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Greta Thunberg lässt sich in Lützerath mal wieder wegtragen – sie scheint glücklich

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Von: Peter Sieben, Johanna Werning, Maximilian Gang

Polizisten tragen Greta Thunberg nach einer Demo bei Lützerath weg
Bei Lützerath hat die Polizei bei einer Demo erneut Schlagstöcke gegen Aktivisten eingesetzt. Auch Greta Thunberg war unter den Demonstranten. © Roberto Pfeil/dpa

Nach der Lützerath-Räumung geht es weiter: Aktivisten starten überall in NRW überraschend Aktionen. Die Polizei setzt derweil bei einer Demo erneut Schlagstöcke ein.

Update vom 17. Januar, 17:27 Uhr: Polizisten haben nach einer Demo bei Lützerath die Klimaaktivistin Greta Thunberg weggetragen. Sie hatte mit anderen Aktivisten an einer Sitzblockade teilgenommen. Eine Polizeisprecherin bestätigte, Thunberg sei für die Feststellung der Personalien in Gewahrsam genommen worden. Sobald die Identitäten aller Beteiligten feststünden, würde die Gruppe in Bussen aus dem Gefahrenbereich gefahren und dann entlassen.

Die Polizei hatte zuvor erneut Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Aktivisten eingesetzt.

Polizei setzt in Lützerath erneut Schlagstöcke ein

Update vom 17. Januar, 17 Uhr: Mehrere Hundert Demonstranten versammelten sich bei Lützerath, darunter auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Nach Angaben der Polizei lösten sich Menschen aus der Demonstration heraus und machten sich in Richtung des Tagebaus Garzweiler auf. Das Betreten der einbruchgefährdeten Tagebaukante und von Lützerath ist untersagt.

Erneut kam es zu Zusammenstößen zwischen Aktivisten und Polizei. Die Beamten setzten wieder Schlagstöcke und Pfefferspray ein, es war auch berittene Polizei vor Ort. Am Samstag erst war es bei einer Großdemo zu Gewaltszenen zwischen Aktivisten und Polizisten gekommen, es gab Verletzte. Über die genauen Umstände gibt es unterschiedliche Aussagen von Aktivisten und Polizei, auch die genaue Zahl der Verletzten ist noch nicht bekannt.

Lützerath selbst war in den vergangenen Tagen von der Polizei geräumt worden und ist abgeriegelt.

Nach der Demonstration gelangte nach Angaben des Energiekonzerns RWE eine Person in den Braunkohletagebau. „Das ist natürlich grob leichtsinnig, was der da macht“, sagte ein RWE-Sprecher.

Update vom 17. Januar, 14:35 Uhr: Klima-Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion haben sich in Düsseldorf am NRW-Innenministerium festgeklebt.

Klimaaktivisten haben sich aus Protest gegen die Lützerath-Räumung an das Innenministerium in Düsseldorf geklebt.
Klimaaktivisten haben sich aus Protest gegen die Lützerath-Räumung an das Innenministerium in Düsseldorf geklebt. © Malte Krudewig/dpa

Etwa ein Dutzend Menschen, darunter eine Mutter mit Kind, waren an der Aktion in Düsseldorf beteiligt, wie Sprecher von Polizei und Innenministerium sagten. Nach einiger Zeit beendeten die Einsatzkräfte die Aktion: Einige Demonstranten seien freiwillig gegangen, andere weggetragen worden. Die Aktivisten, die sich an Scheiben geklebt hatten, wurden von der Polizei gelöst.

Die Demonstranten forderten außerdem den Rücktritt von Innenminister Herbert Reul: Am Wochenende war es bei der Groß-Demo in Lützerath aus Sicht der Aktivisten zu unverhältnismäßiger Polizeigewalt gekommen.

Blockaden am Tagebau Garzweiler

Update vom 17. Januar, 13.50 Uhr: Aktivistinnen und Aktivisten haben am Mittag den Eingang zum Tagebau Garzweiler in Wanlo blockiert. Die Polizei war Ort um die Sitzblockade aufzulösen.

Links erstürmen Aktivisten einen Braunkohlebagger, rechts sind Demonstranten in Lützerath zu sehen
Lützerath ist geräumt, doch der Protest geht weiter: Aktivisten haben den Tagebau Inden gestürmt und an weiteren Orten in NRW soll es Aktionen geben. © Peter Sieben, privat/Lützerath unräumbar, Montage: 24RHEIN

Etwa zeitgleich haben Aktivistinnen und Aktivisten Zufahrtwege zum Aussichtspunkt RWE-Skywalk blockiert.

Lützerath-Aktivisten stürmen Tagebau und besetzen Kohlebagger

Update vom 17. Januar, 11:50 Uhr: Die Kohle-Gegner setzen nach der Räumung von Lützerath ihre Proteste in NRW dezentral fort, nachdem das Aktionsbündnis „Lützerath unräumbar“ zu einem gemeinsamen Aktionstag am Dienstag aufgerufen hatten. Zum Bündnis gehören auch Gruppen von Fridays for Future und der Letzten Generation.

Im Braunkohletagebau Inden, der den Landkreis Düren und die Städteregion Aachen berührt, haben Aktivisten einen Schaufelradbagger besetzt. Dieser musste die Arbeit in der Folge einstellen. Die Polizei spricht von etwa 20 beteiligten Aktivisten, laut Angaben eines Sprechers von RWE handelt es sich um 30 bis 40 Personen.

Die Aktivisten, die die Werksbahnschienen zum Kraftwerk Neurath besetzt hatten, wurden mittlerweile von Polizisten weggetragen, wie die Polizei Aachen erklärt. Der „Aktionstickers Lützerath“ vermeldete etwa 130 Blockierer, Polizei und RWE sprechen von einer Gruppe von etwa 50 Personen, die von den Gleisen entfernt wurden. Gewalttätige Auseinandersetzungen sind bisher an keinem Protestort bekannt geworden.

Aktivisten blockieren Kraftwerk Neurath wegen Lützerath
Nach der Lützerath-Räumung schwärmen Aktivisten in ganz NRW aus: Am Morgen blockierten sie Schienen am Kraftwerk Neurath. © Oliver Berg/dpa

Nach Räumung von Lützerath: Aktivisten blockieren Gleise der Kohlebahn

Update vom 17. Januar, 11:20 Uhr: Jetzt schlagen die Aktivisten offenbar am Kohlekraftwerk Neurath zu: „Der gelbe Finger von Lützerath unräumbar“ blockiere seit Stunden die Nord-Süd-Kohlebahn am Kraftwerk, teilen die Aktivisten mit. Vor Ort halten sie Transparente von Fridays For Future in die Höhe: „Wenn Kinder zu Profis werden“ steht darauf, dazu der Hashtag #KlimagörenMachenKohleausstieg.

Nach Lützerath-Räumung: Aktivisten schlagen in ganz NRW zu

Erstmeldung: Erkelenz – Lützerath ist Geschichte – eigentlich. Die letzten beiden Besetzer haben die Tunnel unter dem Dorf verlassen und RWE reißt jetzt die verbliebenen Gebäude ab. Aber: Lützerath ist noch nicht vorbei, die Proteste gehen weiter. Überall in NRW starten Aktivisten jetzt weitere Aktionen. Die einzelnen Aktionsgruppen tragen Namen wie „Gelber Finger“ oder „Rosa Finger“, als wären sie Teil einer gemeinsamen Hand.

Unter anderem diese Aktionen starten in NRW:

Zu dem gemeinsamen Aktionstag hatte das Bündnis „Lützerath unräumbar“ aufgerufen. Darauf stellt sich auch die Polizei Aachen ein. „Wir gehen davon aus: Es wird Aktionen geben“, hieß es.

Nach Räumung in Lützerath: Aktivisten planen Aktionen am Dienstag

„Jede Minute, die der Bagger läuft und Kohle verbrannt wird, heizt die Klimakatastrophe weiter an. Als Bündnis ‚Lützerath unräumbar‘ stellen wir uns der Zerstörung in den Weg!“, hieß es vonseiten der Aktivisten.

Was genau alles noch geplant ist, dazu äußerten sie sich bislang nicht – offenbar setzen sie auch auf das Überraschungsmoment.

Fünf Tage nach Räumungsbeginn verlassen Aktivisten Lütherath

Das Braunkohledorf Lützerath ist zum Symbol für den Protest gegen den Braunkohletagebau geworden. Über Monate hatten Aktivisten das Dorf besetzt und zuletzt vehement gegen die Räumung durch die Polizei verteidigt.

Bei der Räumung von Lützerath war es auch zu Gewaltszenen gekommen: Aktivisten und Polizisten gerieten aneinander, es gab Verletzte. Am Montag verließen nach Angaben des RWE die letzten Aktivisten, die sich tagelang in einem Tunnel unter dem Dorf verschanzt hatten, das mittlerweile umzäunte Gelände.

Zwei vermummte Aktivisten in einem Tunnel unter Lützerath
Pinky und Brain (vr.n.l.) im Tunnel unter Lützerath: Ob und wo genau der Tunnel existiert, ist unklar. © Screenshot/Lützi bleibt

Das Ende von Lützerath war damit fünf Tage nach Beginn der Räumung in greifbare Nähe gerückt. Nach Angaben des Energiekonzerns RWE, der dort Kohle ausbaggern will, handelte es sich bei „Pinky“ und „Brain“, wie sie sich nennen, um die letzten Aktivisten vor Ort. Die Räumung durch die Polizei sei damit beendet.

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