Stutenkerl oder Weckmann? NRWs Gebäck-Chaos auf einer Karte
Stutenkerl oder Weckmann? Eine neue Sprachkarte zeigt, wie NRW das Martinsgebäck nennt. In einigen Städten gibt es sogar noch weitere Bezeichnungen.
Die Zeit um Sankt Martin ist die Zeit der Gebäcke. Doch eines davon spaltet schon seit Jahren die Gemüter – zumindest, wenn es um die Namensgebung geht. Der Mann aus Hefeteig, meist mit eingebackener Keramikpfeife, wird an Sankt Martin ausgegeben und geteilt. Doch wie heißt das beliebte Gebäck nun? Denn hierzulande hat es tatsächlich viele Namen.

„Wie groß die Namensvielfalt tatsächlich ist und wo der Gebäckmann wie genannt wird, zeigt nun eine neue Sprachkarte der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR). Sie bildet die fast 2.900 Antworten ab, die die Sprachwissenschaftler:innen mit der ‚Palava‘-App gesammelt haben“, schreibt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).
Martinsgebäck in NRW: Es gibt viele Namen
Hierbei seien zwei Bezeichnungen besonders auffällig. Das Bundesland scheint nämlich zweigeteilt, wenn man sich die Karte anschaut. Der westfälische Landesteil sagt „Stutenkerl“, der rheinländische „Weckmann“, so der LWL. Doch die Forschung zeigt, dass es auch einige lokale Benennungen gibt. So heißt der Gebäckmann in Viersen und Umgebung „Bukmann“ oder in Mülheim an der Ruhr „Puhmann“, während er im Bergischen Land – wo Westfalen und Rheinland aufeinandertreffen – als Kompromissform „Stutenmann“ genannt wird.

So nennen die Menschen in NRW das Martinsgebäck
Die Karte des LWL zeigt zudem, weitere Namen für das beliebte Martinsgebäck. Die Karte im Überblick:
| Begriff | Wo gebräuchlich? |
| Stutenkerl | Westfalen |
| Weckmann | Rheinland |
| Stutenmann | Bergisches Land |
| Puhmann | Mülheim an der Ruhr |
| Pfeifenmann | Mettingen, Wachtberg |
| Kloskerl | Duisburg, Wuppertal, Essen |
| Pfeifenkerl | Mechernich, Neunkirchen, Sonsbeck, Langenberg, Gütersloh, Werther, Spenge, Hopste |
| Bukmann | Niederrhein |
| Klosmann | Heimbach, Erftstadt |
Der Martinstag zählt seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Lostagen vor dem Winter. „An Martini Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein“, lautet ein bekannter Spruch einer uralten Bauernregel. Viele schauen auf eine alte Bauernregel, die auf das Wetter in der kalten Jahreszeit hindeutet.