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Corona-Tests sind nicht mehr kostenlos – Pfarrer hat klare Meinung dazu

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Von: Johanna Werning

Pfarrer Franz Meuerer aus Köln bei einer Dankesrede.
Pfarrer Franz Meuerer aus Köln sieht in den kostenpflichtigen Corona-Tests eine Chance (Symbolbild) © Benjamin Horn/Imago

Der Sozialpfarrer Franz Meurer aus Köln sieht in den kostenpflichtigen Corona-Tests den richtigen Weg – obwohl die zusätzlichen Kosten ärmere Menschen treffen.

Köln – Seit Mitte Oktober ist es so weit: Corona-Tests sind kostenpflichtig*. Damit ist die Ära der Gratis-Bürgertests vorbei. Wer sich jetzt auf das Coronavirus* testen möchte, muss selbst bezahlen. Die Kosten belaufen sich zwischen 15 und 25 Euro. Für den Sozialpfarrer Franz Meurer* aus Köln* ist das der richtige Weg – auch, wenn die zusätzlichen Kosten gerade die ärmeren Menschen trifft.

Pfarrer Meurer für kostenpflichtige Corona-Tests – Anstoß für Impfungen

„Ich habe mich für die Gebühren ausgesprochen und durchaus viel Kritik einstecken müssen“, erklärt er im Gespräch mit dem Domradio. „Leider sagt uns ja die Verhaltensforschung und Psychologie, dass Belohnung allein nicht hilft, sondern dass auch Bestrafung dazu muss. Ich hätte es lieber andersrum, aber so ist die Welt.“

Darum ist sich Meurer auch weiterhin sicher: Auch wenn es – „wie immer – die Armen bestraft“, ist das Ende der kostenpflichtigen Corona-Tests der richtige Weg. Die Menschen „brauchen einen Stups, um zu kapieren, wie wichtig Impfen ist.“

Seit dem 11. Oktober sind Corona-Tests kostenpflichtig

Seit Mitte Oktober sind die Corona-Tests kostenpflichtig. Somit müssen die Bürgertests selbst bezahlt werden. Die Tests kosten dann zwischen 15 und 25 Euro. Es gibt jedoch für bestimmte Personengruppen Ausnahmen.

Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, können sich auch weiterhin kostenlos testen lassen.

Eine weitere Ausnahmen betrifft Menschen, für die erst seit Kurzem eine Impfempfehlung vorliegt (z.B. Schwangere und Minderjährige).

Köln: Sozialpfarrer für kostenpflichtige Corona-Tests – Stadt und Kirche haben wichtige Aufgabe

Denn gerade in „beengten Wohnverhältnissen“ ist der Corona-Schutz laut Meurer wichtig. Der Pfarrer sieht da auch eine wichtige Aufgabe bei der Kirche, der Stadt und sozialen Einrichtungen. „Das heißt, wir müssen das neben der Aufklärung in allen Sprachen den Leuten klarmachen.“ Nur so ist ein normales Leben wieder möglich. „Es ist anstrengend, es ist langwierig, aber es lohnt sich“, fasst Sozialpfarrer aus Köln zusammen.

Sozialpfarrer Franz Meurer

Franz Meuer ist am 1. Oktober 1951 in Köln geboren. 1978 wurde er zum Priester geweiht. Seit 1992 ist er Pfarrer in den Stadtteilen Vingst und Höhenberg im Stadtbezirk Köln-Kalk*. 2020 wurde der Kölner mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen* ausgezeichnet.

Als Sozialpfarrer ist Meurer seelsorgerisch und beratend im Einsatz. Zusätzlich ist er häufig Gast in verschiedenen Talkshows.

Eine Hilfe bieten dabei unter anderem die niederschwelligen Impfangebote in Köln. In der Vergangenheit gab es in vulnerablen Räumen Schwerpunktimpfungen, mittlerweile tourt der Impfbus durch Köln*. Sogar der Kölner Karneval* und Gastro-Betriebe starten zusätzliche Impfangebote.

Köln: Pfarrer Meurer fordert strengere Corona-Regeln – 2G-Prinzip für Bus und Bahn

Doch nicht nur in Bezug auf die Bezahlung bei den Corona-Tests hat er eine klare Haltung: „Ich bin eigentlich für noch strengere Regeln.“ Neben dem Singverbot und der 3G-Regel im Gottesdienst ist der Geistliche für eine 2G-Regel in Bus und Bahn. Konkret heißt das, dass nur noch Geimpfte und Genesene mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dürfen.

Dabei erinnert sich der Meurer auch an ein eigenes Erlebnis: „Ich saß über Stunden im Zug und ich kann Ihnen nur sagen, da bekomme ich schon Angst.“ *24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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