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50 Millionen Euro für Karnevalsvereine: Arzt reagiert fassungslos – „das ist so demütigend“

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Von: Benjamin Stroka

Pfleger und Pflegerinnen sowie eine Ärztin kümmern sich auf einer Intensivstation für Corona-Patienten um einen Patienten.
Viele Menschen im Gesundheitswesen fühlen sich von der Politik im Stich gelassen (Symbolbild). © Sebastian Gollnow/dpa

Wegen ausgefallener Veranstaltungen sollen Karnevalsvereine in NRW 50 Millionen Euro in Finanzhilfen erhalten. Ein Arzt reagiert auf Twitter fassungslos.

Köln – Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will die Karnevalsvereine in NRW mit Fördermitteln in Höhe von 50 Millionen Euro unterstützen. Damit soll ein Großteil der durch die Corona-Pandemie ausgefallenen Saison im Karneval kompensiert werden. Die Nachricht löst aber nicht nur positive Reaktionen aus. Ein Arzt hat jetzt seinem Ärger auf Twitter Luft gemacht und reagiert fassungslos über die Entscheidung.

Finanzhilfe für Karnevalsvereine: Arzt mit deutlicher Kritik

„50000000 Euro für Karnevalsvereine ‚weil sie so gelitten haben‘. Wer hat denn den 140kg-Patienten in Vollschutz mit FFP3 schwitzend auf den Bauch gedreht? Karnevalsprinz Jochen der Erste mit einem dreifach Alaaf? Nee, den hab ich da nicht gesehen“, schreibt der User „Intensivdoc“, ein Facharzt für Anästhesiologie, der auf der Social-Media-Plattform anonym bleiben möchte.

Über 21.000 „Gefällt mir“-Angaben hat der Post bereits erhalten – Tendenz weiter steigend. „Intensivdoc“ prangert vor allem an, dass die Karnevalsvereine 50 Millionen Euro Förderhilfen erhalten, während das Gesundheitswesen „kaputt gespart“ werde. „Ich bin das so leid. Personell und fachlich geht hier gerade alles den Bach runter und man kann im Wesentlichen nur zugucken. Es wird von allem nur das Billigste gekauft. Manche Sets zerreißen beim Auspacken“, klagt der Arzt, der bei Twitter über 61.000 Follower hat.

NRW fördert Karnevalsvereine mit 50 Millionen Euro – für Arzt ist das „demütigend“

Selbst bei den Kasacks, der typischen Oberbekleidung vieler im medizinischen Bereich tätigen Personen, werde gespart. Sie seien kaum in den richtigen Größen verfügbar „Lieber können wir in Sack und Asche (gehen), als dass die Klinik zu viel Geld ausgibt“, schreibt der Arzt und ergänzt: „Womit sich der Kreis zum Aschermittwoch schließt.“ Er werde „bei Gelegenheit eine Gedenkminute für unsere schwer leidenden Karnevalsfreunde einlegen“.

Das Land NRW äußerte sich am Freitag (11. Februar) stolz über die Finanzhilfen für Karnevalsvereine. „Das ist ein wichtiger Meilenstein für die Förderung des Brauchtums in diesen schwierigen Zeiten“, sagte Staatssekretär Nathanael Liminski. „Wir fördern damit das karnevalistische Ehrenamt in der Breite, im ganzen Land. Die Unterstützung insbesondere der vielen kleinen Vereine ist ein zentrales Ziel für uns. Sie prägen unsere Kulturlandschaft maßgeblich.“

Auf Twitter klingt die Reaktion des Users „Intensivdoc“ deutlich: „Das ist alles so demütigend. Wieder so ne Klatsche für alle, die vorne standen. Bisschen was Motivierendes nach zwei Jahren wäre mal ganz geil.“ Und in den Kommentarspalten stimmen ihm viele User zu. (bs mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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