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Krefeld: Großrazzia wegen Schwarzarbeit – rund 90 Festnahmen

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Ein Polizist trägt bei einer Razzia in Berlin Neukölln eine Kiste.
Bei einer Großrazzia in Krefeld waren mehr als 500 Einsatzkräfte vor Ort (Symbolbild) © Christophe Gateau/dpa

In Krefeld führten Zoll und Bundespolizei eine Großrazzia durch. Rund 90 Menschen wurden festgenommen. Die Drahtzieher sind jedoch weiterhin auf freiem Fuß.

Krefeld – Mit einer Großrazzia sind Zoll und Bundespolizei am Dienstagmorgen, 10. August, gegen mutmaßliche Schleuser und Schwarzarbeit in großem Stil vorgegangen. In Krefeld wurden rund 90 Menschen mit mutmaßlich falschen Ausweisdokumenten vorläufig festgenommen, wie das Hauptzollamt mitteilte. An der Aktion, bei der rund 20 Wohn- und Geschäftsräume in Grevenbroich, Bedburg, Jüchen und Mönchengladbach durchsucht wurden, waren mehr als 500 Einsatzkräfte beteiligt.

Krefeld: Großrazzia wegen Schwarzarbeit – Tatverdächtige mit hoher krimineller Energie

Der Sprecher der Sonderkommission Energie, Heinz Michael Horst, sprach von einem großen Schlag gegen die organisierte Kriminalität im Bereich der Schleusung und der illegalen Beschäftigung von Arbeitskräften. Nach den bisherigen Ermittlungen hatten fünf Männer im Alter zwischen 31 und 50 Jahren in erheblichem Umfang nicht aus der EU stammende Menschen nach Deutschland eingeschleust und über zwei Arbeitnehmerüberlassungsunternehmen in Jüchen und Grevenbroich an Firmen vermittelt.

Die Ermittler bescheinigten den Tatverdächtigen hohe kriminelle Energie. Sie hätten die meist aus der Ukraine und Georgien stammenden Arbeitskräfte durch Vermittlungsagenturen und über Online-Plattformen angeworben, systematisch mit falschen Identitäten und Ausweispapieren europäischer Staaten ausgestattet und dann nach Deutschland eingeschmuggelt.

Krefeld: Großrazzia wegen Schwarzarbeit – Drahtzieher bleiben auf freiem Fuß

Hier seien sie an Unternehmen vor allem im Lager- und Logistikbereich entliehen worden. Dabei hätten die Drahtzieher den bisherigen Ermittlungen zufolge sogar Immobilen als Unterkünfte für die Beschäftigen angekauft, den Transport von dort zu den jeweiligen Arbeitsorten organisiert und alle Behördengänge übernommen. Ihnen sei jedoch nur ein geringer Teil des Lohns in bar ausgezahlt worden. Von der Differenz sollen die Beschuldigten ihren hohen Lebensstandard finanziert haben. Eigentlich hätten die Arbeitnehmer zur legalen Einreise in die EU eines Visums bedurft und wären nicht berechtigt gewesen, hier eine Arbeit aufzunehmen.

Die fünf mutmaßlichen Drahtzieher blieben trotz der umfangreichen Ermittlungen auf freiem Fuß. Es lägen keine Haftgründe vor, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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