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Tödliche Schüsse auf Kirmes in Lüdenscheid: Tatverdächtige wieder frei

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Von: Nina Büchs, Sebastian Richter

Kirmes in Lüdenscheid: Nach einem Streit fielen Schüsse – ein Mann starb. Die Ermittlungen in dieser Angelegenheit dauern an.

Update vom 7. Juni, 14.25 Uhr: Auf einer Kirmes in Lüdenscheid ist am 21. Mai ein Mann erschossen worden. Ende vergangener Woche nahm die Polizei Hagen eine Person fest. Noch am selben Tag sei er wieder freigelassen worden, berichtet die Polizei am Dienstag (07. Juni). Außerdem wurde am Dienstag der Minderjährige aus der U-Haft freigelassen, der bereits am 23. Mai festgenommen wurde. „Aufgrund der am Wochenende gewonnenen neuen Erkenntnisse besteht gegen ihn kein dringender Tatverdacht fort“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Polizei.

Schüsse auf Kirmes: SEK-Einsatz in Lüdenscheid – eine Festnahme

Update vom 4. Juni, 11:59 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen auf einer Kirmes in Lüdenscheid wurde am Samstagmorgen (4. Juni) eine Person festgenommen. Polizei und SEK hatten am Morgen eine Wohnung in Lüdenscheid durchsucht. „Hintergrund des Einsatzes ist das Tötungsdelikt auf der Lüdenscheider Kirmes“, erklären Polizei und Staatsanwaltschaft. Nähere Informationen zum Einsatz wurden „aus ermittlungstaktischen Gründen“ bislang nicht bekannt gegeben.

Schüsse auf Kirmes: Polizei setzt auf Spürhunde – und sperrt Autobahn dafür

Update vom 2. Juni, 13:27 Uhr: Die Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft Hagen gehen nach den tödlichen Schüssen auf einer Kirmes in Lüdenscheid am 21. Mai weiter. Am Mittwoch (1. Juni) wurden dazu weiter Ermittlungsmaßnahmen in Lüdenscheid durchgeführt, wobei Mantrailing-Hunde eingesetzt wurden. „Aufgrund aufgenommener Geruchsspuren mussten Teile der Autobahn A45 und A46 für die Suchmaßnahmen nacheinander abgesperrt werden“, erklären Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Mitteilung weiter.

Lüdenscheid: Schüsse auf Kirmes – Veranstalter übt Kritik, Haftbefehl gegen 16-Jährigen

Update vom 24. Mai, 19:38 Uhr: Inzwischen konnte die Staatsanwaltschaft einen Verdächtigen festnehmen und hat sogar einen Haftbefehl gegen ihn erlassen.  Der Tatverdächtige habe seinen Wohnsitz in Lüdenscheid, teilte die Staatsanwaltschaft Hagen am Dienstag, 24. Mai, mit. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll der Verdächtige 16 Jahre alt sein. Spezialkräfte nahmen den Jugendlichen am Montagabend, 23. Mai, in Lüdenscheid fest.

Kirmes Lüdenscheid: Mann (40) durch Schuss tödlich verletzt – Veranstalter kritisiert Behörden

Lüdenscheid – Zwei Tage nach den Schüssen auf der Kirmes in Lüdenscheid, bei denen ein möglicherweise unbeteiligter Mann (40) getötet wurde, haben die Schausteller auf das tragische Ereignis reagiert. „Wir als Veranstalter bedauern diesen Vorfall zutiefst und bekunden allen Beteiligten und vor allem den Angehörigen des Verstorbenen größte Anteilnahme“, heißt es in einem Facebook-Post. Zeitgleich übte die Steinert Kirmes Lüdenscheid jedoch auch Kritik an den öffentlichen Behörden und zog jetzt Konsequenzen.

Bezüglich der Tätersuche gab es am Montagabend (23. Mai) gute Nachrichten: Im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt auf der Kirmes ist eine männliche Person vom SEK Lüdenscheid festgenommen worden. „Die Wohnung des Festgenommenen wurde auf Grund eines zuvor durch die Staatsanwaltschaft Hagen erwirkten Beschlusses durchsucht“, so die Behörde.

Kirmes Lüdenscheid: Mann durch Schüsse tödlich verletzt

Der Reihe nach: Wie die Polizei berichtet, geriet ein Lüdenscheider (16) am Samstagabend, 21. Mai, mit einer 6-köpfigen Personengruppe auf dem Kirmesgelände in Streit. Der 16-Jährige versuchte später, die Gruppe mit seinem Erziehungsberechtigten zur Rede zustellen. Die Gruppe flüchtete jedoch daraufhin. Dabei gaben zwei Personen aus der Gruppe Schüsse ab – sowohl aus einer Schreckschusswaffe, als auch aus einer scharfen Schusswaffe. Ein Projektil traf dabei einen 40-jährigen Mann aus Gummersbach, der sich ebenfalls am Ausgang der Kirmes aufhielt, erklärt die Polizei. Für ihn kam jede Hilfe zu spät – er erlag noch im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Nach diesem Vorfall lief die Kirmes in Nordrhein-Westfalen trotzdem regulär weiter. Zwei Tage war auf den Social-Media-Kanälen des Veranstalters nichts von dem Zwischenfall zu lesen. Am Montag, 23. Mai, kam nun doch eine Stellungnahme – mit deutlicher Kritik. „Über das gesamte Wochenende wurde der Veranstalter von keiner offiziellen Seite über den Vorfall und die Geschehnisse bzw. die Hintergründe informiert. Alle uns vorliegenden Informationen konnten auch wir ausschließlich der Presse entnehmen, was uns den Umgang mit der Situation in allen Bereichen zusätzlich erschwert hat“, heißt es in dem Facebook-Post der Kirmes.

Steinert Lüdenscheid: Veranstalter wurde nicht über Vorfall informiert

Wie aber kann es sein, dass der Veranstalter laut eigenen Aussagen nichts von dem Vorfall mitbekommen hatte? „Wir wurden weder von der Polizei, noch vom Ordnungsamt über den Vorfall informiert. Ich habe erst bei Facebook davon erfahren. Mich rief dann der Bürgermeister an und fragte, ob ich Informationen zu den Geschehnissen hätte“, so Thomas Jacob, Schausteller und Vorstand der Steinert Kirmes, gegenüber 24RHEIN. Auch andere Schausteller wären demnach nicht auf ihn zugegangen, um ihn darüber in Kenntnis zu setzen, so Jacob.

In Polizei-Kreisen heißt es dazu, es sei schwer vorstellbar, dass der Kirmes-Veranstalter selbst nichts von dem Vorfall am Samstagabend mitbekommen habe – schließlich sei der Polizeieinsatz der halben Stadt aufgefallen. Inwiefern, beziehungsweise ob der Veranstalter tatsächlich nicht von Ermittlern informiert wurde, konnte gegenüber 24RHEIN bislang nicht beantwortet werden.

Kirmes Lüdenscheid: Schausteller stocken Sicherheitspersonal auf

Er sei natürlich „geschockt“ über den Vorfall, so Jacob weiter. Die Kirmes nach diesem Ereignis ganz zu schließen, sei jedoch „die falsche Reaktion“. „Es muss ja weitergehen für uns Schausteller. Wir sind von den zwei Jahren Pandemie und dem Berufsverbot stark gebeutelt. An der Kirmes hängt unsere Existenz“, betont er.

Dennoch werde man nun Konsequenzen aus den Ereignissen ziehen, um einen möglichst unbeschwerten Kirmes-Aufenthalt sicherzustellen. „Gewalttaten haben auf einer Kirmes, einem Fest, das Ablenkung, Freude und Spaß vermitteln soll, überhaupt nichts verloren!“, heißt es in der Stellungnahme auf Facebook. Mit bestimmten Maßnahmen wollen die Schausteller dazu beitragen, dass die Kirmes in Lüdenscheid sicherer wird. So habe der Veranstalter „das Sicherheitspersonal nachträglich aufgestockt, sodass solche Auseinandersetzungen noch besser und schneller erkannt und frühzeitig unterbunden werden können.“

Links sieht man Polizisten auf der Kirmes, rechts ein Polizeiauto hinter einem Absperrband. (IDZRW-Montage)
Polizisten auf der Steinert-Kirmes in Lüdenscheid (IDZRW-Montage) © Markus Klümper/dpa & Sebastian Kahnert/dpa

Auf den Facebook-Post haben inzwischen zahlreiche Menschen reagiert. Ein User schreibt zum Beispiel, es sei traurig, „dass der Veranstalter nicht einmal über die Ereignisse informiert wurde“. In einem weiteren Kommentar schlägt eine Userin vor, dass man künftig wie bei einem Flughafen Taschen kontrollieren sollte und den Eingang auf einen Bereich begrenzen könnte. Laut Jacob wäre dies jedoch personaltechnisch schwer umsetzbar – dafür fehle es an zusätzlichen Kräften.

Auch die „zusätzlichen Sicherheitskräfte waren bereits schwer zu bekommen“, sagt Jacob. Zudem wäre auch der organisatorische Aufwand enorm. Denn dann müsse das Gelände auch komplett eingezäunt werden, um wirklich sicherzustellen, dass niemand mit gefährlichen Gegenständen auf die Kirmes kommen könne. (nb mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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