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Kampfjets der Luftwaffe über NRW: „Erhöhte Lärmbelästigung“ im Dezember

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Von: Maximilian Gang

Ein Eurofighter des Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“ fliegt durch die Luft
Derzeit sind häufiger Eurofighter in NRW zu hören. (Archivbild) © Oliver Berg/dpa

Mitte Dezember kann es teilweise lauter über NRW werden als sonst. Der Grund: Kampfjets. Eurofighter vom Flugplatz Nörvenich führen spezielle Flüge durch.

Nörvenich – Aktuell hört man in einigen Regionen von Nordrhein-Westfalen wieder das Geräusch von fliegenden Kampfjets. In einigen Städten kann man die Maschinen sogar durch die Luft fliegen sehen. Warum?

Fliegerhorst Nörvenich
BezeichnungFliegerhorst Nörvenich
Eröffnung1954
BetreiberLuftwaffe

Kampfjets der Luftwaffe: 30 Eurofighter und 25 Tornados in NRW stationiert

Immer wieder hört man zum Beispiel in Köln Kampfjets, die über die Stadt fliegen. Der Grund dafür ist die räumliche Nähe zum Fliegerhorst Nörvenich bei Düren. Von dort aus werden Übungsflüge durchgeführt. Daher fliegen die Kampfjets teilweise auch nachts über NRW. Auf dem Bundeswehrstützpunkt sind 30 der Eurofighter stationiert. Diese sind Teil des taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“. Bis 2026 sind zudem auch 25 Kampfbomber vom Typ Tornado in Nörvenich stationiert.

Eurofighter in NRW: Vermessungsflüge sorgen für „erhöhte Lärmbelästigung“

Auch Mitte Dezember sind wieder vermehrt Kampfflugzeuge zu hören. Ursache sind wichtige, sogenannte Vermessungsflüge: „Hintergrund dieser Flüge ist die erforderliche Kalibrierung von einzelnen Komponenten der Navigationsanlage jedes einzelnen Eurofighters mit Referenz auf den Flugplatz Nörvenich“, wie die Bundeswehr erklärt. Deshalb seien auch keine anderen Orte für die Abflüge nutzbar.

Für Dezember wurden Flüge von Montag, dem 19. Dezember, bis zum Freitag, dem 23. Dezember angekündigt. Die Uhrzeiten der Flüge sind dabei variabel: Einzig während der Mittagspause – zwischen 12:30 Uhr und 14 Uhr – sind Flüge ausgeschlossen.

„Durch diese Anflüge mit erhöhter Geschwindigkeit wird es dann zu einer zeitweise höheren Lärmbelastung kommen“, so die Bundeswehr. Die Luftwaffe versucht dabei bestmöglich Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen: „Dabei wird wetterabhängig versucht, die Anflugkorridore möglichst variabel zu halten, um die auftretenden Belastungen so gut wie möglich zu verteilen“. Lärmbelästigungen soll auf 30 Minuten beschränkt werden – und vornehmlich Kerpen-Süd und Türnich betreffen.

Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“

Das Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ gehört zu den ältesten fliegenden Einsatzverbänden der Luftwaffe. Es ist eines von vier Eurofighter-Geschwadern in Deutschland. Die Geschichte reicht dabei bereits mehr als 60 Jahre zurück: Die Aufstellung erfolgte bereits am 20. Juni 1958. Seit dem 1. Juli 2015 ist es dem Luftwaffentruppenkommando in Köln-Wahn unterstellt. Benannt wurde die Einheit nach einem der bekanntesten Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, Oswald Boelcke.

Das am Fliegerhorst Nörvenich stationierte Geschwader besteht dabei aus insgesamt 907 Soldatinnen und Soldaten, die auf die Luft-Boden-Fähigkeit der Bundeswehr spezialisiert sind. Hinzu kommen 226 Zivilangestellte. Geführt wird die Einheit vom Kommodore Oberst Timo Heimbach. Die Flotte umfasst 30 Eurofighter. Zuvor wurde es bereits als erstes Geschwader in Deutschland mit dem Kampfflieger des Typs Tornado ausgestattet.

Das Geschwader im Westen Deutschlands entwickelt Verfahren und Ausbildungsgrundlagen für Piloten und Techniker. „Mit dem Kampfjet leistet der Verband seinen Beitrag zur Bündnis- und Landesverteidigung“, wie die Bundeswehr erklärt. Dazu gehöre das Sicherstellen der Luftfähigkeit und das Herstellen der Luft-Boden-Befähigung des Eurofighters für die Luftwaffe. Zudem ist das Geschwader in der Lage, zeitweise die Überwachung des deutschen Luftraums zu übernehmen.

Auch international ist die Einheit aktiv: Dem Geschwader 31 wohnt die Rolle als NATO Response Force inne, es kann also im Bedarfsfall kurzfristig weltweit eingesetzt werden. Auch an grundlegenden NATO- und UN-Missionen sind die Soldaten aus Nörvenich beteiligt.

Luftwaffe: Vermessungsflüge auch an anderen Eurofighter-Standorten

Diese Vermessungsflüge des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“ werden in unregelmäßigen Abständen durchgeführt. Dabei müssen, laut Bundeswehrangaben, alle stationierten Eurofighter diese Flüge durchführen. Nicht nur in NRW passiert das demnach. Auch an den anderen Eurofighter-Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Niedersachsen werden diese Vermessungsflüge absolviert.

Bundeswehr: Vier Eurofighter Standorte in Deutschland

Doch nicht alle Eurofighter-Flüge im Dezember waren angekündigte Vermessungsflüge. Zuletzt hatte eine Bombendrohung gegen einen zivilen Flug für einen Eurofighter-Einsatz der Alarmrotte gesorgt. Im Anschluss mussten die Kampfflieger am Flughafen Köln/Bonn landen. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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