1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Hochwasser im Rhein-Erft-Kreis: Kölner Staatsanwaltschaft prüft Aufnahme von Ermittlungen

Erstellt: Aktualisiert:

Massiver Erdrutsch in Erftstadt Blessem.
Die Unwetter haben in Großteilen von NRW, hier Erftstadt-Blessem, furchtbare Schäden angerichtet. © Christoph Reichwein/imago

Nach dem Hochwasser im Rhein-Erft-Kreis prüft die Kölner Staatsanwaltschaft, ob Ermittlungen aufgenommen werden. Wurde die Bevölkerung zu spät gewarnt?

Köln – Haben sich Verantwortliche im Zusammenhang mit der Hochwasser-Katastrophe strafbar gemacht? Die Staatsanwaltschaft in Köln beschäftigt sich nun mit dieser Frage und prüft, ob Ermittlungen aufgenommen werden. Das bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft unter anderem der dpa am Dienstag. Gegenstand der Prüfung seien alle in Betracht kommenden Delikte.

Das Hochwasser im Rhein-Erft-Kreis hat ein Bild der Verwüstung hinterlassen. In Erftstadt-Blessem waren mehrere Häuser eingestürzt. Auch in anderen Städten des Kreises sind die Schäden enorm. Es wurden Stimmen laut, die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten sei nicht rechtzeitig gewarnt geworden.

Hochwasser im Rhein-Erft-Kreis: Staatsanwaltschaft sammelt Informationen

Das wird nun unter anderem geprüft. Ein möglicher Tatvorwurf könnte dann fahrlässige Körperverletzung sein, berichtet der WDR. Die Rolle der in Erftstadt eingesackten Kiesgrube werde zudem untersucht und ob „dort jemand schuldhaft gehandelt hat“, so der Sender.

„Wir sammeln erst einmal Infos, um einen Blick auf das zu bekommen, was passiert ist“, sagte Staatsanwältin Lisa Klefisch dem Kölner Stadt-Anzeiger. Die Prüfung werde einige Zeit dauern. Mit den Staatsanwaltschaften in Bonn und Koblenz, in deren Bereich ebenfalls Hochwasser-Gebiete liegen, finde ein enger Austausch statt, sagte die Sprecherin.

Hochwasser: Staatsanwaltschaft Koblenz prüft ebenfalls Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft Koblenz in Rheinland-Pflaz prüft bereits, ob sie nach der Flutkatastrophe vom 14. Juli ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung einleitet. Demnach seien bereits „wertvolle Hinweise zum Ablauf und zur Bewertung der Ereignisse“. Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat jetzt eine Mail-Adresse für die Sammlung von Hinweisen zur Flutkatastrophe an der Ahr eingerichtet.

Auch die Staatsanwaltschaft Aachen erklärte, im Rahmen von Vorermittlungen werde geprüft, ob ein Anfangsverdacht bestehen könnte. Es werde ergebnisoffen geprüft, ob jemand für mögliche Folgen wie Verletzungen oder Tote kausal verantwortlich gemacht werden könne. Die Prüfung gehe von einer womöglich zu späten Warnmeldung bis hin zu Fehlern vor Ort. Die Aachener Behörde ist für den nördlichen Teil des Kreises Euskirchen sowie die Region um Stolberg und Eschweiler zuständig.(mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Hinweis: Dieser Artikel wurde am 3. August um 19:25 Uhr aktualisiert. Neuerung: Staatsanwaltschaft Aachen prüft ebenfalls Ermittlungen.

Auch interessant