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„Hemmungslose Gewalt“ in Lützerath: Das sagt die Polizei zu den Aktivisten-Vorwürfen

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Von: Mick Oberbusch

Nach der Konfrontation zwischen Aktivistinnen sowie Aktivisten und der Polizei in Lützerath am 14. Januar erheben beide Seiten schwere Vorwürfe.

Aachen – Die Ereignisse der Demonstration in Lützerath, bei der sich am 14. Januar Auseinandersetzungen zwischen Aktivistinnen sowie Aktivisten und der Polizei ereigneten, werden auch am Tag nach den teils schockierenden Bildern heiß diskutiert. Am Sonntag (15. Januar) erreichte 24RHEIN eine Sprecherin der Initiative „Lützerath lebt“, um mit ihr über die Vorkommnisse zu sprechen. Die Polizei hatte am Vormittag von 70 verletzten Einsatzkräften berichtet – eine konkrete Zahl Verletzter auf Demonstranten-Seite konnte die Sprecherin nicht nennen, sprach jedoch von einer „hohen, zweistelligen Zahl“.

Aktivisten erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei in Lützerath: „vom Ausmaß der Gewalt schockiert“

„Wir waren mit über 50 Sanis im Einsatz, die Verletzungen wurden überwiegend durch Schlagstöcke, Pfefferspray und mehr herbeigeführt. Es war ein sehr chaotischer Einsatz.“ Die Polizei sei mit „hemmungsloser Gewalt“ vorgegangen, so die Sprecherin weiter. „Viele Teams haben zudem gemeldet, dass die Polizei sie während des Behandelns verletzter Personen behindert hätte und in einem Fall eine noch zu behandelnde Person angegriffen hat“, so die Sprecherin, die „vom Ausmaß der Gewalt schockiert“ war. „Diese Stufe der Brutalität kam selbst für uns sehr überraschend.“

Räumung von Lützerath - Demonstration Polizei gegen Aktivisten
Am Samstag (14. Januar) kam es in Lützerath zu einer Konfrontation zwischen Aktivistinnen sowie Aktivisten und der Polizei. © Oliver Berg/dpa

Polizei Aachen ordnet Lützerath-Konflikt aus ihrer Sicht ein – „Personen übten erheblichen Druck aus“

Die Polizei Aachen hatte bereits in der Nacht zum Sonntag eine Mitteilung herausgegeben, in der sie die Vorfälle wie folgt einordnete: „Die vielfach vermummten Personen übten an beiden Orten erheblichen Druck auf die polizeilichen Sperren aus und durchbrachen diese zum Teil.“ Dabei seien auch „Pfefferspray, der Einsatzmehrzweckstock und Wasserwerfer“ eingesetzt worden. Mit dem Ziel, „Störer zurückzudrängen, die versuchten, in den gesicherten Bereich zu gelangen.“

Nach Pressekonferenz von „Lützerath lebt“ – Polizei Aachen mit neuer Stellungnahme am Nachmittag

Nachdem Aktivistinnen und Aktivisten die Vorwürfe auch am Vormittag des 15. Januar noch einmal auf einer Pressekonferenz wiederholt hatten, veröffentlichte die Polizei eine weitere Stellungnahme. „Im Rahmen der zum Teil gewalttätigen Aktionen am Samstag wurden insgesamt zwölf Personen fest- bzw. in Gewahrsam genommen. Seit Beginn des Einsatzes wurden mehr als 70 Polizistinnen und Polizisten verletzt, neun Aktivisten wurden mittels Rettungswagen einem Krankenhaus zugeführt.“ Lebensgefährlich verletzt worden sei „glücklicherweise niemand.“ (mo)

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