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Hochwasser NRW: Spenden – was hilft und was soll man lassen?

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Von: Johanna Werning

Der Blick von einer Brücke bei Erftstadt, die komplett überflutet worden ist. Neben den überfluteten Autos sind auch Boote zu sehen.
Viele wollen bei der Flutkatastrophe helfen, doch nicht alles ist hilfreich (Symbolbild) © Klaus W. Schmidt/Imago

Der Starkregen in NRW sorgte für mehrere Flutkatastrophen. Unzählige haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Nun wollen viele helfen. Doch nicht jedes Angebot ist hilfreich.

Köln – In den letzten Tagen haben sich die dramatischen Bilder überschlagen. Noch immer konnten nicht alle Todesopfer der Flutkatastrophe geborgen werden. Unzählige haben im Rhein-Erft-Kreis, im Rhein-Sieg-Kreis oder im Kreis Euskirchen ihren gesamten Besitz verloren. Im gesamten Land wollen nun viele helfen: Doch nicht jedes Hilfsangebot ist auch hilfreich, wie Dr. Dieter Schütz, leitender Pressesprecher des Deutschen Roten Kreuzes, erklärt.

Hochwasser NRW: Spontanhilfen sind „gut gemeint, aber eher unproduktiv“

Grundsätzlich rät das Deutsche Rote Kreuz von Spontanhelfenden, die einfach in die Krisengebiete fahren, ab. „Das Grundproblem dabei ist, dass vor Ort koordinierte Hilfsaktionen laufen. Wenn Leute von außerhalb unkontrolliert dazu kommen, stört das die Arbeiten eher“, so Schütz vom Deutschen Roten Kreuz. „Wir raten darum dringend davon ab. Es ist zwar gut gemeint, aber eher unproduktiv“

Leute, die selbst in den Krisengebieten wohnen und ihren Nachbarinnen und Nachbarn helfen wollen, sollen sich an die einzelnen Landkreisverwaltungen wenden, die die Katastropheneinsätze koordinieren. Nur dann kann die Hilfe kontrolliert stattfinden, so das Deutsche Rote Kreuz weiter.

Unwetter NRW: Sachspenden oft schwierig

Auch bei Sachspenden ist nicht jedes Hilfsangebot wirklich hilfreich, wie Schütz vom Deutschen Roten Kreuz weiter erklärt. „Die müssen ja erst sortiert, gereinigt und transportiert werden. Zusätzlich kann man nicht immer alles gebrauchen.“ Auch der vom Hochwasser stark betroffene Rhein-Sieg-Kreis teilt mit, dass Sachspenden zwar dankend angenommen werden, aber auch zum Problem werden können: „Aufgrund der hohen Menge an Sach- und Kleidungsspenden bitten wir Sie jedoch zunächst von weiteren Spenden abzusehen.“

Hochwasser Rhein-Erft / Euskirchen: Vermittlungsplattform für Tatkraft und Sachspenden

Eine Online-Vermittlungsplattform, über die Tatkraft und Sachspenden vermittelt werden, bietet die Aktion „Helfen helfen e.V“ speziell für die Region Rhein-Erft und den Kreis Euskirchen. So wird nur abgerufen, was auch wirklich gebraucht wird: helfen-helfen.de.

Flutkatastrophe NRW: „Geldspenden sind am effektivsten“

„Geldspenden sind am effektivsten“, so Schütz vom Deutschen Roten Kreuz weiter. So könne vor Ort das gekauft und organisiert werden, was benötigt werde. Neben dem Deutschen Roten Kreuz haben auch viele weitere Organisationen und Verbände bereits Spendenkonten eingerichtet.

Hilfe für Opfer von Hochwasser und Unwetter NRW: Hier kann man Geld spenden

Die NRW-Städte Bonn und Köln haben außerdem auf den städtischen Internetseiten einer Überblicksliste mit weiteren Spendenmöglichkeiten. (jw)

Flutkatastrophe in NRW: Katastrophenfälle

Infolge des Hochwassers kam es in mehreren Regionen zu Hochwasserkatastrophen.

Die Steinbachtalsperre bei Euskirchen ist nach Unwettern vollgelaufen. Tagelang herrschte eine akute Dammbruch-Gefahr. 35 Menschen sind gestorben.

Auch der Rhein-Erft-Kreis wurde schwer vom Unwetter getroffen. Ein Erdrutsch hat in Erftstadt-Blessem für Verwüstung gesorgt.

Im Kreis Heinsberg ist ein Damm der Rur gebrochen. Der Ortsteil Ophoven der Stadt Wassenberg wurde überflutet.

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