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Shetlandpony Ella auf Weide gerissen – wurde sie Opfer eines Wolfrudels?

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Von: Jana Wehmann

In Hünxe wurde auf einer Weide ein Shetlandpony gerissen.
In Hünxe wurde schon wieder ein Pony gerissen. Es ist der zweite Fall innerhalb von wenigen Wochen. © Helmut Wölker/dpa

Innerhalb von wenigen Wochen wurde im Wolfsschutzgebiet Wesel-Schermbeck ein zweites Pony gerissen. Ob das Shetlandpony Ella von Wölfin Gloria gerissen wurde, wird gerade untersucht.

Hünxe - Im Wolfsschutzgebiet Wesel-Schermbeck am Niederrhein ist in der Nacht zu Montag ein Shetlandpony gerissen worden. Das meldete das Gahlener Bürgerforum, das Wolfsattacken in dem Gebiet dokumentiert. Ein Sprecher des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) bestätigte den Fall, dass das Tier mit einem Kehlbiss gefunden wurde. Ob das Pony - namens Ella - durch Wölfe getötet worden sei, müsse noch geklärt werden. Entnommene Gewebeproben seien zur Untersuchung an die bundesweit zuständige Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung nach Frankfurt am Main geschickt worden.

Pony Ella im Wolfsschutzgebiet Wesel-Schermbeck gerissen: Wahrscheinlich Attacke mehrerer Wölfe

Da das rund 150 Kilogramm schwere Shetlandpony rund acht Meter zum Fraßplatz gezogen wurde, geht ein Sprecher des Gahlener Bürgerforums davon aus, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Attacke mehrerer Wölfe handele. Auch sei die große Menge Fraß von circa 20 Kilogramm nicht gewöhnlich für ein Tier allein.

Die gerissene Stute Ella wurde gegen acht Uhr Morgens rund 20 Meter von einem Wohngebäude in Hünxe entfernt gefunden. Bislang habe es keine Beweise gegeben, dass die Wölfe Zäune überspringen. Diesmal wurden jedoch keine Untergrabungen am Zaun gefunden, lediglich waren Kratzspuren sichtbar. Das Shetlandpony Ella war sieben Jahre alt.

Bei Hünxe: Wölfin Gloria steht im Verdacht, Shetlandpony Ella gerissen zu haben

Bereits Anfang November 2020 hatte die Umweltbehörde Lanuv den ersten Fall eines von Wölfen gerissenen Ponys in dem Gebiet bestätigt. Einen vorgeschriebenen Herdenschutz für Pferde und Ponys gibt es bisher nicht. Im Schutzgebiet bei Wesel leben Wölfin Gloria und ein männliches Tier. Kurz vor Weihnachten wurde ein drittes Tier, vermutlich Nachwuchs, in der Region fotografiert.

Über die Wölfe wird in Hünxe bereits lange öffentlich diskutiert: Da Wölfin Gloria nachweislich zahlreiche Weidentiere gerissen hat, wird unter anderem der Abschuss gefordert. Laut Berichten des WDR sehe das Umweltministerium jedoch keinen Handlungsbedarf bei der Wölfin. Nach deutschem und europäischem Naturschutzrecht sind Wölfe jedoch streng geschützt. In unmittelbarer Nähe des aktuellen Fundorts wurden vor einigen Monaten erst zwei Wölfe gefilmt, die einen Hirsch attackierten. (JW/dpa)

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