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Dramatische Szenen: Familie beim Baden im Rhein mitgerissen – Gaffer filmen alles

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Rettungskräfte stehen am Ufer des Rheins in Wesseling während eines Einsatzes, daneben Blick auf den Rhein bei Wesseling. (Montage)
Wesseling Rhein © Manngold/Imago & Feuerwehr Wesseling/dpa

In Wesseling wurden ein Vater und seine vier Kinder beim Baden im Rhein vom Sog erfasst. Der Vater, versuchte, seine Kinder zu retten – und ging unter.

Wesseling – Dramatische Szenen im Rhein bei Wesseling: Am Dienstagabend (23. August) spielten dort gegen 20:30 Uhr ein Vater und seine vier Kinder im Alter von 9, 8, 6, und 2 Jahren am Sandstrand im Wasser. Als ein Tankschiff vorbeikam und ankerte, wurden der 37-jährige Vater und sein zweijähriges Kind durch den Sog unter Wasser gezogen. Die anderen drei Kinder gerieten ebenfalls in Not.

Badeunfall im Rhein bei Wesseling: Vater geht mit seinen Kindern unter

Rettungskräfte sind wegen des Badeunfalls am Rhein in Wesseling.
Rettungskräfte waren wegen des Badeunfalls am Rhein in Wesseling im Einsatz. © Feuerwehr Wesseling

Nach Angaben der Feuerwehr soll der Vater es geschafft haben, unter Wasser zu tauchen und sein zwei Jahre altes Kind zu retten. Danach suchte er unter Wasser nach den anderen Kindern. Sofort kamen einige Menschen zur Hilfe. Auch die Feuerwehr aus Wesseling (Rhein-Erft-Kreis) war wenige Minuten später vor Ort.

Der Vater war bei der Suche nach seinen Kindern inzwischen bewusstlos geworden und untergegangen. Aber die Einsatzkräfte konnten ihn und alle vier Kinder lebend aus dem Rhein retten. Notärzte kümmerten sich sofort um die Familie. Sie kamen danach ins Krankenhaus. Die Mutter war nicht im Wasser, wurde aber auch von den Rettungskräften seelsorgerisch betreut.

„Es war äußerst knapp und hätte schlimm enden können. Gott sei Dank geht es allen besser, aber sie sind noch im Krankenhaus“, sagte Feuerwehrchef André Bach der Deutschen Presse-Agentur. Glücklicherweise war der Feuerwehrchef zufällig in der Nähe und daher schnell vor Ort. Bach dankte auch den Ersthelfern am Strand. „Sie haben wichtige Erste Hilfe geleistet und die Arbeit am Einsatzort ging Hand in Hand mit der Feuerwehr und dem Rettungsdienst“, lobt der Feuerwehrchef.

Badeunfall am Rhein: Viele Schaulustige filmen, statt zu helfen

So vorbildlich haben sich aber offenbar nicht alle Menschen vor Ort benommen. Schockiert war die Feuerwehr vom Verhalten mehrerer Schaulustiger. Einige Menschen, die den Badeunfall beobachtet hatten, sollen ihre Kameras gezückt und den Vorfall gefilmt haben. Geholfen haben sie nicht. „Weniger erfreulich war die große Anzahl an Passantinnen und Passanten, die den Einsatzort säumten, um Handyvideos zu drehen. Ich muss sagen, das widert mich an“, sagte Bach. Auch die Stadt Wesseling kritisierte das Verhalten der Schaulustigen. „Dazu fehlen uns echt die Worte“, heißt es in einem Social-Media-Statement.

Seit Monaten wird davor gewarnt, im Rhein zu baden. Auch bei Niedrigwasser ist das Baden in dem Fluss weiterhin sehr gefährlich. „Bei gefährlichen Strömungen wirkt der Sog so stark, dass er selbst geübte Schwimmerinnen und Schwimmer bis auf den Grund zieht. Diese Strömungen sind unberechenbar und meist nicht zu erkennen“, erklärte bereits im Juli die Stadt Köln.

„Dieser Abend zeigt wieder: Der Rhein ist ein Verkehrsweg und kein Ort zum Baden! Das Badeverbot gilt nicht umsonst und ist dringend einzuhalten!“, betonte auch die Stadt Wesseling am Mittwoch nochmal. (bs mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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