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Illegaler Rave aufgelöst: Sie feierten neben einem Friedwald

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Ein DJ bedient ein Mischpult und ein „Friedwald“-Schild hängt an einem Baum (Montage).
Der Rave fand in der Nähe eines Friedwaldes in Lohmar statt (Symbolbilder/IDZRW-Montage). © Shotshop/Imago & Arnulf Hettrich/Imago

Die Polizei hat in Lohmar einen illegalen Rave beendet. Getanzt und gefeiert wurde in der Nähe eines Friedwaldes. Das könnte Folgen für die Raver haben.

Siegburg/Lohmar – In Lohmar (NRW) wurde in der Nacht zum Sonntag ein illegaler Rave aufgelöst. Neben mehreren Ordnungswidrigkeiten erwartet die Raver auch eine Anzeige wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe. Der Grund: Die illegale Party fand in der Nähe eines Friedwaldes statt.

Illegaler Rave neben Friedwald: Polizei muss eingreifen

Nach Angaben der Polizei hatten sich gegen 3:40 Uhr am Sonntagmorgen mehrere Anwohner in der Josef-Bethan-Straße in Siegburg über zu laute Musik beschwert. Im Wohngebiet selbst konnten weder die Einsatzkräfte, noch die bereits selbst nach dem Krach suchenden Anwohner etwas finden.

Fündig wurde die Polizei dann aber in einem nahegelegenen Waldgebiet in Lohmar. Dort dröhnten die Bässe zwischen den Bäumen hervor. „Die Beamten konnten an einer Holzhütte im Wald, nahe des Friedwaldes, etwa 50-60 Personen antreffen, die bei Erblicken der Polizisten teilweise im Wald verschwanden“, teilt die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis mit.

Was ist ein Friedwald?

Ein Friedwald, auch Bestattungswald oder Urnenwald genannt, ist ein Ort für Beisetzungen in einem Wald. Dort kann die Asche von Toten an sogenannten Bestattungsbäumen in einer Urne beigesetzt werden. Das Konzept stammt ursprünglich aus der Schweiz. Dort wurden erstmals 1999 Tote in einem Friedwald beigesetzt.

Illegaler Rave in Lohmar könnte Störung der Totenruhe gewesen sein

Die Beamten fanden professionelles Equipment im Wald, darunter ein Mischpult, mehrere Lautsprecherboxen, Lichterketten und einen Pavillon. Für die Stromversorgung hatten die Raver sogar ein Aggregat vor Ort. Als mutmaßlicher Veranstalter stellte sich ein 21-jähriger Siegburger der Polizei. Der Rave wurde aufgelöst. Der Siegburger kümmerte sich um den Abbau und die Müllentsorgung.

Gegen den Veranstalter wird jetzt ermittelt. „Auf Grund der Nähe zum Friedwald liegt, neben Ordnungswidrigkeiten, der Verdacht der Störung der Totenruhe vor“, so die Polizei abschließend.

Schon im August musste die Polizei in Köln einen illegalen Rave auflösen. Damals feierten hunderte Menschen in einer Bahnunterführung in Köln-Kalk. (ots) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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