Polizei mit Großeinsatz

Clan-Mitglied gestorben: Andrang bei Beerdigung in Leverkusen befürchtet – Corona-Regeln geändert

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Die Polizei begleitet eine Beerdigung eines Clan-Mitglieds in Leverkusen mit einem Großaufgebot – in Berlin war 2020 ebenfalls die Polizei bei einer Trauerfeier im Einsatz. (Archivbild)

Nach dem Tod eines hochrangigen Mitglieds des Goman-Clans findet am Freitag in Leverkusen die Beerdigung statt. Die Polizei bereitet sich entsprechend vor.

Update vom 9. April, 11:46 Uhr: Wie sich die Situation in Leverkusen rund um die Beerdigung eines hochrangigen Mitglieds des Goman-Clans entwickelt, berichtet 24RHEIN im Newsticker.

Update vom 9. April, 09:25 Uhr: Die Beerdigung eines hochrangigen Mitglieds des Goman-Clans soll am heutigen Freitag gegen 12 Uhr auf dem Reuschenberger Friedhof in Leverkusen stattfinden. Polizei und Stadt haben sich bereits in den vergangenen Tagen auf die Trauerfeier vorbereitet. Nicht nur werden Friedhof und Parkplätze gesperrt – auch der Tierpark in der Nähe bleibt heute geschlossen, berichtet die Rheinische Post.

Leverkusen: Hohes Clan-Mitglied gestorben – Friedhof und Parkplätze während Beerdigung gesperrt

Update vom 8. April, 14:22 Uhr: Die Beerdigung eines hochrangigen Mitglieds des Goman-Clans wurde auf Wunsch der Familie von Mittwoch auf den Freitag verschoben. Grund dafür sei laut Leverkusener Anzeiger eine Corona-Quarantäne von über 30 Familienmitgliedern, die gemeinsam an einer Adresse gemeldet sind. Die Quarantäne sei jedoch am Freitag beendet, sodass eine Beerdigung dann möglich sei. Die Stadt Leverkusen erklärt jedoch, dass auch im Falle einer Quarantäne eine Teilnahme an einer Trauerfeier grundsätzlich möglich sei. Das müsse lediglich mit dem Gesundheitsamt im Vorfeld abgesprochen werden.

Die Zwischenzeit nutzen die Stadt Leverkusen und die Polizei, um sich auf die Beerdigung vorzubereiten. Dabei wurde unter anderem die Allgemeinverfügung zur Sicherstellung des Infektionsschutzes bei Trauerfeierlichkeiten für knapp zwei Wochen geändert. Statt 25 Personen erlaube die neuen Regelungen insgesamt 50 Trauernde unter freien Himmel: 25 Personen über 14 Jahren und 25 Kinder im Alter darunter.

Damit es bei 50 Personen auf der Trauerfeier bleibt, werden Friedhof und Parkplätze vor dem Friedhof für weitere Personen gesperrt, wie die Stadt Leverkusen auf Anfrage von 24RHEIN mitteilt. Schon heute wurden erste Schilder aufgestellt. Ebenfalls fahren laut Leverkusener Anzeiger schon heute erste Einsatzkräfte Streife.

Leverkusen: Hohes Clan-Mitglied gestorben – Polizei und Stadt bereiten sich auf Beerdigung vor

Update vom 6. April, 17:07 Uhr: Nach Informationen von 24RHEIN wurde die Beerdigung verschoben. Die Trauerfeier soll demnach am Freitag stattfinden.

Leverkusen: Hohes Clan-Mitglied gestorben – Polizei und Stadt bereiten sich auf große Beerdigung vor

Update vom 6. April, 11:34 Uhr: Die Vorbereitungen für die Beerdigung des hohen Clan-Mitglieds laufen auf Hochtouren. „Stadt und Polizei stehen in engem Austausch“, bestätigt die Stadt Leverkusen auf Anfrage von 24RHEIN. Gemeinsam solle ein Sicherheitskonzept für die Trauerfeier am 7. April beim Goman-Clan ausgearbeitet werden. Gerechnet werde mit einem hohen Menschenandrang von bis zu 100 Personen. Dabei setzt die Polizei Köln auf Kräfte der Bereitschaftspolizei.

Leverkusen: Hohes Clan-Mitglied an Corona gestorben – Polizei bereitet sich auf große Beerdigung vor

Erstmeldung vom 5. April: Leverkusen – Seit Tagen gibt es immer wieder Ärger in Leverkusen. Mehrfach kam es auf einem Privatgelände des Goman-Clans im Leverkusener Stadtteil Wiesdorf zu größeren Menschenansammlungen und somit Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung.

Zunächst informierte die Polizei den kommunalen Ordnungsdienst am Montagabend (29. März) über eine Ansammlung von rund 80 Personen auf dem Grundstück. Da es sich um ein privates Grundstück und um keine Gefahr im Verzug handelte, durfte die Polizei aus rechtlicher Sicht nicht selbst eingreifen.

Leverkusen: Hoch angesehener Friedensrichter des Goman-Clans an Corona gestorben

Der Ordnungsdienst soll dann die Polizei nach einem Gespräch mit mehreren Wortführern des Clans weggeschickt haben, da die Großfamilie versprochen hatte, die Ansammlung wieder aufzulösen. Grund für das Treffen der Clan-Familie soll die Sorge um die Corona-Erkrankung zweier hochrangiger Mitglieder gewesen sein, wie der Leverkusener Anzeiger berichtet. Ein weiteres Treffen auf dem Grundstück fand dann in der Nacht zum Mittwoch (31. März) statt. Dort verhängten Polizei und Ordnungsamt 15 Bußgelder zu je 250 Euro wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung.

Nun soll ein Clan-Mitglied der Roma-Großfamilie am Coronavirus gestorben sein. Das könnte zu einer erheblichen Verschärfung der ohnehin angespannten Situation in Leverkusen führen. Denn bei dem verstorbenen Mitglied soll es sich um einen hoch angesehenen Friedensrichter des in ganz Deutschland verzweigten Goman-Clans handeln.

Beisetzung in Leverkusen: Polizei rechnet mit großem Andrang an Trauergästen

Die Beisetzung findet am kommenden Mittwoch (7. April) auf einem Friedhof in Leverkusen statt und bereitet der Stadt große Sorgen. Denn die Einsatzkräfte befürchten eine sehr große Ansammlung von Trauergästen. Die Rede ist von potenziell mehreren Hundert Besuchern. Die Corona-Schutzverordnung erlaubt zwar eine größere Personenanzahl bei Beerdigungen, allerdings liegt auch hier die Grenze bei 25.

Aus diesem Grund erarbeitet die Stadt Leverkusen gemeinsam mit der Polizei derzeit ein Sicherheitskonzept für die anstehende Beisetzung des Clan-Mitglieds. So soll eine Einsatzhundertschaft der Polizei vor Ort sein und auch die Möglichkeit bestehen, weitere Kräfte der Bereitschaftspolizei hinzuzuziehen. (bs)

Das ist über den Goman-Clan bekannt:

  • Der Goman-Clan ist eine Roma-Großfamilie, die in mehreren Ländern und auch in ganz Deutschland ansässig ist
  • Seit Jahren machen einige Clan-Mitglieder aufgrund krimineller Aktivitäten negative Schlagzeilen
  • Zu den kriminellen Aktivitäten zählen verschiedene Betrugsdelikte, Geldwäsche und die Verbreitung von Falschgeld
  • 2018 kam es zu Razzien der Polizei in 70 Häusern und Wohnungen des Clans
  • In Zuge dessen wurden drei Mitglieder zu mehrjährigen Haftstrafen wegen Betrugs in Millionenhöhe verurteilt

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