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Der schwere Brand mit 50 toten Tieren im Krefelder Affenhaus wird ohne Gerichts-Prozess bleiben

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Feuerwehrleute stehen nach Löscharbeiten vor dem Affenhaus im Krefelder Zoo.
In der Silvesternacht 2019 brannte das Affenhaus im Krefelder Zoo komplett aus. © Andreas Drabben/dpa

Die drei angeklagten Frauen im Zusammenhang mit dem Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo zogen die Einsprüche gegen ihre Strafbefehle zurück.

Krefeld – Der verheerende Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos kommt doch nicht als Hauptverhandlung vor Gericht.

Affenhaus-Brand im Krefelder Zoo: Die Angeklagten ziehen ihre Einsprüche zurück

Wie das Amtsgericht Krefeld mitteilt, hätten zwei der drei Angeklagten die Einsprüche gegen ihre Strafbefehle zurückgezogen. Die dritte angeklagte Frau gehe nur noch gegen die Höhe der Tagessätze vor. Dadurch seinen nun alle Strafbefehle rechtskräftig. Zunächst hatte „Bild.de“ darüber berichtet.

Wegen fahrlässiger Brandstiftung erhielten die drei beschuldigten Frauen im Sommer Strafbefehle über jeweils 180 Tagessätze. Zwei von ihnen sollten so jeweils 9000 Euro, die dritte Frau 1800 Euro zahlen. Alle Beschuldigten legten zunächst Einspruch ein, was normalerweise zu einem Prozess geführt hätte. Dieser war aber noch nicht terminiert. Durch den Rückzug der Einsprüche ist dies nicht mehr nötig.

Neues Projekt im Krefelder Zoo: „Artenschutzzentrum Affenpark“ soll 20 Millionen Euro kosten

Die Frauen sollen in der Silvesternacht 2019 Himmelslaternen steigen gelassen haben, die das Affenhaus des Krefelder Zoos in Brand setzten. Der Verkauf dieser Himmelslaternen ist in Deutschland nicht verboten, ihr Gebrauch allerdings schon. Das regelt die Fluglaternenverordnung für ganz NRW.

In § 1 heißt es dort: „Es ist in Nordrhein-Westfalen verboten, unbemannte Flugobjekte aufsteigen zu lassen, bei denen der Auftrieb durch die von einer eigenen Feuerquelle erwärmte Luft erzeugt wird und die insbesondere unter den Bezeichnungen ‚Himmelslaterne‘ oder ‚Kong-Ming-Laterne‘ bekannt sind (Fluglaternen).“

Bei dem Brand wurde das Affenhaus komplett zerstört. Über 50 Tiere, darunter acht Menschenaffen, verloren ihr Leben. Zwei Schimpansen überlebten das Feuer leicht verletzt. Der Krefelder Zoo plant nun ein neues „Artenschutzzentrum Affenpark“. Dafür soll der Zoo um eine Fläche von 4000 Quadratmetern vergrößert werden. Das Vorhaben soll rund 20 Millionen Euro kosten. Aktuell sammelt der Krefelder Zoo dafür immer noch Spenden. Laut letzten offiziellen Angaben auf der Website wurden bislang rund zwei Millionen Euro gespendet. (bs/dpa)

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