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Explosion im Chempark: Entwarnung für alle Anwohner – Vorsicht vor Rußpartikeln

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Von: Oliver Schmitz

Rauchwolke über Chempark Leverkusen
Die Explosion im Chempark Leverkusen hat eine große Rauchwolke ausgelöst. © Oliver Berg/dpa

Nach einer Explosion im Chempark Leverkusen zog die Rauchwolke über Solingen, Wuppertal und den Oberbergischen Kreis. Es gibt Entwarnung, mit einer Einschränkung.

Update, 21:44 Uhr: Auch wenn die Stadt Leverkusen inzwischen Entwarnung gegeben hat und auch im direkt betroffenen Stadtteil Bürrig seit dem Abend wieder Fenster und Türen geöffnet werden können, sollen sich Anwohner vor den Rußpartikeln in Acht nehmen. „Es handelt sich um cent- bis eurogroße Partikel, die eine ölige Konsistenz haben. Deshalb gilt die Empfehlung: Bitte keinen Ruß mit in die Wohnung tragen, das heißt die Schuhe ausziehen und vor der Haustür lassen“, teilt die Stadt mit. Die Ruß-Niederschläge wurden aus Bürrig bis zur Grenze von Küppersteg, Opladen, Quettingen und Lützenkirchen gemeldet.

Die Currenta werde im Auftrag von der Stadt „zeitnah die Straßen, Gehwege und Hauseingänge reinigen“. Ruß-Partikel auf den Fensterbänken sollten liegen bleiben, bis das Lanuv die Inhaltsstoffe analysiert habe. Danach werde die Stadt darüber informieren, wie mit den Verschmutzungen umgegangen werden soll. Betroffene Autos könnten derweil in der Waschanlage gereinigt werden, „weil dort eine Abwasserbehandlung erfolgt“, heißt es weiter.

Update, 19:20 Uhr: Der Brand nach der Explosion im Chempark Leverkusen ist unter Kontrolle. Inzwischen wurde für alle betroffenen Gebiete Entwarnung gegeben, zuletzt auch für den Leverkusener Stadtteil Bürrig. „Im gesamten Stadtgebiet wurden von der Feuerwehr Leverkusen und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) Luftmessungen vorgenommen. Sie blieben unauffällig. Das heißt, auch für den Stadtteil Bürrig gilt jetzt die Entwarnung: Fenster und Türen können wieder geöffnet werden“, teilte die Stadt Leverkusen auf Facebook mit.

Explosion im Chempark: Rauchwolke zieht ins Ruhrgebiet

Leverkusen – Die Menschen in Leverkusen wurden am Dienstagmorgen von einer Explosion im Chempark erschüttert. Bei dieser wurden mehrere Personen verletzt, einige sind sogar noch vermisst. Auch wenn die genau Ursache für den Vorfall laut Betreiber Currenta noch unbekannt ist, wurden von der Feuerwehr und Polizei bereits diverse Maßnahmen getroffen und Anweisungen für Anwohner erteilt. Am Mittag konnte der Brand zwar gelöscht werden, aufgrund des Windes hat sich die Rauchwolke jedoch bereits Richtung Nordosten verteilt und zieht somit ins Ruhrgebiet. Immer mehr Orte sind betroffen.

Explosion im Chempark: Die wichtigsten Informationen für Anwohner in Leverkusen

Nach der Explosion zog die Rauchwolke vor allem über die Leverkusener Stadtteile Opladen, Lützenkirchen und Rheindorf. Die Anwohner wurden aufgefordert, sich in geschlossene Räume zu begeben und Fenster sowie Türen geschlossen zu halten. Der Bereich solle großräumig umfahren werden, bittet die Polizei.

Dabei verteilte sich offenbar auch ein seltsamer Geruch im gesamten Stadtgebiet, von dem auch zentralere Gegenden wie Alkenrath betroffen sind. In ganz Leverkusen wurden auch immer wieder die Sirenen benutzt, um die Bewohner auf die aktuelle Lage aufmerksam zu machen. Die Stadt hat derweil eine Hotline für die Bevölkerung in Leverkusen eingerichtet. Diese ist unter der folgenden Nummer zu erreichen: 0214-2605 99333.

Nach Explosion im Chempark Leverkusen: Nahrungsmittel aus Gärten nicht verzehren

Die Messwerte seien aktuell im „grünen Bereich“. Eine Einschätzung, ob in den Niederschlägen relevante Stoffe zu finden seien, sei nach Auskunft des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) noch nicht möglich, schriebt die Stadt Leverkusen auf Facebook. „Das Gesundheitsamt empfiehlt vor diesem Hintergrund Bewohnern der Stadtteile Bürrig und Opladen Nahrungsmittel aus dem Garten vorsorglich nicht verzehren. Bei nicht aufschiebbaren Arbeiten im Garten sollten sie ebenfalls vorsorglich Handschuhe tragen.“

Wer außerdem Rückstände und Ruß-Niederschlag auf Grundstücken oder Straßen entdeckt, soll das über die Bürger-Hotline melden unter 0214-406 3333. Im besonders betroffenen Stadtteil Bürrig sollen „bis auf Weiteres zur Vorsicht weiterhin Fenster und Türen geschlossen“ halten werden. Für das übrige Stadtgebiet hob die Stadt diese Warnung am Dienstagnachmittag auf. Die Luftqualität werde durch ein Messfahrzeug des Landesumweltamtes (LANUV) weiter kontinuierlich überwacht.

Explosion im Chempark Leverkusen: Rauchwolke erreicht Solingen – Mehrere Warnungen aktiv

Inzwischen hat die Solinger Feuerwehr Entwarnung gegeben. „Eine Gefahr durch die Rauchwolke nach der Explosion im Leverkusener Chempark besteht nicht. Das haben Luftmessungen ergeben“, schreibt die Stadt. Die Feuerwehr empfiehlt dennoch, zunächst Fenster und Türen weiter geschlossen zu halten.

Auch in Solingen wurden am Morgen Warnungen herausgegeben. Die Rauchwolke hatte am Mittag die Stadtteile Aufderhöhe und Ohligs erreicht, weshalb „gesundheitlichen Beeinträchtigungen“ nicht ausgeschlossen werden konnten. Anwohner wurden ebenfalls durch Sirenen gewarnt. Die Bewohner sollen sich sofort nach Innen begeben. Es wird gebeten Türen und Fenster geschlossen zu halten. Lüftungen und Klimaanlagen sollen ausgeschaltet bleiben.

Im Börkhauser Feld wurde derzeit mit Lautsprecherwagen auf die aktuelle Lage aufmerksam gemacht, da dort die Sirenen ausgefallen seien, erklärte die Stadt auf Facebook. Was genau die verschiedenen Sirenen-Warnungen zu bedeuten haben, kann auf der Website der Stadt Solingen nachgeschaut werden.

Bereits zuvor hatte die Warn-App Nina ausgelöst. Der Grund: Aufgrund der Rauchwolke nach der Explosion kommt es in ganz Solingen ebenfalls zu Geruchsbelästigung. Die Feuerwehr ist unterwegs um Schadstoffmessungen durchzuführen, bisher gebe es laut der Stadt Solingen aber noch keine auffälligen Ergebnisse. Die Solinger Feuerwehr hat mittlerweile auch ein Bürgertelefon für Hinweise und Rückfragen freigeschaltet: 0202 563 2000.

Explosion im Chempark Leverkusen: Warnung vor Rauchwolke im Oberbergischen Kreis

Auch im Oberbergischen Kreis wurde um 13:07 Uhr eine Warnung aufgrund der Rauchwolke über die Katwarn-App und Nina ausgesprochen. Da womöglich die Gesundheit gefährdet war, sollten Bewohner in den Stadtgebieten Hückeswagen, Radevormwald und Wipperfürth im Inneren bleiben. Alle Fenster und Türen sollen geschlossen und Klima- sowie Lüftungsanlagen abgeschaltet werden. Am Nachmittag vermeldete der Oberbergische Kreis via Facebook „Entwarnung“.

Explosion im Chempark Leverkusen: Wuppertal von Geruchsbelästigung betroffen

Entwarnung in Wuppertal: „Die Messungen sind beendet, alle ohne Befund. Es ist kaum noch Geruchsbelästigung wahrnehmbar, der Feuerwehrstab wird zurückgefahren“, teilt die Stadt am Nachmittag auf ihrer Internetseite mit. Auch die Nina-App hat Entwarnung gegeben, besondere Schutzmaßnahmen seien zurzeit nicht erforderlich.

In Wuppertal wurde am Morgen eine Warnung wegen Geruchsbelästigung herausgegeben. Auf Empfehlungen der Feuerwehr sollte man dort ebenfalls Fenster und Türen geschlossen halten. Darüber hinaus wurde in Wuppertal ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Nummer 563-2000 können sich alle Bürgerinnen und Bürger melden, die „wegen des Brandgeruchs verunsichert sind und sonst keinen Zugang zu aktuellen Infos haben“, erläuterte die Stadt auf Twitter.

Explosion im Chempark Leverkusen: Südliches Ruhrgebiet ab Nachmittag betroffen

Durch den Wind wird die Rauchwolke immer weiter in den Nordosten getrieben. Ab dem frühen Nachmittag ist deshalb wohl auch das südliche Ruhrgebiet betroffen. Vor allem Bewohner in Essen, Bochum und Hattingen sollen sich ab ca. 14 Uhr wegen möglicher giftigen Schadstoffe in Acht nehmen.

Explosion im Chempark Leverkusen: Entwarnung für Köln und Düsseldorf

In Köln hat die Stadt derweil Entwarnung gegeben: Die Domstadt sei derzeit nicht gefährdet. Auch nach weiteren Messungen wurden keine Auffälligkeiten entdeckt, erklärte die Feuerwehr auf Twitter. Die Intensität der Rauchwolke hat sich derweil jedoch deutlich reduziert. Die Luftmessungen werden zur Sicherheit weiter fortgesetzt. Laut Angeben des Deutschen Wetterdienst (DWD) soll „Köln nichts mit der Rauchwolke zu tun haben“.

Auch Düsseldorf ist komplett von möglichen Schadstoffen verschont geblieben. Die Rauchwolke sei östlich an der Stadt vorbeigezogen, erklärte der DWD.

Explosion im Chempark Leverkusen: Warnung im Kreis Mettmann aufgehoben

Auch im Kreis Mettmann hatte es am Morgen und Mittag eine Warnung wegen Geruchsbelästigung gegeben. Eine Gesundheitsgefahr bestand dabei aber zur keiner Zeit. Mittlerweile ist die Warnung wieder aufgehoben, wie der Kreis auf Twitter bekannt gab.

Weiter Informationen folgen. Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. (os/sk)

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