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Nach Gift-Mord in Hürth: Polizei wertet Beweise aus

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Von: Nina Büchs

Eine Flasche mit dem Rattengift Thallium.
Der Mann aus Hürth soll das Gift Thallium als Mordwaffe verwendet haben (Symbolbild). © Armin Thiemer/dpa

Ein Mann soll zwei Frauen mit Gift getötet haben, eine weitere kämpft auf der Intensivstation um ihr Leben. Die Polizei hat den Tatverdächtigen nun festgenommen.

Update vom 2. Dezember, 12:23 Uhr: Nach Bekanntwerden mehrerer schwerer Vergiftungsfälle bei Frauen im Umfeld eines 41-Jährigen aus Hürth werten Ermittler sichergestellte Datenträger aus. Es handle sich um eine „Vielzahl“ elektronischer Speichermedien, die bei dem Beschuldigten gefunden worden seien und gesichtet werden müssten, erklärte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Auch würden seine Finanzströme durchleuchtet und weitere Zeugen vernommen. Das mögliche Motiv des 41-Jährigen sei noch völlig unklar, sagte ein Sprecher.

Dem Mann wird vorgeworfen, mehrere Frauen mit dem hochtoxischen Schwermetall Thallium vergiftet zu haben. Zwei Frauen – die Großmutter seiner Lebensgefährtin und seine einstige Frau - sind tot. Seine schwangere Lebensgefährtin liegt mit einer Vergiftung im Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr. Ob der Fötus überlebt, ist ungewiss. (dpa)

Erstmeldung vom 1. Dezember, 20 Uhr: Köln – Ein 41-jähriger Mann aus Hürth im Rhein-Erft-Kreis steht im Verdacht, mehrere Frauen mit dem hochtoxischen Schwermetall Thallium vergiftet zu haben. Der Tatverdächtige soll damit zwei Frauen im Alter von 35 und 92 Jahren getötet haben, eine 36-Jährige, die er ebenfalls vergiften wollte, liegt aktuell im Krankenhaus und schwebt noch in Lebensgefahr. Das Gericht hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen mutmaßlichen Täter einen Haftbefehl wegen zweifachen Mordes, versuchten Mordes und versuchten Schwangerschaftsabbruchs erlassen.

Mann aus Hürth soll mehrere Frauen vergiftet haben – zwei von ihnen starben

Nach Angaben der Polizei Köln wurde der 41-Jährige am Dienstag, 30. November, vorläufig festgenommen. „Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellten Kriminalbeamte das hochtoxische Schwermetall sicher“, teilte die Polizei mit.

Die Ermittlungen zum Fall starteten, als die Mutter der 36-jährigen Schwangeren am 27. November bei der Polizei Anzeige erstattete. Die schwangere Frau wird aktuell auf der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt, ihr Zustand ist kritisch. Ob ihr Kind überleben wird, ist nicht klar. Zudem bestehe laut den Ermittlungen ein begründeter Verdacht, dass auch ihre 92-jährige Großmutter an einer Thalliumvergiftung gestorben sei. „Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Köln ist ihr Leichnam am 29. November 2021 exhumiert und obduziert worden“, heißt es weiter.

Der Tatverdächtige soll außerdem seine 35-jährige Ehefrau vergiftet haben, die am 25. Mai 2020 in einem Krankenhaus in Düsseldorf starb. Auch ihre Todesursache sei laut den Mordermittlern auf eine Thalliumvergiftung zurückzuführen.

Thallium: Diese Symptome gibt es bei einer Vergiftung mit dem Schwermetall

Thallium ist ein hochgiftiges Schwermetall. Vergiftete Personen klagen über Verstopfung, Brennen der Fußsohlen, Hautveränderungen oder massiven Haarausfall. Doch auch lebensbedrohliche Symptome sind möglich, wie zum Beispiel Muskelschwäche in den unteren Extremitäten, Herzrasen, hoher Blutdruck, Krämpfe oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Leber- und Nierenschäden, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit oder Koma. (Quelle: Bayrisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit)

Mutmaßlicher Gift-Mord: Mann aus Hürth bestreitet die Taten

„Der Beschuldigte, für den die Unschuldsvermutung gilt, bestreitet die Taten. Ihm ist ein Verteidiger beigeordnet worden“, so die Polizei weiter. Die Ermittlungen zu den Taten und Tathintergründen dauern an. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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