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„Wir geben jetzt alles“: Aktivisten wollen Widerstand gegen Lützerath-Räumung lange durchzuhalten

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Von: Johanna Werning

Luisa Neubauer ist sich sicher, dass die Politik nicht mit soviel Widerstand gegen die Lützerath-Räumung gerechnet hat. Aber: „Es geht um alles.“

Erkelenz – Die Politik hat nach Meinung von Klimaaktivistin Luisa Neubauer nicht mit soviel Widerstand gegen die Lützerath-Räumung gerechnet. „Man merkt, dass anscheinend unterschätzt wurde, welche Kraft in diesem Ort steckt“, sagte Neubauer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Lützerath.

Teilnehmer des Dorfspaziergangs in Lützerath gehen durch das Dorf. Lützerath soll zur Erweiterung des Braunkohletagebaus Garzweiler II abgebaggert werden. Luisa Neubauer, Klimaaktivistin, am Rande der Abbruchkante am Tagebau Garzweiler II am Ort Lützerath.
Die Politik hat nach Meinung von Klimaaktivistin Luisa Neubauer nicht mit soviel Widerstand gegen den Abriss von Lützerath gerechnet (IDZRW-Montage). © Christoph Reichwein/dpa & Henning Kaiser/dpa

„Wir geben jetzt alles“: Klimaaktivistin Neubauer in Lützerath

„Hier zeigt eine Gesellschaft, dass sie versteht: Es geht um alles“, betont Neubauer. „Das Dorf hier ist überlaufen von Menschen, die aus der ganzen Republik angereist sind. Und das ist keine ganz unkomplizierte Anreise. Da gibt es viele gesperrte Straßen und Polizeibarrikaden. Aber das nehmen die Menschen auf sich.“

Was passiert aktuell in Lützerath?

► Der Energiekonzern RWE will das zu Erkelenz gehörende Dorf Lützerath abreißen, um die darunter liegende Kohle abzubaggern.

► Hunderte Klimaaktivisten haben die verlassene Siedlung jedoch besetzt und wollen sich der angekündigten Räumung widersetzen. Man sei entschlossen, den Widerstand gegen die Räumung lange durchzuhalten.

► Am Sonntag kam es in Lützerath zu einer Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Polizei.

► Wie genau es weitergeht und ob oder wann es zur Räumung kommt, ist noch nicht absehbar.

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Man sei entschlossen, den Widerstand gegen die Räumung lange durchzuhalten, sagte Neubauer. „Wir geben jetzt alles. Das hier ist erst der Anfang. Die große Demo ist am nächsten Samstag. Was ich so eindrücklich finde, ist: Hier vor Ort sind Menschen aus den unterschiedlichsten Generationen und Milieus: kleine Kinder in Regenhosen, aber auch ihre Großeltern. Hier sind die Aktivisten, die seit Monaten die Infrastruktur aufgebaut haben, aber eben auch Menschen, die einem ganz normalen Alltag nachgehen und verstehen: ‚Hey, jetzt kommt‘s auf uns an‘.“

Klima-Aktivistin Luisa Neubauer kritisiert Polizei-Vorgehen in Lützerath

Die Polizei habe damit geworben, dass die Räumung von Lützerath transparent und friedlich ablaufen solle. „Davon ist praktisch nichts übrig geblieben“, kritisierte Neubauer. So seien die Taschen von anreisenden Unterstützern aus Hamburg stundenlang kontrolliert worden. „Das riesige Polizeiaufgebot, das hier zusammengezogen wird, ist erschreckend und wirft sehr viele Fragen auf. Hier sind Menschen, die verstehen, was das Pariser Klimaabkommen bedeutet und dass wir in Deutschland mit der Kohle Schluss machen müssen. Dass gegen diese Menschen jetzt ein solches Aufgebot mobilisiert wird, ist schon absurd.“

Die rechtliche Grundlage, auf der der Widerstand stattfinde, sei ein demokratisch zustande gekommener, internationaler Vertrag, nämlich das Pariser Klimaabkommen, hinter dem auch der Bundestag stehe. „Wenn unsere Regierung diesen Vertrag unterläuft, kann sie nicht erwarten, dass wir die Hände in den Schoß legen“, so Neubauer. (jw mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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