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Seltener Nachwuchs im Krefelder Zoo geschlüpft – doch die Tiere haben ein „Imageproblem“

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Von: Stefanie Knupp

Eine Hand hält einen Keilkopf-Glattstirnkaiman.
Der Krefelder Zoo kann das „Zootier des Jahres 2021“ in gleich 16-facher Ausführung als seltene Nachzucht präsentieren. © Hella Hallmann/Zoo Krefeld/dpa

Krokodile sind nicht gerade Kuscheltiere, dennoch wurden sie als bedrohte Tierart zum „Zootier des Jahres 2021“ ernannt. Im Krefelder Zoo schlüpften gleich 16 Kaimane.

Krefeld – Der Krefelder Zoo kann das „Zootier des Jahres 2021“ in gleich 16-facher Ausführung als seltene Nachzucht präsentieren. 15 Jahre nach der europäischen Erstzucht in Krefeld sei es erneut geglückt, der Art Nachwuchs zu verschaffen, teilte eine Zoosprecherin am Dienstag mit.

Die kleinen Keilkopf-Glattstirnkaimane sind in Krefeld – streng bewacht von ihren Eltern – im Oktober geschlüpft. Jetzt zeigt der Zoo Fotos der Mini-Drachen. Bei der letzten Messung waren sie bereits zwischen 25 und 29 Zentimetern groß und etwa 80 bis 100 Gramm schwer. Unter den 16 Geschwistern sei auch ein Sorgenkind dabei, das bisher kaum zugenommen hat. Es werde besonders gepäppelt und habe zur großen Freude der Pfleger am vergangenen Wochenende zwei Babymäuse verspeist.

Zoo Krefeld: „Krokodile haben ein Imageproblem“

Ausgewachsene männliche Krokodile dieser Art können bis zu 1,70 Meter lang werden, Weibchen bis 1,40 Meter. Bis dahin ist es für die Mini-Krokos noch ein weiter Weg. Der dämmerungs- und nachtaktive Keilkopf-Glattstirnkaiman ist im südamerikanischen Regenwald beheimatet. Rund 100 Tage dauert es, bis die Mini-Drachen aus ihren Eiern schlüpfen. Zuchterfolge gab es seit 2005 in 2017 in Ungarn und 2013 in Dortmund.

„Krokodile sind hochbedrohte Nützlinge mit Imageproblem“, schreibt der Krefelder Zoo. Sie wurden jetzt von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) zum „Zootier des Jahres 2021“ ernannt. Heute gibt es noch 25 Krokodil-Arten, die in den tropischen Gewässern aller Kontinente leben, sechs Arten sind vom Aussterben bedroht.

16 Mini-Drachen wachsen im Krefelder Zoo heran

Auf der Facebook-Seite des Krefelder Zoos ist von einem Imageproblem nichts zu lesen. In den Kommentaren unter dem Krokodil-Post finden sich größtenteils Glückwünsche. Einige User wünschen sich auch, die Kleinen bald live zu sehen und dass die Zoos bald wieder öffnen dürfen. Zoos und Tiergärten in NRW kämpfen ums Überleben. Damit trotz fehlender Einnahmen Giraffen, Elefanten, Nashörner und andere Tiere versorgt werden können, stellen Bund und Länder Corona-Hilfen bereit.

Die im Krefelder Zoo lebenden Keilkopf-Glattstirnkaimane gelten zwar noch nicht als bedrohte Tierart, dies könne sich aber durchaus ändern, heißt es vom Zoo. Umso erfreulicher sei es, „die 16 kleinen Kaimane im Zoo Krefeld heranwachsen zu sehen.“ Imageprobleme kennen Koala-Bären eher nicht. Vor neun Monaten kam im Zoo in Duisburg ein zuckersüßer Koala-Nachwuchs zur Welt, das jetzt auch endlich einen Namen hat. (sk mit dpa).

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