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Nach Hochwasser: Blutspenden fehlen – erste Operationen verschoben

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Von: Benjamin Stroka

Blut läuft während einer Blutspende beim Blutspendedienst NSTOB des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vom Arm einer Spenderin durch eine Nadel in einen Beutel.
In NRW werden die Blutspenden knapp, jetzt schlägt das Deutsche Rote Kreuz Alarm (Symbolbild). © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die schweren Hochwasser in NRW sorgen auch dafür, dass die Blutspenden im Land knapp werden. Das Deutsche Rote Kreuz schlägt Alarm. Erste OPs werden abgesagt.

Ratingen – Eingestürzte Häuser, zerstörte Straßen und über 40 Todesfälle allein in Nordrhein-Westfalen. Die schweren Unwetter mit Hochwasser und Überflutungen richteten furchtbare Schäden an. Wegen einer weiteren negativen Folge der Hochwasser schlägt nun auch der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Alarm: Denn die Blutspenden werden knapp.

Blutspenden werden knapp: Hochwasserschäden mitverantwortlich

„Gerade in den tendenziell blutspendefreundlichen Gebieten beider Bundesländer (NRW und Rheinland-Pfalz; Anm. d. Red.) ist die Infrastruktur dermaßen geschädigt, dass dort auf absehbare Zeit keine Blutspendetermine durchgeführt werden können“, erklärt Pressesprecher Stephan David Küpper vom DRK Blutspendedienst West. Das sei ein erhebliches Problem, da es bereits seit längerem gravierend an Blutpräparaten fehle.

„Der DRK-Blutspendedienst West ruft die Bevölkerung in beiden Bundesländern dringend dazu auf, Blutspendetermine wahrzunehmen und Blut zu spenden“, heißt es mit deutlichen Worten. Erst Anfang Juli äußerten die Kliniken und Krankenhäuser in Köln einen verzweifelten Hilferuf, weil die Blutkonserven knapp wurden.

„Trotz sommerlicher Temperaturen, Urlaubszeit und einer Vielfalt an wiedergewonnenen Freizeitmöglichkeiten“ sei es „dringend notwendig, in den kommenden Wochen und nicht nur in den nächsten Tagen, eine lückenlose Versorgung mit Blutpräparaten sicherzustellen“.

Fehlende Blutspenden in NRW: Erste Operationen abgesagt

Hilfe aus anderen Bundesländern kann der Blutspendedienst West derweil auch nicht erwarten, da die Versorgungslage mit Blutpräparaten deutschlandweit seit längerem angespannt sei. Der Hauptgrund dafür liegt in der Corona-Pandemie. „Krankenhäuser mussten aufgrund der Pandemie immer wieder geplante Eingriffe verschieben, um Notfall-Kapazitäten freizuhalten. Jetzt, da sich die Corona-Lage entspannt, werden innerhalb dieses Korridors so viele Operationen wie möglich nachgeholt, da die weiteren Entwicklungen nur schwer vorhersehbar sind“, so Küppers weiter.

Die Folge sei nun ein schnell ansteigender, hoher Bedarf an Blutspenden, der alle Blutspendedienste vor eine ernsthafte Herausforderung stelle. Das DRK ist der Garantiegeber für eine sichere Versorgung und sei daher besonders betroffen. In NRW und Rheinland-Pfalz komme nun die katastrophale Lage nach dem Hochwasser hinzu.

„Wegen des geringen Blutspendeaufkommens können die Anforderungen der Kliniken über bestimmte Blutgruppen nur noch zur Hälfte erfüllt werden. Viele Krankenhäuser berichten daher über verschobene Therapien und Operationen, weil es an Blut fehlt“, betont Küppers. Wie der WDR berichtet, musste die Uniklinik Münster bereits am Dienstag (20. Juli) mehrere Herzoperationen absagen, weil die nötigen Blutkonserven fehlten.

Der Blutspendedienst des DRK bietet täglich bis zu 50 Termine zum Blutspenden an, unter anderem in Köln, Münster, Essen, Hagen und Ratingen. Nähere Informationen dazu finden Interessierte über die Website www.blutspende.jetzt. (bs)

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