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Glühendes Eisen in Gießerei ausgelaufen – schwer verletzte Mitarbeiter retten sich auf Dach – Ursache klar

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Von: Stefanie Knupp

Ein Fahrzeug der Feuerwehr steht in der Zufahrt zu der Gießerei in Krefeld.

Ein Fahrzeug der Feuerwehr steht in der Zufahrt zu der Gießerei in Krefeld. © Alexander Forstreuter/dpa

Neun Verletzte gab es am Dienstagabend bei einem schweren Betriebsunfall in Krefeld – darunter zwei Feuerwehrmänner. Flüssiges Eisen verursachte mehrere Brände.

Update vom 13. Januar, 15:55 Uhr: Nach den dramatischen Szenen in einer Krefelder Gießerei haben Ermittler jetzt die Unglücksursache gefunden: Wie die Bezirksregierung Düsseldorf am Mittwoch mitteilte, sei aus einer undichten Gießpfanne flüssiges Eisen ausgelaufen, das den Brand verursacht hatte. Die Feuerwehr hatte zunächst von Stahl gesprochen. Der Arbeitsschutz der Bezirksregierung sei in Krefeld vor Ort und im Austausch mit Einsatzkräften und Ermittlern.

Insgesamt hatte der Einsatz der Feuerwehr vier Stunden gedauert. Das Unternehmen, die Siempelkamp Giesserei in Krefeld, vermeldete am Mittwoch auf seiner Homepage, es habe „zu keiner Zeit eine Gefahr für Umwelt und Anwohner“ gegeben. Das ausgelaufene Eisen habe Arbeitsmaterialien und Werkzeuge, darunter einen Schaltschrank, entzündet.

Krefeld: Glühender Stahl in Gießerei ausgelaufen – schwer verletzte Mitarbeiter retten sich auf Dach

Erstmeldung vom 13. Januar, 10:55 Uhr: Krefeld – Gegen 18 Uhr wurde die Krefelder Feuerwehr am Dienstag (12. Januar) zu einer Gießerei in der Siempelkampstraße in Krefeld gerufen. Unkontrolliert auslaufender Stahl hatte dort zu mehreren Bränden geführt. Neun Personen wurden verletzt.

Bei einem Gießvorgang waren 10 bis 15 Tonnen glühender Stahl unkontrolliert neben die entsprechende Form geflossen, berichtete die Feuerwehr. Durch die enorme Hitze des flüssigen Stahls sei es in der Halle des Maschinen- und Anlagebauers zu mehreren Bränden gekommen.

Krefeld: Schwerer Arbeitsunfall – zwei Arbeiter retten sich schwer verletzt aus eigener Kraft

In der Kranbahn hielten sich zum Zeitpunkt des Vorfalls noch zwei Mitarbeiter auf. Trotz starker Rauchentwicklung und schweren Verletzungen schafften es die beiden aus eigener Kraft, sich auf das Hallendach zu retten. Von dort wurden sie von der Feuerwehr sofort per Drehleiter gerettet. Die Mitarbeiter mussten medizinisch notversorgt und dann mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Fünf weitere Arbeiter erlitten bei dem schweren Betriebsunfall Verletzungen. Auch sie wurden vor Ort von Notärzten behandelt, mussten aber nicht mit ins Krankenhaus. Zwei Feuerwehrmänner verletzten sich bei ihrem Einsatz ebenfalls leicht. Insgesamt wurden neun Personen verletzt.

Krefeld: 50 Feuerwehrleute waren rund um die Gießerei im Einsatz

50 Feuerwehrleute waren an diesem Abend im Einsatz, um die Brände in den Griff zu bekommen. Mehrere Trupps arbeiteten unter Atemschutz in der Halle. Wie die Feuerwehr mitteilte, seien vier Rettungswagen und zwei Notärzte des Rettungsdienstes der Stadt Krefeld im Einsatz gewesen. Die Berufsfeuerwehr wurde von mehreren Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren unterstützt. Rund zwei Stunden dauerte es, bis die Feuer gelöscht waren.

Über die Schadenshöhe ist bisher nichts bekannt. Die Kriminalpolizei hatte noch am Abend die Ermittlungen an der Einsatzstelle aufgenommen.

Am Montagabend wurde in Krefeld ein Mann schwer verletzt, der den Angreifer einer jungen Frau verfolgte. Die 17-Jährige war mit einer Eisenstange attackiert worden. (sk/ots mit dpa)

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