungsanforderungen zu halten. „Kehren Sie nicht ohne Freigabe durch die Behörden aus der Evakuierung zurück.“ Die Bundeswehr stellt weitere Kräfte zur Verfügung. (jw)

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