Verwirrung um Militär-Manöver: Keine Apache-Kampfhubschrauber über NRW

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Von: Simon Stock

Apache-Kampfhubschrauber Militärübung über NRW
Apache-Kampfhubschrauber sind über NRW zu sehen. Die „Koninklijke Luchtmacht“ der Niederlande führt ein Manöver durch. © Derk Zwaan Images/Koninklijke Luchtmacht

Laute Apache-Kampfhubschrauber im Tiefflug über NRW, auf dem Boden Soldaten mit Geländewagen. So sollte es kommen, doch die Militär-Aktion wurde abgesagt.

Update vom 27. September: Keine Apache-Kampfhubschrauber im Tiefflug über dem Münsterland: Die geplante mehrtägige Militärübung der niederländischen Luftwaffe wurde abgesagt. Das bestätigte eine Sprecherin der Koninklijke Luchtmacht auf Nachfrage von wa.de. Zu den Gründen machte sie keine Angaben.

KampfhubschrauberApache (Boeing AH-64)
Höchstgeschwindigkeit293 km/h
Länge18 Meter

[Erstmeldung] Hamm - Nach „Apache Strike“ jetzt „Apache Anger“: Unter diesem markigen Namen führt das niederländische Militär eine mehrtägige Übung in Teilen von Nordrhein-Westfalen durch. Bewohner des westlichen Münsterlandes müssen bis Freitag, 29. September, mit Lärm durch tieffliegende Hubschrauber des Typs „Apache“ (Boeing AH-64) rechnen.

„Apache Anger“: Kampfhubschrauber aus den Niederlanden im Tiefflug über NRW

Der Kampfhubschrauber des Typs Apache ist bestens bekannt aus vielen US-amerikanischen Militärstreifen. Er ist wuchtig, laut und kaum zu übersehen – erst recht nicht, wenn er im Tiefflug über den eigenen Kopf hinweg brettert. Das könnte aktuell Bewohnern im Gebiet zwischen Ahaus, Borken, Havixbeck und Steinfurt passieren. Die Koninklijke Luchtmacht (Königliche Luftwaffe) der Niederlande führt dort ab Dienstag, 26. September, eine militärische Übung durch, wie die betroffenen Kreise mitteilen.

Bei den Übungsmissionen unter dem Oberbegriff „Apache Anger“ würden insgesamt vier Kampfhubschrauber in die Kreise Borken, Steinfurt und Coesfeld einfliegen, Aufklärung betreiben und simulierte Angriffe auf gegnerische Kräfte ausführen. Der Einsatz von Munition, Nebel- und Rauchkörpern sei nicht vorgesehen. Im westlichen Münsterland seien auch niederländische Bodenkräfte unterwegs. Sie verfügten über fünf Amarok-Pick-Up, die während der Übung nur auf Straßen und nicht im Gelände eingesetzt werden.

Apache-Kampfhubschrauber aus den Niederlanden über Ahaus, Borken, Havixbeck und Steinfurt

Der Apache ist ein schwerer, zweimotoriger Kampfhubschrauber, den auch das US-Militär nutzt, aber ansonsten nur sehr wenige Streitkräfte in Europa. Deutschland gehört nicht dazu. Vier massive Apache-Maschinen im Tiefflug über deutschem Boden ist also ein zumindest ungewöhnlicher, für manche womöglich beunruhigender Anblick. In diesem Fall handelt es sich aber lediglich um eine Übung. Erst im Mai 2023 flogen niederländische Apache-Helikopter über das westliche Münsterland und probten Angriffsmissionen.

Das deutsche und das niederländische Militär arbeiten eng zusammen – auch über die Nato-Partnerschaft der beiden Länder hinaus. In Münster ist etwa dauerhaft das „I. Deutsch-Niederländische Corps“ stationiert. Es beherbergt einen klassischen Corpsstab oder ist Hauptquartier für eine spezielle Eingreiftruppe. Für niederländische Kampfpiloten sind Übungen über NRW sinnvoll, weil das Terrain unbekannt sei. Im Gegenzug üben auch deutsche Truppen in den Niederlanden.

Knallgeräusche haben am 1. Mai 2023 für Aufregung gesorgt. Kampfjets durchbrachen über NRW die Schallmauer - auf der Jagd nach einem anderen Flugzeug. Im Juni fand das Kampfjet-Manöver „Air Defender 2023“ in Deutschland statt. Über vielen Regionen war das Manöver zu sehen sein.

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