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Metallindustrie in NRW: Einigung bei Tarifverhandlungen erzielt – Corona-Prämie und Sonderzahlung beschlossen

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Mit einer Fahne der IG Metall beteiligt sich eine Frau am Warnstreik der Beschäftigten der Salzgitter Hydroforming vor dem Werk.
Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie gibt es eine Einigung auf einen neuen Tarifvertrag. (Archivbild) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt

Nach langen Verhandlungen haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie in NRW auf einen Tarifabschluss geeinigt. Beide Seiten sehen Positives.

Düsseldorf – Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie gibt es eine Einigung auf einen neuen Tarifvertrag. Arbeitgeber und IG Metall vereinbarten am Dienstagmorgen in Düsseldorf für die Betriebe in Nordrhein-Westfalen eine Corona-Prämie sowie jährlich wiederkehrende Sonderzahlungen, wie beide Seiten mitteilten. Die Einigung gilt als Pilotabschluss, dessen Kernbestandteile voraussichtlich in den anderen Regionen übernommen werden. Bereits am Wochenende hatten IG Metall und Arbeitgeber eine Einigung für die 70.000 Beschäftigten in der NRW-Stahlindustrie erzielt.

NRW-Metallindustrie: Neuer Tarifvertrag rückwirkend geltend – „richtungsweisendes Ergebnis“ für IG Metall

Den Angaben zufolge erhalten die rund 700.000 Beschäftigten in NRW im Juni 2021 eine einmalige Corona-Beihilfe von 500 Euro. Die neue Sonderzahlung wird erstmals im Februar 2022 in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts ausgezahlt. Zum Februar 2023 steigt diese Sonderzahlung auf 27,6 Prozent des Monatsentgelts und fällt dann jährlich an. Der neue Tarifvertrag gilt rückwirkend zum 1. Januar 2021, hat eine Gesamtlaufzeit von 21 Monaten und endet am 30. September 2022.

Der nordrhein-westfälische Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, bezeichnete die Einigung als „richtungsweisendes Ergebnis“. Mit dem Abschluss bestehe die Möglichkeit, „eine Arbeitszeitverkürzung bei Beschäftigungsproblemen ohne wesentlichen Entgeltverlust zu finanzieren, wenn die Betriebsparteien sich darauf im Rahmen einer freiwilligen Betriebsvereinbarung verständigen“. Das Geld aus der Einmalzahlung und aus anderen Tarifelementen könnte dazu verwendet werden, die Arbeitszeit auf eine 4-Tage-Woche zu verkürzen.

Metallindustrie in NRW: Arbeitnehmerverband zufrieden mit Kompromiss – Vertrag blickt in die Zukunft

Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen, Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete den Tarif-Kompromiss als „ein von Fairness, Vernunft und Weitsicht geprägtes Ergebnis in einer außergewöhnlich schwierigen Wirtschaftslage“. Für die Unternehmen sei wichtig, dass sie „wie schon im Jahr 2020 auch im Jahr 2021 keine Erhöhung der Tabellenentgelte verkraften müssen“. Zudem sei mit der IG Metall für das laufende Jahr erstmals ein automatisch wirksamer Entlastungsmechanismus für krisenbetroffene Betriebe vereinbart worden.

Ein weiterer Baustein des Verhandlungsergebnisses ist laut Gewerkschaft ein Tarifvertrag „Zukunft, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung“. Er schaffe einen Rahmen für firmenbezogene Verbandstarifverträge zur Gestaltung der Transformation in der Metall- und Elektroindustrie. Kirchhoff sagte, dieser Tarifabschluss biete den Firmen „einen unbürokratischen und einfach umsetzbaren“ tariflichen Rahmen für betriebliche Regelungen zur Beschäftigungssicherung und die Begleitung von Transformationsprozessen. (dpa)

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