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„Wir machen auf“: Kosmetiker aus Krefeld will trotz Lockdown seinen Laden öffnen – so wehrt sich die Stadt

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Mehrere Mitarbeiter des Ordnungsamtes in einer Fußgängerzone.
Ab nächster Woche will das Ordnungsamt in Krefeld Geschäfte kontrollieren, die gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen könnten (Symbolfoto). © Henning Kaiser/dpa

Ein Kosmetiker aus Krefeld will im Namen der Initiative #wirmachenauf sein Geschäft am Montag entgegen aller Verbote wieder öffnen. Die Stadt droht nun mit Geldstrafen.

Krefeld – Mit der Kampagne „#wirmachenauf“ werden aktuell in den sozialen Medien Gewerbetreibende dazu aufgerufen, ihre Geschäfte am kommenden Montag (11. Januar) trotz des Corona-Lockdowns wieder zu öffnen. Zu den Initiatoren gehört auch ein Kosmetiker aus Krefeld. Jetzt kündigte die Stadtverwaltung die schärfere Kontrolle von Geschäften an.

Kosmetiker aus Krefeld soll Kontakt zur Querdenken-Szene haben

Dem Kosmetiker aus Krefeld bliebe laut eigener Aussage keine andere Wahl, als trotz des Verbots zu öffnen. Andernfalls sei er zum Monatsende insolvent. Er habe noch keine staatlichen Hilfen für den vergangenen Dezember erhalten und die Hilfen seien grundsätzlich nicht ausreichend.

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, soll der Mann Kontakte zu führenden Köpfen der Querdenken-Kampagne haben. Er selbst bestreitet allerdings, der Initiative anzugehören. In seinem Telegram-Kanal soll der Kosmetiker bereits über 50.000 Follower um sich geschart haben.

Stadt Krefeld: Schärfere Kontrollen gegen Geschäftsöffnungen angekündigt

Auf die Ankündigung reagierte am Donnerstag (7. Januar) die Stadtverwaltung in Krefeld. Sie kündigte Kontrollen an, ob die Coronaschutzverordnung eingehalten werde. Demnach dürfe auch der Kosmetiker mit einem Besuch rechnen. Wer sein Geschäft trotz des Verbots öffnet, müsste mit einem Bußgeld von 2500 Euro rechnen. Zudem bestätigte eine Polizeisprecherin, dass die Polizei bereitstünde um zu helfen, wenn das Ordnungsamt darum bitte.

Klar gegen die Aufrufe stellte sich indes auch der Handelsverband Deutschland in Berlin und erteilte der Öffnung von Läden und Gaststätten trotz Lockdowns eine Absage. „Für den Handel steht die wirkungsvolle und schnelle Bekämpfung der Pandemie an erster Stelle“, teilte der Verband mit. Er zeigte aber auch Verständnis für die Verzweiflung der Gewerbetreibenden aufgrund der nochmaligen Verlängerung des Lockdowns bis zum Monatsende: „Der Handel bringt derzeit ein großes Opfer im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung.“

Nach Aufruf zur Öffnung von Geschäften: Gegenbewegung droht mit sofortiger Strafanzeige

In den sozialen Medien hat sich unterdessen eine Gegenbewegung unter dem Hashtag #WirmachenEuchdicht gebildet. Befürworter der Maßnahmen rufen unter dieser Kampagne dazu auf, bei illegalen Geschäftsöffnungen sofort Strafanzeige zu erstatten. (bs/dpa)

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