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Hochwasser in Solingen: Unterburg überflutet – Polizei musste Schaulustige fernhalten

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Von: Stefanie Knupp

Einsatzkräfte stehen an einer überschwemmten Straße
In Solingen-Unterburg sind die Straßen überflutet. © Gianni Gattus/TNN/dpa

In Solingen musste aufgrund des Hochwassers der Wupper ein ganzer Ortsteil evakuiert werden. Unterburg ist derzeit noch komplett gesperrt.

Update, 17:45 Uhr: Die Hilfsbereitschaft der Solinger Bürger ist groß. Da so viele Solinger ihre Hilfe für betroffene Mitbürger angeboten hatten, schaltete die Stadt am Mittag eine Hotline, um die Hilfsangebote zu koordinieren. Wie die Klingenstadt nur wenige Stunden später auf Facebook mitteilt, seien schon mehr als 40 Anrufe eingegangen. Viele böten auch Übernachtungsmöglichkeiten an.

Mittlerweile sind auch vom Hochwasser Betroffenen aufgerufen, sich über diese Nummer zu melden, wenn sie Hilfe benötigen. Fünf Mitarbeiter kümmern sich aktuell darum, Unterstützer und Hilfesuchende zu verbinden. Solingens OB Tim Kurzbach ist begeistert: „Das ist das Solingen, wie ich es liebe.“ Die Hotline ist zu erreichen unter 0212/1491 2230. (sk)

In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens ist die Hochwasserlage bedrohlich. Im Kreis Euskirchen herrscht Ausnahmezustand. Insgesamt ist bleibt die Lage in NRW „dynamisch und sehr angespannt“.

Hochwasser in Solingen: Kontrollen an Straßensperren angekündigt

Update, 17:15 Uhr: In Solingen-Unterburg hatte es die Polizei in der Nacht neben der Unterstützung der Rettungskräfte auch mit zahlreichen Schaulustigen zu tun. Das teilte Polizei am Donnerstag mit. Es wurden Platzverweise erteilt. Solingens Krisenstabsleiter Jan Welzel kündigte an, dass an den Straßensperren jetzt Kontrollen durchgeführt werden. Zum Einen wolle man Schaulustige verhindern, zum Anderen „ungebetene Gäste“ fernhalten. Es soll ausgeschlossen werden, dass den Menschen „noch zusätzliches Leid zufügen können“.

Anwohner würden nach Angaben von Welzel nach und nach wieder zu ihrem Eigentum durchgelassen. Die Grundbedingung: „Es muss trockenen Fußes erreicht werden können.“ Es sei niemandem geholfen, wenn jemand durch Restwasser wate und möglicherweise mitgerissen werde. „Hier geht Sicherheit wirklich vor.“ Für die Zurückkehrenden sind in Solingen-Unterburg feste Ansprechpartner von Polizei, Feuerwehr und Kommunalem Ordnungsdienst vor Ort.

Update, 12:47 Uhr: Nach Angaben der Stadtwerke Solingen sind noch mehrere Teile Solingens ohne Strom. Alle Techniker seien im Einsatz, um die Bereiche zu prüfen und wieder in Betrieb zu nehmen, sofern das möglich ist. Betroffen sind derzeit Unterburg, Rüden, Wipperaue, Glüder, Haasenmühle, Friedrichstal. Auch das Freibad Ittertal ist ohne Strom. Es war übergelaufen, genauso wie ein zweites Freibad in Solingen.

Überflutete Straße in Solingen Unterburg
Der Ortsteil Unterburg in Solingen steht unter Wasser. © Gianni Gattus/TNN/dpa

Hochwasser in Solingen: Feuerwehr rettet 130 Personen aus Notsituationen

Update vom 15. Juli, 12:25 Uhr: 300 Kräfte seien im Stadtgebiet gestern im Einsatz gewesen, berichtet Solingens Feuerwehrchef Dr. Ottmar Müller. „Wir haben 130 Personen aus akuter Not gerettet.“ Auch zwei Feuerwehrleute seien in kritische Situationen geraten. Sie mussten sich auf Einsatzfahrzeuge retten, wurden von dort aus von den Kollegen gerettet.

Update vom 15. Juli, 12:15 Uhr: „Das ist eine Katastrophe in einem Ausmaß, die wir so nicht kannten“, erklärt OB Tim Kurzbach auf einer Pressekonferenz mit Blick auf die Situation in Unterburg. „Was ich selber dort an Wassermassen gesehen habe, das war bedrohlich.“ Kurzbach warnte auch: „Die Lage ist nicht vorbei.“

Unterburg überflutet – „Situation ist dramatisch“

Erstmeldung vom 15. Juli, 11:10: Solingen – Die schweren Regenfälle in NRW haben auch im Bergischen Land erheblichen Schaden angerichtet. In Solingen hat es vor allem Unterburg schlimm getroffen. Die Straßen des Ortsteils von Solingen-Burg sind überflutet. Die Wupper und der Eschbach sind über die Ufer getreten. In Solingen ist ein 82-Jähriger ums Leben gekommen.

„Die Situation in Unterburg ist dramatisch“, schrieb die Stadt am Abend auf ihrer Facebook-Seite. Ganz Unterburg wurde evakuiert. Am Mittwochabend und in der Nacht arbeiteten die Rettungskräfte in Solingen etwa 200 Einsätze ab, rund 250 seien noch offen. Die Anwohner wurden zunächst in der Turnhalle einer Grundschule untergebracht. Insgesamt haben etwa 600 Menschen die Nacht zu Donnerstag nicht in ihren Häusern verbracht Wer nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnte, bekam laut Stadt einen Platz in einem Hotel. Strom und Gas wurden in Unterburg abgestellt. Durch das drohende Überlaufen der Wupper-Talsperre in der Nacht spitzte sich die Situation zu. Bürger, die in Tallagen wohnen, wurden aufgefordert sich in höhere Gebiete zu begeben.

Hochwasser in Solingen: Unterburg bis auf Weiteres gesperrt

„Bis auf Weiteres ist es aufgrund der Gefahrenlage strikt untersagt, die evakuierten Gebiete zu betreten. Wann eine Rückkehr möglich ist, lässt sich zur Stunde noch nicht sagen“, erklärte Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach am Donnerstagmorgen auf Instagram. Ebenso wenig sei absehbar, wann wieder Strom und Gas wieder angestellt werden können. „Die Anlagen müssen zunächst überprüft und gegebenenfalls auch repariert werden, um die Sicherheit gewährleisten zu können. Selbiges gilt für die privaten Hausanschlüsse“, so Kurzbach.

Der Krisenstab tagte schon in aller Früh um 5:30 Uhr. Derzeit versuche der Krisenstab ein genaueres Lagebild zu gewinnen, schreibt die Stadt. Für die kommenden zwei bis drei Stunden sei nach Auskunft des Wupperverbandes weiterhin von einem konstant hohen Pegelstand der Wupper auszugehen.

Hochwasser in Solingen: Aktuell Beeinträchtigungen im Verkehr

Aufgrund der Hochwasserlage in Unterburg und anderen wuppernahen Tallagen in Solingen kann es zu erheblichen Störungen im Straßenverkehr kommen. Die Stadtwerke Solingen teilen über Facebook mit, dass mehrere Buslinien nicht zu ihren Endhaltestellen durchfahren können. Unter anderem sind die Linien 694 nach Leichlingen, 697 nach Rüden und 683 nach Burg betroffen.

Wetter in Solingen: So werden die nächsten Stunden

Der Wupperverband gibt in seiner Analyse von 10 Uhr an, dass das Wetter weiter wechselhaft bleibt, jedoch keine unwetterartigen Regenfälle mehr zu erwarten sind. Der Pegelstände blieben zunächst auf Hochwasserniveau. Der Deutsche Wetterdienst hat momentan keine Warnungen für Solingen herausgegeben. (sk mit dpa)

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