1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Explosion im Chempark Leverkusen: Fünf Menschen sterben, zwei weitere vermisst

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Oliver Schmitz

Nach der Explosion im Leverkusener Chempark sind am Gebäude Schäden zu erkennen.
Die Explosion hat auch sichtbare Schäden am Außenbereich des betroffenen Gebäudes hinterlassen. © David Young/dpa

Nach der Explosion im Chempark Leverkusen sind drei weitere Menschen tot aufgefunden worden. Zwei weitere werden vermisst, doch ihr Überleben ist unwahrscheinlich.

Leverkusen – Am Dienstagmorgen wurde ganz Leverkusen von einer großen Explosion im Chempark erschüttert. Im Entsorgungszentrums Bürrig war ein Tanklager in die Luft gegangen und anschließend in Brand geraten. Die Anzahl der Tote erhöhte sich am Donnerstag auf fünf Menschen. Zwei weitere werden immer noch vermisst. Doch mit der Dauer der Suche sinken die Hoffnung und Chancen auf ihr Überleben immer weiter. Zuvor hatte es bereits zwei Tote gegeben.

Chempark Leverkusen
Standort seit1891
Fläche4,8 km2
Betriebeca. 200
Mitarbeiterca. 31.500

Explosion im Chempark Leverkusen: Suche nach Vermissten schwierig

Auch Tage nach der Explosion im Chempark ist die Situation vor Ort noch chaotisch. Seit Dienstagmorgen sind Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei fast durchgehend im Einsatz. Zwar konnte der Hauptbrand im Tanklager schnell gelöscht werden, es gab aber auch am Mittwoch noch weitere Nachlöscharbeiten. So kam es auch, dass sich die Suche nach den Vermissten schwierig gestaltete, wie ein Unternehmenssprecher am Mittwoch erklärte. Denn beim Löschen sei sehr viel Schaum zum Einsatz gekommen, weshalb der Bereich nun unübersichtlich sei.

Auch die Feuerwehr hatte am Mittwochmorgen die Probleme der Suche erläutert: „Es ist die ganze Nacht gesucht worden und nachgelöscht worden und das wird heute im Laufe des Tages fortgesetzt“, sagte der Leiter der Leverkusener Feuerwehr, Hermann Greven, gegenüber WDR2 und ergänzte: „Bis da endgültig Klarheit herrscht, wird es noch dauern“. Immerhin gehe nun keine Gefahr mehr von der Einsatzstelle aus. Neben den Vermissten und Toten wurde 31 weitere Menschen verletzt. Eine Person schwebt in Lebensgefahr.

Leverkusen: Rauchwolke zog bis ins Ruhrgebiet – viele Warnungen für Anwohner

Am Dienstag war es gegen 9:40 Uhr zu der Explosion im Chempark gekommen. Die Ursache für den Vorfall ist nach aktuellem Stand weiter unklar. Durch den anschließenden Brand war eine dunkle Rauchwolke aufgestiegen gezogen. Anwohner waren im Anschluss vor möglichen Gefahren gewarnt worden.

Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr stehen unweit einer Zufahrt zum Chempark über dem eine dunkle Rauchwolke aufsteigt.
Nach der Explosion gab es eine schwarze Rauchwolke, die bis in südlich Ruhrgebiet zog. © Oliver Berg/dpa

Während es vielerorts lediglich zu Geruchsbelästigungen kam, konnten an anderen Orten eine Gesundheitsgefahr nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wurde empfohlen sich Innen aufzuhalten und Fenster sowie Türen zu schließen. Auch mehrere Autobahnen und Straßen waren zeitweise gesperrt worden.

Explosion im Chempark Leverkusen: Polizei plant Untersuchungen ab Donnerstag

Die Polizei ist seit Donnerstagmorgen für Ermittlungen am Unfallort. Ein Polizeisprecher aus Köln sagte, es sei unwahrscheinlich, dass die Ursache für die schwere Explosion sofort herausgefunden werde. Er rechne mit einer „Puzzlearbeit“. Die Polizei ist mit zwei Teams vor Ort. Eines dokumentiere die Entwicklungen vor Ort und solle eventuell gemeinsam mit der Feuerwehr Leichen bergen.

Darüber hinaus sind Sachverständige des Unternehmens Currenta und des Landeskriminalamts sowie Vertreter von Umweltbehörden mit vor Ort. Auch Drohnen werden von der Polizei werden eingesetzt. Ob komplett alle Bereiche bereits begangen werden können, ist hingegen noch unklar. Laut der Polizei bestehe in einigen Teilen noch Einsturzgefahr, andere seien kontaminiert. (os) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text ist am 29. Juli um 16:10 Uhr inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Zahl der Toten und Vermissten angepasst.

Auch interessant