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Flut-Katastrophe Kreis Ahrweiler: „Großteil der Bevölkerung von Infrastruktur abgeschnitten“

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Von: Jana Wehmann

Überschwemmungen in Ahrweiler.
Das Unwetter sorgt für Überschwemmungen in Ahrweiler. © Thomas Frey/dpa

Der Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz kämpft mit den Überschwemmungen durch das Unwetter und den Starkregen. Es werden über 1.300 Personen vermisst.

Update, 17. Juli, 13:19 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Sonntag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Dies bestätigte die Staatskanzlei in Mainz am Samstag auf Anfrage der dpa. Details zum Besuch stehen noch nicht fest.

Flut-Katastrophe Kreis Ahrweiler: „Großteil der Bevölkerung von Infrastruktur abgeschnitten“

Update, 17. Juli, 11:44 Uhr: Die aktuelle Lage im Kreis Ahrweiler ist weiterhin kritisch. „Ein Großteil der Bevölkerung ist nach wie vor von der Infrastruktur komplett abgeschnitten“, so der Kreis. In einigen Ortslagen sind mehr als die Hälfte der Gebäude zerstört. Mindestens 62 Menschen sind gestorben. Weitere Todesfälle könnten hinzukommen, so die Kreisverwaltung am späten Freitagabend. Die Zahl der Verletzten steigt auf rund 360 Personen. Weiterhin werden unzählige Menschen vermisst. Die hohe Zahl kommt dadurch zustande, dass teilweise Personen mehrfach gemeldet worden sind. Außerdem sind das Mobilfunknetz und die Stromversorgung weiterhin eingeschränkt. Betroffene des Kreises, die kein Trinkwasser und/oder keine Verpflegung haben, sollen sich an folgende Hotline wenden: 02641 975-0.

Es laufen auch weiterhin Lebensrettungseinsätze. Dabei wird unter anderem auf Hubschrauber gesetzt. Das Krankenhaus „Maria Hilf“ sowie das angrenzenden Hospiz in Bad Neuenahr-Ahrweiler wurden evakuiert. „Es besteht keine funktionierende Infrastruktur, die Wasser- sowie die Gasversorgung sind unterbrochen“, so der Kreis weiter.

Die Einsatzkräfte der Bundeswehr werden weiter aufgestockt. „Dazu werden sie unter anderem mit Bergepanzern, Pionier-Einheiten und Hubschraubern ausgerüstet“, heißt es weiter. Aus ganz Deutschland wurden weitere Einsatzkräfte der Katastrophenschutzeinheiten und Hilfsorganisationen „nachgefordert“.

Aus ganz Deutschland erreichen den Kreis Ahrweiler Hilfsangebote für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen. „Aktuell haben die Anlaufstelle jedoch keinen Platz mehr für Sachspenden, wie Kleidung oder frische Lebensmittel. Die vorhandenen Spenden müssen zuerst verteilt werden“, so der Kreis weiter.

Die Polizei erhöht ihre Präsenz im gesamten Einsatzgebiet, um die Anwohner und Betroffenen vor Plünderung und unnötigem Hochwassertourismus zu schützen.

Update, 14:30 Uhr: Wegen der Hochwasser-Katastrophe waren am letzten Schultag vor den Sommerferien in Rheinland-Pfalz (16. Juli) alle Schulen im Landkreis Ahrweiler geschlossen. Nach Angaben des Bildungsministeriums waren die Schulen in fünf Landkreisen dicht: So gab es auch in den Kreisen Mayen-Koblenz, Cochem-Zell, Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg aufgrund des Hochwassers keinen Unterricht.

Update, 13:35 Uhr: Nun ist auch die Bundeswehr auf dem Weg nach Rheinland-Pfalz und schickt weitere Soldaten zur Unterstützung in den Kreis Ahrweiler. Das schrieb das Heer auf Twitter. Das Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg (Sachsen) sei auf dem Weg Richtung Ahrweiler, um die Rettungskräfte dort zu entlasten. „Hochwasser-Einsatz in Rheinland-Pflaz – Verstärkung kommt“, so das Heer über Twitter.

Update, 13:27 Uhr: Traurige Gewissheit in Sinzig: Unter den Todesopfern der Flutkatastrophe sind auch zwölf Bewohner einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Dort wurden nach dem Unwetter in der Nacht zum Donnerstag (15. Juli) 13 Menschen vermisst. Einer von ihnen sei lebend gerettet und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte am Freitag eine Sprecherin des Innenministeriums in Rheinland-Pfalz mit. Am Donnerstagabend waren zunächst neun Todesopfer in der Einrichtung bestätigt worden.

„Das Wasser drang innerhalb einer Minute bis an die Decke des Erdgeschosses“, sagte der Geschäftsführer des Landesverbands der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz, Matthias Mandos. Die Nachtwache habe es noch geschafft, mehrere Bewohner in den ersten Stock des an der Ahr gelegenen Wohnheims zu bringen. „Als er die nächsten holen wollte, kam er schon zu spät.“ Die Wassermassen seien so rasant in das Gebäude eingedrungen, dass es keine Chance gegeben habe. Das Heim befindet sich in einem tiefer gelegenen Wohnviertel der Stadt, die an der Mündung der Ahr in den Rhein liegt. (jaw/dpa)

Flut-Katastrophe Kreis Ahrweiler: Häuser eingestürzt – 1.300 Menschen vermisst

Update, 12:06 Uhr: Wenngleich in ganz Rheinland-Pfalz eine leichte Entspannung der Hochwasserlage in Sicht ist, bleibt die Lage im Kreis Ahrweiler weiterhin angespannt. Rund um Altenahr besteht noch eine hohe Hochwassergefährdung: Grundstücke, Häuser und Keller können noch immer überflutet werden. Für fast das ganze Bundesland hat das Landesamt Umwelt Rheinland-Pfalz jedoch eine geringe Hochwassergefährdung gemeldet.

Update, 12 Uhr: Die Hochwasserkatastrophe im nördlichen Rheinland-Pfalz hat mindestens 50 Menschen das Leben gekostet. Die Lage ist nach den Worten von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) „weiterhin extrem angespannt“. Es wird allerdings erwartet, dass bei den Bergungsarbeiten weitere Tote gefunden werden. Die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz spricht in ihrer Mitteilung von einer „unvorstellbaren Katastrophe“.

Update, 11:05 Uhr: 200 Einsatzkräfte haben sich in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) mit 100 Krankenwagen auf den Weg in die Region rund um Ahrweiler in Rheinland-Pfalz gemacht. Die Einsatzkräfte werden dort bei der Verlegung von Patienten aus Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen helfen, wie die Stadt Bruchsal am Donnerstag mitteilte. Der Einsatz erfolgt laut Angaben auf Anforderung des Innenministeriums Rheinland-Pfalz. Der Landkreis Ahrweiler zählt zu einem der am heftigsten von der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz getroffenen Kreise im Land.

Überschwemmung im Kreis Ahrweiler: Häuser nach Flut-Katastrophe eingestürzt

Kreis Ahrweiler – Das Unwetter in NRW wütet und sorgt zahlreiche Ausfälle auf den Straßen, auf der Schiene und auf den Autobahnen in NRW. Doch nicht nur Nordrhein-Westfalen ist von dem Starkregen betroffen, auch sorgt das Unwetter für Extrem-Zustände in Rheinland-Pfalz – auch hier besteht die Gefahr vor Hochwasser. Besonders schwer getroffen ist vor allem der Kreis Ahrweiler, der aktuell rund 1.300 Personen vermisst.

Unwetter im Kreis Ahrweiler: Starkregen und Hochwasser – was ist passiert?

Kreis Ahrweiler: Notfall-Nummer für Vermissten-Fälle

Das Polizeipräsidium Koblenz hat eine Hotline eingerichtet, an die sich besorgte Angehörige wenden können, wenn sie jemanden vermissen. Sie ist unter 0800 / 656565-1 zu erreichen.

Der Notruf ist derzeit überlastet. Bitte rufen Sie den Notruf nur in dringenden Fällen an, beispielsweise wenn Menschen in Gefahr sind. Der Schwerpunkt der Einsätze liegt in der Rettung von Menschenleben.

Unwetter in Ahrweiler: Hochwasser, Starkregen und Überflutung

Schon am Dienstag (14. JulI) hat Jürgen Pföhler, Landrat des Kreises Ahrweiler, die Alarmstufe 5 und damit den Katastrophen-Fall ausgerufen. „Bitte bleiben Sie, wenn möglich, zu Hause und begeben Sie sich gegebenenfalls in höher gelegene Stockwerke. Vermeiden Sie unnötige Fahrten mit dem Auto. Die Lage ist sehr ernst. Es besteht Lebensgefahr“, appellierte Pföhler bereits an die Bevölkerung. (jaw)

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