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Lübcke-Mord: Prozess gegen mutmaßlichen Waffenverkäufer aus NRW startet

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Ein Polizeiwagen steht vor dem Land- und Amtsgericht Paderborn.
Vor Land- und Amtsgericht Paderborn muss sich am 5. Januar 2022 ein Waffenverkäufer aus Ostwestfalen verantworten. (Archivbild) © Friso Gentsch/dpa

2019 wurde der CDU-Politiker Walter Lübcke erschossen. 2016 verkaufte ein Mann aus Ostwestfalen die dafür genutzte Waffe. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Paderborn – Gegen den mutmaßlichen Verkäufer der Waffe im Mordfall Walter Lübcke beginnt am Mittwoch um 9 Uhr am Landgericht Paderborn in NRW der Prozess. Der Kasseler Regierungspräsident und CDU-Politiker war vor rund zweieinhalb Jahren auf der Terrasse seines Hauses erschossen worden. Verantworten muss sich jetzt wegen fahrlässiger Tötung Elmar J. aus dem Kreis Höxter. Die Anklage wirft dem heute 66-Jährigen aus Ostwestfalen außerdem mehrere Verstöße gegen das Waffengesetz vor.

Lübcke-Fall: Mann aus NRW soll Waffe für 1.100 Euro an Mörder Stephan Ernst verkauft haben

Er soll Lübckes späterem Mörder Stephan Ernst die Tatwaffe samt Munition 2016 verkauft haben. Nach Angaben des Landgerichts Paderborn soll der Kaufpreis bei 1.100 Euro gelegen haben. Käufer und Verkäufer hatten laut Anklage keine Waffenerlaubnis. Dies sei Elmar J. auch bewusst gewesen. Bis zum 19. Januar plant das Landgericht zwei weitere Verhandlungstermine.

Mord an CDU-Politiker Walter Lübcke: Vorwurf der Beihilfe gegen Elmar J. fallen gelassen

Gegen Elmar J. hatte zunächst die Bundesanwaltschaft wegen Beihilfe zum Mord ermittelt. Dann war der Vorwurf der Beihilfe aber fallen gelassen und das Verfahren nach Paderborn abgegeben worden. Nachdem der Bundesgerichtshof im Januar 2020 seinen Haftbefehl überraschend aufgehoben hatte, kam der Angeklagte nach über einem halben Jahr Untersuchungshaft auf freien Fuß. Die Richter hatten Zweifel, ob er 2016 wirklich schon ahnen konnte, was für eine Tat Ernst mit der Waffe mehr als zweieinhalb Jahre später begehen würde.

Mord an Walter Lübcke: Rechtsextremist Stephan Ernst zu lebenslanger Haft verurteilt

Der Rechtsextremist Stephan Ernst war Ende Januar 2021 vom Oberlandesgericht Frankfurt wegen Mordes an Lübcke zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Gegen das Urteil ist noch eine Revision anhängig. Lübcke war am 1. Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe getötet worden. Die Tat gilt als erster rechtsextremistischer Mord an einem Politiker in der Bundesrepublik. Lübcke hatte sich für die Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen. (dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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