1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Nach Hochwasser in Erftstadt: „Viele Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz“

Erstellt:

Häuser sind als Folge der Hochwasserkatastrophe in eine unterspülte und erodierte Kiesgrube abgerutscht.
Bei dem Hochwasser in Erftstadt haben viele Betroffene ihre Existenz verloren © Jonas Güttler/dpa

Bei der Hochwasserkatastrophe in Erftstadt-Blessem wurden acht Häuser zerstört. „Das Ergebnis wird tiefe Narben in den Seelen hinterlassen“, sagte die Bürgermeisterin Weitzel.

Erftstadt – Auch drei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe ist die Lage in Erftstadt-Blessem bei Köln nach Einschätzung von Bürgermeisterin Carolin Weitzel dramatisch. „Viele Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz und wissen einfach nicht, wie es weitergehen soll“, sagte die CDU-Politikerin der dpa. In dem Ortsteil von Erftstadt hatte sich Mitte Juli während der Flutkatastrophe ein Erdrutsch nahe einer Kiesgrube ereignet. Mehrere Häuser wurden mitgerissen, es entstand ein riesiger Krater.

Nach Hochwasser in Erftstadt: Traurige Bilanz – acht Wohnhäuser irreparabel zerstört

„Zum Glück haben wir keine Toten und Schwerverletzten zu beklagen, aber dieses Ereignis wird tiefe Narben in den Seelen der Menschen hinterlassen“, sagte Weitzel. Nach aktuellem Stand seien acht Wohnhäuser irreparabel im Hochwassergebiet im Rhein-Erft-Kreis zerstört. Davon seien drei Wohnhäuser der Flut direkt zum Opfer gefallen. Ein Haus sei am 29. Juli abgebrochen worden, die vier verbleibenden Häuser müssten abgerissen werden. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln dabei geht es um Baugefährdung und Versäumnisse.

Nach Hochwasser in Erftstadt: Spenden reichen nicht aus

Die Anwohner stünden jetzt zum Teil vor dem Nichts. Bisher habe die Stadt 4,4 Millionen Euro Soforthilfe an rund 2000 Antragsteller ausgezahlt. Das geschah in der Form einer Pauschale: 1500 Euro pro Haushalt und 500 Euro für jede weitere im Haushalt lebende Person. 5,5 Millionen Euro sind an Spenden eingegangen.

Ein Konzept für eine gerechte Verteilung will Weitzel am 24. August dem Stadtrat vorstellen. „Natürlich ist uns klar, dass das bei weitem nicht ausreichen wird, um die Schäden der Betroffenen zu decken“, sagte Weitzel. „Wir können da die zugesagten Hilfen von Land und Bund nur weiter einfordern.“ Auch die Stadt Köln gab bereits an, dass die Soforthilfen nicht ausreichen. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant