Bekannt durch Michael Schumacher

Kerpen: Leben zwischen Kartbahn, Tagebau und wunderschöner Natur

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Auf dieser Kartbahn in Kerpen begann die Karriere der Schumacher-Brüder
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Kerpen liegt etwa 20 Kilometer westlich von Köln und ist durch den Braunkohletagebau geprägt. Bekannt wurde die Stadt durch die beiden Formel-1-Fahrer Michael und Ralf Schumacher.

  • Kerpen liegt im rheinischen Braunkohlerevier und ist die größte Stadt im Rhein-Erft-Kreis
  • Michael Schumacher und Ralf Schumacher wuchsen in Kerpen auf und drehten hier ihre ersten Kart-Runden
  • Der Priester Adolph Kolping stammt aus Kerpen und gründete das weltweit bekannte Kolpingwerk

Kerpen ist eine Stadt im Westen von Nordrhein-Westfalen und liegt im Rhein-Erft-Kreis, bis zur Domstadt Köln sind es etwa 20 Kilometer, bis Aachen etwa 50 Kilometer. Mit mehr als 68.000 Einwohnern ist Kerpen die größte Stadt im Rhein-Erft-Kreis. Weit über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen wurde Kerpen bekannt durch die Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher und Ralf Schumacher, die zwar nicht in Kerpen geboren worden sind, hier aber auf der dortigen Kartbahn ihre ersten Runden als Rennfahrer drehten. Die Stadt liegt im rheinischen Braunkohlerevier, nahe an der Fläche Hambach, in der aktuell noch Braunkohle gefördert wird, vermutlich bis mindestens etwa 2030. Da Deutschland aber regelmäßig über den Kohleausstieg diskutiert wird, ist eine Prognose über diese Entwicklung schwierig.

Kerpen liegt mitten im rheinischen Braunkohlerevier

Kerpen ist zum ersten Mal im Jahr 871 urkundlich erwähnt worden. Das heutige Kerpen ist 1975 aus der damaligen Stadt Kerpen und sieben Gemeinden, die bis dahin eigenständig waren, im Zuge der Gemeindereform durch das ein Jahr vorher beschlossene Köln-Gesetz entstanden. Da die Stadtteile zum Teil durch recht große Freiflächen voneinander getrennt sind, haben sich alle ihre Eigenständigkeit bis zu einem gewissen Grad erhalten. In den fünfziger Jahren wurden die Stadtteile Mödrath und Bottenbroich umgesiedelt, um dem Braunkohletagebau Frechen Platz zu machen.

Ein Bagger ist im Braunkohle Tagebau Hambach vor dem Kraftwerk Neurath zu sehen.

Die Einwohner bekamen neue Baugebiete zugewiesen, zum einen im Nordosten Kärntens, zum anderen ein Baugebiet im Osten Horrems. Auch der Stadtteil Manheim wird dem Tagebau Hambach weichen müssen, dies soll in den nächsten Jahren abgeschlossen sein. Die Einwohner haben sich in einer Abstimmung dafür entschieden, nach Kerpen-Dickbusch umzusiedeln.

Basisinformationen Kerpen (Rhein-Erft-Kreis)

Einwohnerzahl Kerpen66.700 (Stand 12/2019)
KreisRhein-Erft-Kreis
RegierungsbezirkKöln
BundeslandNordrhein-Westfalen
Postleitzahl Kerpen50169, 50170, 50171
Vorwahl Kerpen02237, 02273, 02275
Autokennzeichen KerpenBM

Verkehrstechnisch ist Kerpen gut angebunden. Es liegt am Autobahnkreuz Kerpen an der Autobahn A4 bzw. A61. über die A4 ist man gut an Aachen angebunden, die A61 führt in den Norden von Nordrhein-Westfalen, bis an die holländische Grenze. Im Süden führt sie Richtung Koblenz und Mainz, auch die Autobahn A1 ist so schnell zu erreichen.

Kerpen ist per Bahn gut über den Bahnhof Horrem im gleichnamigen Stadtteil zu erreichen. Die wichtigsten Verbindungen sind:

Der Konrad-Adenauer-Flughafen in Köln ist per Bahn mit der S19 zu erreichen, mit dem PKW über die A4 und dann die A59. Der Flughafen Düsseldorf ist über den RE1 RRX NRW-Express angebunden und in etwa einer Stunde per Auto über die A61, die A44 und die A57 und dann nochmal die A46.

Kerpen ist die Kolpingstadt - der Begründer des Kolpingwerkes wurde hier geboren

Seit März 2012 trägt Kerpen den offiziellen Zusatz Kolpingstadt, was an den katholischen Priester Adolph Kolping, der 1813 in Kerpen geboren wurde, erinnert. Kolping wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und absolvierte eine Lehre als Schumacher. Schon früh setzte er sich mit der sozialen Frage. Ab 1841 studierte er Theologie, zunächst in München, später in Bonn und dann in Köln. Sein Studium konnte er durch eine Art Stipendium finanzieren, das die Tochter eines Gutsbesitzers ausgelobt hatte. 1845 wurde er zum Priester geweiht und arbeitete danach in Wuppertal-Elberfeld. 1849 gründete er in Köln den Gesellenverein. Auch in anderen Städten entstanden solche Vereine. Im folgenden Jahr wurden mehrere dieser Vereine zum rheinischen Gesellenbund zusammengeschlossen, das war der Vorläufer des heutigen internationalen Kolpingwerkes.

Von Kerpen auf die Musicalbühnen der Welt

Das Gymnasium der Stadt Kerpen war zeitweilig Schule in ganz Deutschland. Heute besuchen noch mehr als 2000 Schüler die 1968 gegründete „Europaschule“. An dieser Schule wurde auch das „Musicalensemble Erft“ gegründet, welches weit über die Grenzen des Rhein-Erft-Kreises als Amateur-Musical-Theater bekannt ist und mehrere international erfolgreiche Musicaldarsteller hervorgebracht hat, darunter Dominik Hees, der 2008 an der Schule Abitur machte. 2014/15 spielte er in Hamburg die Hauptrolle in „Das Wunder von Bern“. Heute ist das „Musicalensemble Erft“ ein Verein,

Weltstars aus Kerpen: Michael und Ralf Schumacher drehten hier ihre ersten Kart-Runden

Die berühmtesten Söhne der Stadt Kerpen sind wahrscheinlich die Formel 1 Rennfahrer Michael und Ralf Schumacher. Beide wurden allerdings im nahegelegenen Hürth geboren. Michael Schumacher besuchte die Gudrun-Pausewang-Grundschule und später die Otto-Hahn-Realschule in Kerpen. Anschließend machte er eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker, die er 1989 mit der Gesellenprüfung erfolgreich beendete. In Kerpen-Hochheim konnte Michael bei den Rennsportfreunden Wolfgang Graf Berghe von Trips, Go-Kart-Club Horrem e.V. auch die ersten Rennerfahrungen sammeln. Der Rennfahrer Berghe von Trips war ebenfalls in Kerpen aufgewachsen, er starb 1961 bei einem Rennunfall im italienischen Monza.

Michael Schumacher gab sein Debüt in der Formel 1 im Jahr 1991 beim Großen Preis von Belgien. Sein letztes Formel-1-Rennen war der Große Preis von Brasilien 2012, insgesamt hat Michel Schumacher 307 Formel-1-Rennen bestritten, 91 davon hat er gewonnen. Am 29. Dezember 2013 erlitt Michael Schumacher einen Ski-Unfall im französischen Méribel. Dabei prallte er mit dem Kopf gegen einen Felsen, er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, sein Zustand war kritisch, er wurde anschließend in ein künstliches Koma versetzt. Erst knapp ein halbes Jahr später teilte seine Managerin mit, dass Schumacher nicht mehr im Koma liege und das Krankenhaus verlassen hat. Seit September 2014 ist er in seinem Haus im Schweizer Ort Gland im Kanton Waadt. Seitdem gibt es keine offiziellen Angaben mehr zu seinem Gesundheitszustand.

Sein Bruder Ralf zum ersten Mal 1997 beim Großen Preis von Australien in der Formel 1. Seinen letzten Start hatte er beim Großen Preis von Brasilien 2007. Ralf Schumacher brachte es somit auf 180 Starts, sechs Rennen gewann er. Er lebt in der Nähe von Salzburg in Österreich.

In Kerpen erinnert vor allem die „Michael Schumacher Kartbahn“ an den wohl größten Sohn der Stadt. Auch eine Straße wurde nach Michael Schumacher benannt, die Kartbahn befindet sich in dieser Straße. (cb)

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