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Illegaler Welpenhandel in Ratingen: Skeptische Käuferin alarmiert die Polizei

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Die Malteser-Welpen „Balou“ und „Ricky“.
Die Malteser-Welpen „Balou“ und „Ricky“ wurden illegal nach Deutschland gebracht, um hier verkauft zu werden. Jetzt ermittelt die Polizei. © Kreispolizeibehörde Mettmann

Die Polizei im Kreis Mettmann ermittelt aktuell wegen des illegalen Handels mit Hundewelpen. Eine Frau aus Ratingen wurde bei einem Kaufversuch skeptisch.

Ratingen – Im Juli entscheidet sich eine 53-jährige Frau aus Ratingen für den Kauf eines Hundewelpen. Auf einem Internetportal entdeckt sie einen jungen Malteser mit süßem Blick und wuscheligem Fell, der sie sofort überzeugt. Nach einem Telefonat macht sie mit dem vermeintlichen Verkäufer einen vierstelligen Kaufpreis und einen Termin aus. Der Mann bringt am 30. Juli einen Malteser-Welpen zur Adresse der Frau. Doch die Ratingerin wird sofort skeptisch.

Der Welpe sieht nicht so aus, wie der Malteser in der Verkaufsannonce. Sie stellt dem Verkäufer mehrere Fragen, bis der kalte Füße bekommt und mit dem Hund davonfahren will. Die Frau kann das Tier gerade noch aus dem Auto nehmen und informiert die Polizei.

Illegaler Welpenhandel in Ratingen: Malteser kam aus Mazedonien

In diesem aktuellen Fall ermittelt nun die Polizei Mettmann und weist gleichzeitig auf die Gefahren beim illegalen Welpenhandel hin, der leider regelmäßig stattfindet. Erst am Mittwoch flog ein illegaler Welpenhandel mit zwei Maltesern in Hagen durch eine aufmerksame Tierärztin auf.

In Ratingen fand die Polizei schnell heraus, dass der kleine Malteser-Welpe aus Mazedonien nach Deutschland gebracht wurde. „Zwar lag ein in diesem Fall notwendiger EU-Heimtierausweis vor, jedoch stimmten die Angaben in dem Ausweis nicht mit den Daten des gechippten Welpen überein“, erklärt ein Polizeisprecher am Freitagmorgen (27. August). Die Ermittler fanden heraus, dass der Welpe wahrscheinlich viel zu früh von der Mutter getrennt worden war und auch nicht gegen die Tollwut geimpft ist, was nach dem Tiergesundheitsgesetz für nach Deutschland eingeführte Tiere aber Pflicht wäre.

Ratingen: Polizei entdeckte zweiten illegalen Malteser-Welpen

Die Polizei konnte über das Auto des vermeintlichen Verkäufers dessen Adresse herausfinden. In der Wohnung machten sie einen weiteren überraschenden Fund: In einer Transport-Box befand sich ein weiterer Malteser-Welpe. „Der Fahrzeughalter bestritt, Besitzer des Welpen zu sein und beschuldigte einen 37-jährigen Hildener, welcher bereits wegen des Verdachts des illegalen Schmuggels von Welpen kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten ist“, berichtet der Polizeisprecher.

Die beiden Malteser-Welpen „Balou“ und „Ricky“ wurden von der Polizei sichergestellt und in ein Tierheim im Kreis Mettmann gebracht, wo sie sich in Quarantäne befinden. Hier sollen sie nun „die notwendigen Impfungen und Pflege erhalten, die ihnen bisher verwehrt blieben“, so die Polizei.

Kauf von Hundewelpen: Diese Hinweise sollten beachtet werden

Die Polizei nimmt den aktuellen Fall zum Anlass und gibt Tipps, wie sich potenzielle Käuferinnen und Käufer von Hundewelpen richtig verhalten:

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