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„Gefährliche Mischung“ – Innenminister Reul über Waffenfund bei Reichsbürger und Corona-Leugner

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Polizisten des Polizeipräsidiums Reutlingen. Nach einer Statistik ist Reutlingen die sicherste Großstadt in Baden-Württemberg.
Polizei und Staatsschutz statteten einem mutmaßlichen Corona-Leugner in Meerbusch einen Besuch ab (Symbolbild). © Silas Stein/picture alliance/dpa

Ein Mann hat in Meerbusch seine Nachbarn massiv bedroht und von Waffen gesprochen. Dann standen Polizei und Staatsschutz vor seiner Tür und wurden fündig.

Update vom 12. Februar, 16:35 Uhr: Nach dem Fund von Waffen und NS-Devotionalien bei einem mutmaßlichen Reichsbürger und Corona-Leugner in Meerbusch, äußerte sich NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) besorgt über die aktuellen Entwicklungen.

„Nun zeigt sich, wovor wir wiederholt gewarnt haben. Hier verbinden sich die Reichsbürgerszene und Corona-Leugner zu einer gefährlichen Mischung: ignorant, bewaffnet und auch ohne Scheu, Gewalt anzuwenden“, kommentierte Reul die Aktion. „Wir nehmen diese Entwicklungen sehr ernst.“

In Nordrhein-Westfalen sind den Behörden aktuell rund 3200 Reichsbürger bekannt. Rund 100 Reichsbürger werden auch der rechtsextremistischen Szene zugerechnet. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz beobachtet, wie die Szene sich weiter entwickelt.

Meerbusch: Spezialkräfte stellen Waffen bei mutmaßlichem Corona-Leugner und Reichsbürger sicher

Erstmeldung vom 12. Februar, 14:36 Uhr: Düsseldorf –Spezialkräfte der Polizei haben in Meerbusch bei Düsseldorf einem mutmaßlichen Reichsbürger und Corona-Leugner einen Besuch abgestattet. Der 32-Jährige sei bei der Maßnahme leicht verletzt worden.

Weil er seine Nachbarn massiv bedroht und von Schusswaffen gesprochen habe, sei der Staatsschutz zu einer Durchsuchung vorstellig geworden, teilte ein Polizeisprecher am Freitag mit.

Düsseldorf: Polizei findet Gaspistole und Armbrust

Eine Gaspistole und eine Armbrust seien bei dem Mann sichergestellt worden. Außerdem entdeckten die Ermittler NS-Devotionalien. Mehrfach sei der Mann Mitbürger angegangen, weil diese Masken zum Schutz gegen das Coronavirus trugen.

Nach mehreren Hinweisen und Beschwerden von Bürgern wegen Nicht-Beachtung von Maßnahmen zum Infektionsschutz, durchsuchte der städtische Ordnungsdienst, das Gesundheitsamt und Polizeibeamte aus Köln bereits am 28. Januar 2021 eine Hausarztpraxis in Ehrenfeld. Die Ärztin leugnete die Pandemie, im Wartezimmer lagen Broschüren der Querdenker-Bewegung. (dpa/lnw)

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