1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Chempark Leverkusen: Ministerium stellt Currenta Bedingungen für Inbetriebnahme

Erstellt:

Eine dunkle Rauchwolke steigt über dem Chempark auf.
Bei der schweren Explosion im Chempark Leverkusen kamen sieben Menschen ums Leben. (Archivbild) © Oliver Berg/dpa

Monate nach der Explosion im Chempark Leverkusen hat sich nun das Umweltministerium zu den Voraussetzungen für eine Wiederinbetriebnahme der Anlage geäußert.

Leverkusen/Köln – Nach der Chemie-Explosion im Chempark Leverkusen hat die Firma Currenta nun weitere Pannen eingeräumt, durch die es möglicherweise zu einer Schädigung des Gewässers gekommen ist. Inzwischen hat sich auch das Umweltministerium in Nordrhein-Westfalen eingeschaltet und Bedingungen an die Betreiberfirma gestellt.

„Voraussetzung für eine Wiederinbetriebnahme der Anlage ist ein stabiles Sicherheitsmanagement“, sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Dienstag. Erforderlich sei eine lückenlose und zügige Aufklärung nach der Explosion im Juli. Dazu gehöre auch die Klärung der Umstände aktueller Gewässereinleitungen. Eine Aussage, unter welchen Sicherheitsbedingungen die Sondermüllverbrennungsanlage wieder in Betrieb genommen werden könne, sei erst nach Abschluss der laufenden Untersuchungen möglich.

Nach Explosion im Chempark Leverkusen: Kontaminiertes Löschwasser in Rhein geleitet

Nach Angaben des Unternehmens und der Bezirksregierung Köln war es unmittelbar nach der Katastrophe im Juli zu Schadstoffeinträgen in den Rhein gekommen, nachdem kontaminiertes Löschwasser über die Kläranlage in den Rhein geleitet worden war. Darüber hinaus hatte das Unternehmen am ersten Weihnachtstag eingeräumt, dass über einen Zeitraum von fünf Monaten etwa 14 Prozent des Inhalts eines defekten Abwassertanks mit einem Gemisch aus Abwasser, Löschwasser und Havarie-Abwasser ohne zusätzliche Aktivkohle-Filterung in die Kläranlage geflossen sei. Von dort gelangt das geklärte Abwasser in den Rhein.

Die Bezirksregierung in Köln hatte danach angekündigt, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Es solle geprüft werden, ob der „Straftatbestand einer Schädigung des Gewässers“ durch Currenta erfüllt sei. Das Sicherheitsmanagementsystem von Currenta wird nach Angaben der Bezirksregierung durch ein unabhängiges Expertenteam überprüft.

Explosion im Chempark Leverkusen: Sieben Menschen kamen ums Leben

Durch die Explosion in der Sondermüll-Verbrennungsanlage waren im Juli sieben Menschen ums Leben gekommen. 31 erlitten zum Teil schwere Verletzungen. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant