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Kostüm-Gigant Deiters: Karneval trotz Corona – „nun droht uns das nächste Loch“

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Blick auf den Schriftzug und Logo des Kostümhändlers Deiters.
Ein erneutes Sessions-Aus bedeutet für den Kostümriesen Deiters eine wirtschaftliche Katastrophe (Symbolbild) © Rolf Vennenbernd/dpa

Der Kostümriese Deiters hofft auf einen unbeschwerten Kölner Karneval. Falls die Session aufgrund des Coronavirus abgesagt wird, „droht uns das nächste Loch“.

Frechen – Der Kostümhändler Deiters hofft auch in Corona-Zeiten auf einen unbeschwerten Karneval mit vielen feiernden Menschen im Februar. Wenn die Infektionszahlen dank der Impfungen zurückgingen, werde unter 2G- oder 2+-Bedingungen sicheres Feiern ohne Ansteckungsrisiko möglich sein, sagte Firmeninhaber Herbert Geiss der dpa in Frechen. „Die Inzidenz muss sinken, und sie wird auch durch die in den letzten Tagen eingeleiteten Maßnahmen sinken.“

Deiters: Karneval trotz Corona – düstere Zeiten für Kostüm-Giganten

Die Firma mit 280 Festangestellten und 31 Filialen in Deutschland macht normalerweise etwa zwei Drittel ihres Geschäfts mit Karnevalsartikeln. Aufgrund des Coronavirus brach der Umsatz nach den Worten von Geiss um rund 90 Prozent ein. Nach einer langen Geschäftsflaute, bei der nur über den Online-Shop etwas Geld in die Kassen kam, machten die Deiters-Filialen Anfang Oktober wieder auf. „Wir hatten dann ein starkes Halloween-Geschäft und starke Karnevalsverkäufe zum 11.11.“, sagt Geiss.

Die Verkaufszeit von Anfang Oktober bis zum 11.11. sei fast so gut gewesen wie vor Corona. Als die Inzidenz dann aber deutlich anstieg und Corona-Einschränkungen verschärft wurden, sackte die Nachfrage nach den Worten von Geiss ab – und zwar deutlich stärker als dies nach dem 11.11. normalerweise der Fall ist. Nun sehe es für Deiters in wirtschaftlicher Hinsicht wieder so düster aus wie vor der Wiederöffnung der Filialen.

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Kostüm-Gigant Deiters: „Nun droht uns das nächste Loch“

Unlängst hatte das Comitee Düsseldorfer Carneval entschieden, den Rosenmontagszug wegen der Pandemie im kommenden Jahr vom 28. Februar auf den 8. Mai zu verschieben. Nach Debatten um den Tag – unter anderem endete am 8. Mai 1945 der 2. Weltkrieg – soll der Umzug nun am 29. Mai stattfinden. Der Kölner Karneval bleibt hingegen beim 28. Februar. Und auch Kostümhändler Geiss hält wenig von dem Düsseldorfer Vorhaben. Durch so eine Verlegung verliere die Faszination des traditionellen Karnevals seine Wirkung, moniert er. „Heiligabend kann man auch nicht einfach ins Frühjahr verlegen.“ Geiss bezweifelt, dass sich viele Menschen an Karnevalsfeierlichkeiten im Mai beteiligen werden. Für seine Firma werde die Kostümnachfrage bei Karnevalsfeiern im Mai wohl schwach ausfallen, schätzt er.

Geiss setzt darauf, dass die jetzigen Corona-Einschränkungen Anfang nächsten Jahres wieder gelockert werden und ein Stück Normalität zurückkehrt – inklusive Partys mit Verkleidungen. Sollte der Karneval wider Erwarten doch wieder ausfallen oder sollten die Feiermöglichkeiten stark eingeschränkt werden, wäre das ein weiterer herber Rückschlag für seine Firma. „Es ging gerade wieder aufwärts und nun droht uns das nächste Loch“, sagt er. Trotz der aktuell düsteren Perspektive betont er, dass seine Firma finanziell solide aufgestellt sei und die Durststrecke überstehen werde. „Wenn Corona vorbei ist, wollen wir expandieren.“

Die Firma aus Frechen ist Marktführer in der kleinen Kostümbranche. Ein Konkurrent mit Filialen ist Karnevalswierts aus Heerlen bei Aachen. Zudem mischen reine Onlinehändler in dem Marktsegment mit. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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