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Betrüger ergaunern mit fiktiven Corona-Testzentren Millionen

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Polizeiabsperrband und ein Corona-Testzentrum.
Die Polizei Köln und die Staatsanwaltschaft hat am 13. Dezember vier Haftbefehle in NRW und Italien wegen Betrugs in Millionenhöhe vollstreckt (IDZRW-Montage). © Andreas Arnold & Christoph Reichwein/dpa

Eine Betrüger-Bande hat sich mit fiktiven Corona-Testzentren im Raum Köln über 16 Millionen Euro erschlichen. Der Drahtzieher soll in Sizilien sitzen.

Update vom 14. Dezember, 6:37 Uhr: Staatsanwaltschaft und Polizei Köln gaben bekannt, dass es sich um eine Betrüger-Bande handeln soll, die mit erfundenen Corona-Tests aus fiktiven Testzentren im Raum Köln mehr als 16 Millionen Euro erschlichen hat. Mehr als sechs Millionen davon konnten bereits beschlagnahmt werden. Zuvor gingen die Ermittler mit Durchsuchungen in Köln, Bergisch Gladbach, Hürth, Siegburg, Langenfeld, Wuppertal und Palermo gegen Verdächtigen vor. Insgesamt gäbe es 22 Beschuldigten. Der „mutmaßliche Hauptdrahtzieher“ sei auf Sizilien festgenommen worden, so die Polizei gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Das mutmaßliche Vorgehen der Gruppe sei geradezu „simpel“ gewesen, sagte Kriminaldirektor Michael Esser der dpa. „Es hat selbst uns erfahrene Ermittler erstaunt, dass man mit wenigen vorbereitenden Handlungen letztendlich unentdeckt so viel Geld beiseiteschaffen kann.“ Mit dem Betrug konnten alleine in Köln insgesamt neun fiktive Testzentren entstehen.

Doch wie konnte es dazu kommen? Die Verdächtigen sollen ein Schreiben der Stadt Köln zur Bescheinigung eines Testzentrums bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein verfälscht haben. Dabei sei eine real existierende Teststellen-Nummer eingefügt worden. Woher die mutmaßlichen Täter sie hatten, ist noch unklar. Allerdings sei eine solche Nummer etwa auf Mitteilungen zu Testergebnissen zu finden, erläuterte Esser. Mit dem gefälschten Schreiben soll es möglich gewesen sein, einen Zugang zum Portal der KV zu bekommen, um Tests abzurechnen. 

Fiktive Corona-Testzentren im Raum Köln führten zum Betrug in Millionenhöhe

Erstmeldung vom 13. Dezember: Köln – Ein Betrug in Millionenhöhe: Wegen des mutmaßlichen Betrugs mit Corona-Testabrechnungen hat die Polizei Köln am frühen Dienstagmorgen, 13. Dezember 2022, vier Haftbefehle in NRW und Italien vollstreckt. Laut Angaben der Polizei dauern die Durchsuchungen in den nordrhein-westfälischen Städten sowie in einer italienischen Stadt noch an.

Corona-Test-Betrug in NRW: Durchsuchungen auch in Italien

Bei den Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln ginge es um banden- und gewerbsmäßigen Betruges. Auch in der italienische Stadt Palermo soll es am Dienstag Durchsuchungen und Haftbefehle geben. Zu den Hintergründen und genaueren Einsatzorten äußerten sich die Behörden zunächst nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft würden „frühestens am späten Vormittag Stellung nehmen“, heißt es in einer Mitteilung. (spo/ots/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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