Berufungsurteil

Cannabis-Plantage über Praxis entdeckt: Zahnarztpaar freigesprochen – „ein besonderes Verfahren“

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Das Zahnart-Paar wurde vom Krefelder Landgericht freigesprochen.

Ein Zahnarztpaar wurde in zweiter Instanz von Drogenhandel-Vorwurf vom Krefelder Landgericht freigesprochen. Die Beweise hätten nicht ausgereicht.

  • Ein Zahnarzt-Ehepaar wurde in zweiter Instanz freigesprochen
  • Ihnen wurde vorgeworfen, im großen Stil Drogenanbau und -handel zu betreiben
  • Die Beweise hätten nun jedoch nicht ausgereicht

Krefeld – Ein Zahnarzt-Ehepaar aus Nettetal am Niederrhein muss nicht ins Gefängnis. Das Paar wurde vom Krefelder Landgericht vom Vorwurf, in großen Stil Drogenanbau und -handel betrieben zu haben, freigesprochen. Vom Amtsgericht waren der 53-jährige Dentist und seine zwei Jahre jüngere Ehefrau zu Gefängnisstrafen von über drei und über zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden.

Cannabis-Plantage entdeckt: Mieter hätte sich an Zahnarztpaar rächen wollen

In einer von ihnen vermieteten Wohnung über ihrer Zahnarztpraxis in Nettetal war eine große Cannabis-Plantage mit 1.300 Pflanzen entdeckt worden. Der bereits verurteilte Mieter der Wohnung hatte ausgesagt, er habe die Drogenplantage im Auftrag des Paares betrieben.

Die Verteidiger hatten beteuert, dies sei eine Racheaktion des Mieters an seinen Vermietern gewesen. Der Dentist habe sogar einen Detektiv engagiert, um herauszufinden, was in seiner Wohnung passiert. Dieser Detektiv habe der Polizei den entscheidenden Tipp gegeben.

Zahnarzt-Paar vor Gericht: Beweise hätten nicht ausgereicht

Da die Beweise nicht ausgereicht hätten, hatte die Staatsanwältin am Freitag einen Freispruch beantragt. „Es war ein besonderes Verfahren“, sagte die Vorsitzende Richterin. „Der Hauptbelastungszeuge, der das Verfahren überhaupt erst in Gang gebracht hat, war nicht greifbar.“ Für Rache als sein Motiv, das Paar zu belasten, spreche zu viel, sagte die Richterin.

Die übrigen Belastungszeugen hätten sich in erhebliche Widersprüche verstrickt. Zudem habe es bei den Ermittlungen „klare Versäumnisse“ gegeben. Nun steht dem Ehepaar eine Entschädigung zu. Der Verteidiger des Zahnarztes schätzte, es dürfte sich dabei um über 20.000 Euro handeln.

Im Juni 2019: Gericht verurteilte das Zahnarzt-Ehepaar

Das Zahnarztpaar stand im Juni 2019 erstmals vor Gericht. Der Zahnarzt wurden damals wegen Drogenhandels zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Seine Ehefrau erhielt vom Amtsgericht wegen Beihilfe eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Das Gericht zeigte sich davon überzeugt, dass der Dentist davon gewusst habe, was in der Wohnung geschehe.

Erst kürzlich sind sowohl in Bornheim als auch in Mettmann zwei Cannabis-Plantagen aufgeflogen. Auch vergangenes Jahr fand die Polizei in Wuppertal eine riesige Drogenplantage. (jaw/dpa)

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