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Tödlicher Kopfschuss in Krefeld – Verdächtige aus U-Haft entlassen

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Mitten in der Krefelder Innenstadt wurde am 28. November ein Mann erschossen. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest – die kamen jetzt wieder auf freien Fuß.

Update vom 8. Dezember, 11:13 Uhr: Die beiden Verdächtigen, die nach dem tödlichen Kopfschuss in Krefeld festgenommen wurden, sind wieder frei. Die Männer (20 und 26) wurden am Mittwochabend (7. Dezember) aus der Untersuchungshaft entlassen, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. „Die weiteren Ermittlungen haben ergeben, dass der dringende Tatverdacht gegen die beiden Männer derzeit nicht weiter aufrechterhalten werden kann“, erklären die Ermittler. Weitere Angaben machte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen bislang nicht. Die eingesetzte Mordkommission ermittle aber „nach wie vor in alle Richtungen“. Weiterhin werden Zeugen gesucht.

Tödlicher Kopfschuss in Krefeld: Zwei Verdächtige festgenommen

Update vom 30. November, 20:12 Uhr: Die Polizei hat nach der Erschießung eines 42-Jährigen mitte in Krefeld zwei Verdächtige aus der dortigen Drogenszene festgenommen. Die Festnahme der 20 und 26 Jahre alten Männer an einem bekannten Treffpunkt der Szene sei zwar zunächst aus anderem Grund erfolgt, die beiden seien dann aber wegen der Tötung in Verdacht geraten, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Ein Haftrichter schickte beide wegen Totschlagsverdachts in Untersuchungshaft.

Tödlicher Kopfschuss in Krefeld: Verdächtige per Zufall entdeckt

Bei der zunächst routinemäßigen Überprüfung, ob die Männer, von denen einer wegen eines anderen Delikts gesucht worden war, in einem Zusammenhang zu der Tat stehen könnten, hätten sich Verdachtsmomente ergeben und verdichtet. Die Polizeiaktion auf dem Krefelder Theaterplatz sei schon vor der Erschießung geplant gewesen.

Die Obduktion des Opfers hat unterdessen ergeben, dass der Kopfschuss wie erwartet die Todesursache ist. Einzelheiten teilte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mit.

Krefeld: Tödlicher Kopfschuss mitten in der Innenstadt – Täter gesucht

Erstmeldung vom 28. November: Krefeld – Großeinsatz in Krefeld: Am Montagabend wurde ein 42 Jahre alter Mann mitten in der Krefelder Innenstadt auf offener Straße von einem Unbekannten erschossen. Das Opfer wurde von einem Kopfschuss getroffen. Der Tote soll laut Angaben der Staatsanwaltschaft „kein Zufallsopfer“ sein.

Polizisten stehen auf einem Gehweg neben dem Toten.
Die Polizei ermittelt nach den tödlichen Schüssen in Krefeld. © Alex Forstreuter/dpa

Krefeld: Mann in der Innenstadt erschossen – Täter auf der Flucht

„Es gab eine Schussabgabe auf der Garnstraße. Eine Person ist verstorben“, sagte ein Sprecher der Polizei noch am Abend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Laut aktuellen Informationen der Polizei gingen am Montagabend um kurz 20 Uhr mehrere Notrufe ein. Anrufer hatten von mehreren Schüssen auf der Garnstraße berichtet. „Bei Eintreffen der Polizei lag das Opfer leblos am Boden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod der Person feststellen“, teilt die Polizei am Dienstagvormittag mit. Aus Polizeikreisen hieß es, dass ein Schuss in den Kopf getroffen habe.

Beim Opfer handelt es sich um einen 42-jährigen Albaner ohne festen Wohnsitz. „Das Opfer lebte seit 2018 in Deutschland und ist bereits mehrfach polizeilich wegen verschiedener Delikte in Erscheinung getreten“, so die Polizei weiter. Aus Ermittlerkreisen heißt es, dass es sich beim Opfer eher um einen Kleindealer handeln soll, der auch selbst Drogen konsumiert habe. „Wir gehen allen denkbaren kriminalistischen Hypothesen nach und schließen eigentlich nur aus, dass der Mann ein Zufallsopfer gewesen sein könnte“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Stahl am Dienstag der dpa.

Dass es sich beim Opfer um einen Radfahrer handelt, wie mehrere Medien berichten, hat die Polizei auf 24RHEIN-Nachfrage nicht bestätigt. „Wir können aktuell keine weiteren Hinweise zum Vorfall geben“, sagte eine Sprecherin. Laut dpa hieß es von Polizeiseite: „Am Tatort lag ein Rad herum, aber es kann auch sein, dass es jemand nur umgerissen hat.“ Auch Merkur.de berichtet über den schockierenden Vorfall. Die Leiche lag nach der Tat auf dem Bürgersteig. Sie soll nun obduziert werden.

Schüsse in Krefeld: Zeugen sahen zwei Männer vom Tatort fliehen

Der oder die Täter konnten entkommen. Augenzeugen gaben an, dass sie direkt nach den Schüssen zwei Männer gesehen hätten, die vom Tatort in Richtung Deutscher Ring geflüchtet seien. Die Polizei sucht mit starken Kräften nach den mutmaßlichen Verdächtigen und hat eine Beschreibung herausgegeben:

Schüsse in Krefeld: Polizei sucht zwei Männer

1. Verdächtiger: Er wird als normal groß, mit normaler Statur beschrieben. Er trug eine dunkle Jacke, eine helle Hose und eine helle Kopfbedeckung.

2. Verdächtiger: Auch er wurde als „normal groß“ beschrieben. Er trug eine dunkle Jacke mit einem auffälligen Logo auf dem Rücken, eine dunkle Hose und eine dunkle Mütze. 

Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar. Eine Mordkommission wurde eingesetzt. An einer Hausfassade am Tatort fanden sich am Tag danach Einschusslöcher an einem Briefkasten und einer Gegensprechanlage. Rund 30 Bereitschaftspolizisten suchten unter parkenden Autos, in Grünanlagen und auf einem Bahndamm nach der Tatwaffe. Beamte der Mordkommission befragten die Anwohner in der Straße. Auch Sprengstoff-Spürhunde kamen bei der Suche nach der Tatwaffe zum Einsatz, weil sie sie anhand der Schmauch- und Munitionsspuren aufspüren könnten, doch die Waffe blieb verschwunden. Die Polizei ließ zudem ein in der Nähe des Tatorts geparktes Auto abschleppen. „Wir vermuten, dass das Auto mit der Tat zu tun hat“, sagte ein Polizeisprecher.

Unmittelbare Augenzeugen der Tat gebe es nicht. Deshalb sei auch noch unklar, ob der Mann in einem Hinterhalt heimtückisch ermordet wurde, oder es vor den Schüssen zu einem Streit kam. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln in alle Richtungen. Die Ermittler bitten Zeugen, sich unter der Rufnummer 02151 6340 oder per Mail an hinweise.krefeld@polizei.nrw.de bei der Mordkommission zu melden. (bs mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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